Perus WM-Kader
Pizarros WM-Traum endgültig geplatzt - Guerrero darf doch mit
Lima - Es hätte alles so gut gepasst. Erst die späte Qualifikation Perus für die Fußball-WM in Russland, dann die Doping-Sperre von Stürmer Paolo Guerrero. Stück für Stück schien das Turnier in Russland in die Reichweite von Claudio Pizarro zu rücken.
Es hätte das letzte Märchen in der Fabel-Karriere der Werder-Legende sein können. Doch der große Traum des Oldies ist endgültig geplatzt. Pizarro, von dem es heißt, er spiele wohl nur weiter, um sich noch den Traum von einer WM-Teilnahme zu erfüllen, wird im Sommer in Russland definitiv nicht dabei sein.
Guerreros Sperre wird ausgesetzt
Der 39-Jährige (zuletzt beim 1. FC Köln unter Vertrag) steht nicht im endgültigen WM-Kader Perus, den Nationaltrainer Ricardo Gareca am Mittwoch bekanntgegeben hat. Wobei „endgültig“ noch so eine Sache ist: Nur Tage vor Ablauf der Meldefrist am 4. Juni könnte noch ein alternder Stürmer ins eigentlich fixe Aufgebot rutschen. Der aber trägt nicht den Namen Pizarro, sondern den Namen Guerrero.
Die Doping-Sperre von Paolo Guerrero (34/früher HSV und Bayern München) wird kurzfristig für das Turnier ausgesetzt, teilte das Schweizer Bundesgericht am Donnerstag mit. Zuvor hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS erklärt, er werde keine Einwände gegen den von Guerrero eingereichten Antrag auf Aussetzung der Sperre erheben.
Das Bundesgericht habe bei seiner Entscheidung „den diversen Nachteilen Rechnung getragen, die der bereits 34 Jahre alte Fußballspieler erleiden würde, wenn er nicht an einer Veranstaltung teilnehmen könnte, welche die Krönung seiner Fußballer-Karriere darstellen wird“, hieß es in der Gerichts-Erklärung. Zudem habe man berücksichtigt, dass Guerrero nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt habe.
Guerrero war vom CAS für 14 Monate gesperrt worden und hätte damit auch die WM in Russland verpasst. Der Stürmer war im Oktober 2017 nach dem 0:0 im Qualifikationsspiel gegen Argentinien bei einer Dopingkontrolle positiv getestet worden. Bei dem 34-Jährigen war eine in Koka-Tee enthaltene Substanz entdeckt worden.
Pizarro in Schusslinie von Familie Guerrero
Der Aufschrei in Peru war riesig, Guerrero gilt als der große Superstar. Mit einer eidesstattlichen Erklärung des Verbandspräsidenten und den Unterschriften der Kapitäne der WM-Gegner versuchten die Südamerikaner, die erstmals seit 1982 für eine WM qualifiziert sind, alles, um doch mit Guerrero in Russland starten zu dürfen.
Der Kampf für Guerrero ging sogar so weit, dass Claudio Pizarro in die Schusslinie geriet. Der Ex-Bremer sei Drahtzieher eines „riesigen Komplotts“, wetterte Guerreros Mutter Dona Peta. Der Ex-Bremer habe das WM-Aus ihres Sohnes „von langer Hand vorbereitet“. Jetzt hat sich der Wind mal wieder komplett gedreht. Es gibt doch noch das Happy-End. Allerdings für Paolo Guerrero - und nicht für Claudio Pizarro.
(mit dpa)
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