Keine Deeskalation im Nahost
Trumps Reaktion auf Iran und Israel lässt Aktien fallen: „Eingreifen der USA in den Konflikt möglich“
Es stehen turbulente Zeiten für US-Präsident Trump an. Der Nahost-Konflikt belastet nicht nur die Ölpreise, sondern auch die US-Aktienmärkte. Und Trump heizt das Problem weiter an.
Washington D.C. – Der Konflikt zwischen Iran und Israel hält die Welt und Anleger in Atem. Hinzu kippt US-Präsident Donald Trump mit seinen jüngsten Aussagen mehr Öl ins Feuer: Sein verschärfter Ton gegenüber Teheran dürfte für weitere Gründe der Beunruhigung sorgen. „Unsere Geduld geht langsam zu Ende“, schrieb Trump kürzlich in einem Online-Post von Truth Social. In einem weiteren Beitrag fordert er „bedingungslose Kapitulation“ – wohl an den Iran gerichtet. Die wachsenden Spannungen bringen die Börsen nur noch mehr ins Schlingern.
Konflikt zwischen Iran und Israel: US-Aktien machen Verluste nach Trump-Äußerungen
Kurz nach der Veröffentlichung des Posts verstärkten sich die Kursverluste am US-Aktienmarkt. Der Dow Jones Industrial Average beendete den Dienstag (17. Juni 2025) mit einem Minus von rund 0,7 Prozent bzw. rund 300 Punkten. Der S&P 500 verlor 0,84 Prozent und lag am Ende des Tages bei 5.982,72 Punkten, während der Nasdaq Compositefiel um 0,91 Prozent fiel und bei 19.521,09 Punkten lag.
Auch die Sorge vor einem Militäranschlag der USA gegen den Iran befeuert die Sorge einer Ausweitung des Nahost-Konflikts und könnte Anleger zunehmend verunsichern. Seit Beginn der israelischen Angriffe gegen Ziele im Iran wird über ein mögliches Eingreifen der USA spekuliert. Trump berief zu dem Nahost-Konflikt den Nationalen Sicherheitsrat ein. Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets sagte laut Der Aktionär angesichts der weiter unübersichtlichen Situation, dass „von Verhandlungen bis hin zu einem Eingreifen der USA in den Konflikt alles möglich“ sei, weshalb die Erholung an den Börsen vorerst beendet sein dürfte.
Um ein weiteres Beispiel zu nennen, wie sehr sich die Entwicklung des Konflikts zwischen Iran und Israel auf den Aktienmarkt auswirkt: Am Montag (16. Juni 2025) hatten sich die wichtigsten Aktienkurse erholt, nachdem bekannt wurde, dass der Iran einen Waffenstillstand und die Wiederaufnahme von Verhandlungen über sein Atomprogramm anstrebt.
Nahost-Konflikt droht zu eskalieren: Wichtige Fed-Entscheidung steht bevor
Für Nervosität an den Aktienmärkten sorgte auch die Erwartung des Zinsentscheids der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Trotz anhaltender Kritik aus dem Weißen Haus dürften die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell keine Zinssenkung durchführen. Der US-Präsident hatte Powell zuletzt häufig verbal attackiert und den Fed-Chef dazu gedrängt, die Zinsen zu senken. Doch Powell blieb bislang eisern.
Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen die Geldmarktbewegungen eine Zinssenkung von etwa 46 Basispunkten bis Ende 2025 ein, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im September bei 55 Prozent liegt.
Iran-Israel-Konflikt lässt Ölpreise explodieren – Trumps Steuergesetz lässt Energie-Aktien fallen
Auch die steigenden Energiepreise beeinflussen den US-Aktienmarkt. Der Iran-Israel-Konflikt lässt die Ölpreise in die Höhe schnellen, seitdem der Iran mit einer Sperrung der Straße von Hormus gedroht hatte, wächst auch die weltweite Versorgungsunsicherheit.
Und noch ein weiteres Problem beschäftigt die Anleger und Republikaner: Die Aktienkurse der Solarkonzerne gaben nach, nachdem der Senat mit seinen Änderungen an Trumps Steuersenkungsgesetz eine schrittweise Abschaffung der Steuergutschriften für Solar-, Wind- und Energieerzeugung bis 2028 vorsah. Aktien von Enphase Energy (ENPH.O) fielen um 23,7 Prozent und Sunrun (RUN.O) fiel um 41 Prozent. Die Republikaner im US-Senat stellten am späten Montag Änderungsvorschläge zu Präsident Trumps umfassendem Steuersenkungsgesetz vor, das im Mai 2025 das Repräsentantenhaus passiert hatte.
Es wird spekuliert, dass das umstrittene Steuergesetz auch zum Bruch von Elon Musk und Trump beigetragen haben könnte. Als Elon Musk die Steuerpläne der US-Regierung als „Abscheulichkeit“ bezeichnet hatte, entfachte eine Schlammschlacht zwischen ihm und Präsident Trump. Die New York Times wies darauf hin, dass Trumps Steuer-Gesetzespaket staatliche Subventionen und Steuernachlässe streicht, die Konsumenten den Kauf eines Elektroautos schmackhaft machen sollen. Das würde Musk und sein Unternehmen Tesla stark treffen. (bohy)
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