Ressourcenverschwendung

Mangelware Seltene Erden in der EU: Verschwendung eigener Rohstoffquellen

Die EU plant bis 2030 ein Viertel ihrer kritischen Rohstoffe zu recyceln. Allerdings wird weniger als ein Prozent der Seltenen Erden wiederverwertet. Europas Kreislaufwirtschaft entwickelt sich kaum weiter.

Berlin/Brüssel – Mit dem Critical Raw Materials Act hat sich die Europäische Union ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2030 sollen mindestens 25 Prozent der strategischen Rohstoffe aus Recycling stammen. Die Realität sieht aber anders aus. Informationen der Europäischen Kommission zufolge werden derzeit weniger als ein Prozent der in der EU verbrauchten Seltenen Erden recycelt. Die Zirkularitätsrate der gesamten EU lag laut Eurostat 2024 bei lediglich 12,2 Prozent – ein minimaler Anstieg von nur 0,1 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Die Abhängigkeit von Importen bleibt massiv: Europa bezieht 100 Prozent seiner schweren Seltenen Erden wie Terbium und 85 Prozent der leichten Elemente wie Neodym aus China. China baut etwa 70 Prozent der Seltenen Erden weltweit ab und verarbeitet dazu mehr als 90 Prozent der auf dem Weltmarkt angebotenen Seltenen Erden. Gleichzeitig hat die Volksrepublik diese Dominanz als Verhandlungshebel eingesetzt. Als das Land im April 2025 Exportbeschränkungen für mehrere schwere Seltene Erden und Magnete verhängte, kam es in Teilen Deutschlands zu Produktionsstillständen. Die Problematik ist nicht neu: Schon 2021 stellte die European Raw Materials Alliance in einem Call-for-Action-Report fest, dass 98 Prozent des EU-Marktes von chinesischen Importen abhängig waren. Trotz dieser Warnung hat sich die Recyclingrate von damals kaum erhöht.

Ambitionierte Ziele treffen auf ernüchternde Realität: Recycling-Pioniere kämpfen ums Überleben

Das Beispiel Bitterfeld zeigt die Schwierigkeiten der europäischen Recycling-Industrie exemplarisch. Im Mai 2024 eröffnete das Technologieunternehmen Heraeus dort die nach eigenen Angaben größte Recycling-Anlage für Seltene-Erden-Magnete in Europa. Die Anlage sollte jährlich rund 600 Tonnen magnetisches Pulver aus Seltenen Erden produzieren, mit Plänen zur Verdopplung auf 1.200 Tonnen. „Ich kann die genaue Zahl nicht nennen, aber wir sind nirgendwo in der Nähe der vollen Kapazität“, sagte David Christian Bender, Co-Leiter von Heraeus Remloy, gegenüber DW. Europäisches Recycling könne „nicht konkurrieren“ mit Lieferungen von Seltenen Erden aus China.

Jan Giese von der Tradium GmbH, einem der führenden Lieferanten für Technologiemetalle, Seltene Erden und Edelmetalle in Europa, nannte die Gründe: „relativ hohe Preise für interessantes Schrottmaterial“, höhere europäische Produktionskosten, „niedrigere Recyclingkapazitäten und daraus resultierende schlechtere Skaleneffekte“. Verschärfend kommt hinzu, dass der Preis für Neodymoxid laut Giese seit März 2022 kontinuierlich gefallen ist und Mitte 2024 einen Tiefpunkt erreichte.

Permanentmagnete aus Seltenen Erden sind das Herzstück energieeffizienter Elektromotoren – von der Windkraftanlage bis zum E-Auto.

Europas Elektroschrott: Ein ungenutzter Rohstoffschatz

Dabei schlummern gewaltige Mengen wertvoller Materialien im europäischen Elektroschrott. Das „Life Inspiree“-Projekt, eines von 47 strategischen Projekten unter dem Critical Raw Materials Act, entwickelt Verfahren zur großflächigen Extraktion von Seltenen Erden aus Computerfestplatten, Elektromotoren und Haushaltsgeräten. „Wir wollen Seltene Erden von einem importierten Risiko in eine wiedergewonnene Ressource verwandeln“, sagte Projektkoordinator Francesco Gallo laut der Europäischen Kommission. Das Projekt zielt darauf ab, jährlich bis zu 700 Tonnen wertvoller Seltener Erden zurückzugewinnen.

Laut den Vereinten Nationen werden weltweit jährlich etwa 7.200 Tonnen Seltene Erden verschwendet, wenn Elektronik weggeworfen wird, wie das Danish Technological Institute berichtet. In Europa wird fast die Hälfte des Elektroschrotts nicht gesammelt. Weniger als 40 Prozent werden recycelt, wie aus EU-Dokumenten hervorgeht.

Diese Länder besitzen die wertvollsten Rohstoffe der Erde

Platz 20: Peru ist reich an Bodenschätzen, insbesondere an mineralischen Rohstoffen wie Kupfer, Silber, Gold, Zink, Blei und Zinn. Weltweit gehört das südamerikanische Land zu den größten Förderern dieser Metalle. Darüber hinaus verfügt Peru über Vorkommen an Erdöl, Erdgas, Holz und landwirtschaftlichen Produkten. Geschätzter Wert: 1,10 Billionen US-Dollar
Platz 20: Peru ist reich an Bodenschätzen, insbesondere an mineralischen Rohstoffen wie Kupfer, Silber, Gold, Zink, Blei und Zinn. Weltweit gehört das südamerikanische Land zu den größten Förderern dieser Metalle. Darüber hinaus verfügt Peru über Vorkommen an Erdöl, Erdgas, Holz und landwirtschaftlichen Produkten. Geschätzter Wert: 1,10 Billionen US-Dollar. © tifonimages via imago-images.de
Platz 19: Chile ist reich an Rohstoffen, insbesondere an Kupfer und Lithium – und weltweit ein führender Produzent dieser Materialien, die für die Energiewende entscheidend sind. Weitere wichtige Rohstoffe sind Molybdän, Gold, Silber, Eisen und Nitrate. Die tragende Säule der chilenischen Wirtschaft ist der Bergbau. Geschätzter Wert: 1,5 Billionen US-Dollar.
Platz 19: Chile ist reich an Rohstoffen, insbesondere an Kupfer und Lithium – und weltweit ein führender Produzent dieser Materialien, die für die Energiewende entscheidend sind. Weitere wichtige Rohstoffe sind Molybdän, Gold, Silber, Eisen und Nitrate. Die tragende Säule der chilenischen Wirtschaft ist der Bergbau. Geschätzter Wert: 1,5 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Lucas Aguayo Araos
Platz 18: Norwegen verfügt über reiche Rohstoffvorkommen an Erdöl und Erdgas sowie mineralische Rohstoffe wie Eisenerz, Kupfer, Zink und Titan. Das Land hat auch bedeutende Vorkommen an kritischen Rohstoffen für die Energiewende, wie Kobalt, Lithium, Nickel und Seltene Erden. Geschätzter Wert: 1,98 Billionen US-Dollar
Platz 18: Norwegen verfügt über reiche Rohstoffvorkommen an Erdöl und Erdgas sowie mineralische Rohstoffe wie Eisenerz, Kupfer, Zink und Titan. Das Land hat auch bedeutende Vorkommen an kritischen Rohstoffen für die Energiewende, wie Kobalt, Lithium, Nickel und Seltene Erden. Geschätzter Wert: 1,98 Billionen US-Dollar. © Uwe Moser/Imago
Platz 17: Indonesien verfügt über reiche Rohstoffvorkommen, darunter Kohle, Kupfer, Gold, Zinn und Bauxit. Das asiatische Land ist besonders als Weltmarktführer bei der Nickelproduktion (im Bild) und für die Batterieherstellung wichtig. Geschätzter Wert: 2,13 Billionen US-Dollar
Platz 17: Indonesien verfügt über reiche Rohstoffvorkommen, darunter Kohle, Kupfer, Gold, Zinn und Bauxit. Das asiatische Land ist besonders als Weltmarktführer bei der Nickelproduktion (im Bild) und für die Batterieherstellung wichtig. Geschätzter Wert: 2,13 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Hariandi Hafid
Platz 16, Kasachstan: Der Rohstoffreichtum ist ein zentraler Pfeiler der Wirtschaft. Das Land verfügt über eine reiche Auswahl an Rohstoffen, darunter Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran und eine Vielzahl von Metallen wie Eisen, Kupfer, Blei, Zink, Chrom und Silber. Geschätzter Wert: 9,10 Billionen US-Dollar
Platz 16, Kasachstan: Der Rohstoffreichtum ist ein zentraler Pfeiler der Wirtschaft. Das Land verfügt über eine reiche Auswahl an Rohstoffen, darunter Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran und eine Vielzahl von Metallen wie Eisen, Kupfer, Blei, Zink, Chrom und Silber. Geschätzter Wert: 9,10 Billionen US-Dollar. © Cavan Images/IMAGO
Platz 15, Südafrika: Große Muldenkipper transportieren Platin-Palladium-Erz zur Verarbeitung. Das Land besitzt die weltweit größten Vorkommen an Platinmetallen, Chrom, Mangan und Vanadium. Weitere wichtige Rohstoffe sind Gold, Kohle, Diamanten, Eisenerz und Titan. Geschätzter Wert: 9,50 Billionen US-Dollar.
Platz 15, Südafrika: Große Muldenkipper transportieren Platin-Palladium-Erz zur Verarbeitung. Das Land besitzt die weltweit größten Vorkommen an Platinmetallen, Chrom, Mangan und Vanadium. Weitere wichtige Rohstoffe sind Gold, Kohle, Diamanten, Eisenerz und Titan. Geschätzter Wert: 9,50 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Zoonar.com
Platz 14: DR Kongo. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft und der Bergbau. Der Kongo verfügt über reichhaltige Vorkommen mineralischer Rohstoffe. Dazu zählen Kobalt, Kupfer, Zink, Silber, Diamanten, Germanium, Uran sowie die sogenannten Konfliktminerale Zinn, Tantal/Coltan, Wolfram und Gold. Geschätzter Wert: 10,8 Billionen US-Dollar
Platz 14: DR Kongo. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft und der Bergbau. Der Kongo verfügt über reichhaltige Vorkommen mineralischer Rohstoffe. Dazu zählen Kobalt, Kupfer, Zink, Silber, Diamanten, Germanium, Uran sowie die sogenannten Konfliktminerale Zinn, Tantal/Coltan, Wolfram und Gold. Geschätzter Wert: 10,8 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Zheng Yangzi
Platz 13, Nigeria: Ölplattform in der Hauptstadt Lagos. Das afrikanische Land verfügt über viele Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas, aber auch große Vorkommen landwirtschaftlicher Güter (Soja, Kakao, Sesam) und mineralischer Bodenschätze (Diamanten, Gold, Eisenerz, Bauxit, Tantal). Geschätzter Wert: bis zu 11,2 Billionen US-Dollar
Platz 13, Nigeria: Ölplattform in der Hauptstadt Lagos. Das afrikanische Land verfügt über viele Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas, aber auch große Vorkommen landwirtschaftlicher Güter (Soja, Kakao, Sesam) und mineralischer Bodenschätze (Diamanten, Gold, Eisenerz, Bauxit, Tantal). Geschätzter Wert: bis zu 11,2 Billionen US-Dollar. © Joerg Boethling/Imago
Platz 12: Vereinigte Arabische Emirate (VAE). Die wichtigsten Rohstoffe sind Erdöl und Erdgas, die für den Großteil des Wohlstands des arabischen Landes verantwortlich sind. Daneben verfügen die Emirate über weitere Ressourcen wie Sand, Gestein, Kalkstein, Mergel und Gips, die vor allem im Baugewerbe eingesetzt werden. Geschätzter Wert: 12,6 Billionen US-Dollar
Platz 12: Vereinigte Arabische Emirate (VAE). Die wichtigsten Rohstoffe sind Erdöl und Erdgas, die für den Großteil des Wohlstands des arabischen Landes verantwortlich sind. Daneben verfügen die Emirate über weitere Ressourcen wie Sand, Gestein, Kalkstein, Mergel und Gips, die vor allem im Baugewerbe eingesetzt werden. Geschätzter Wert: 12,6 Billionen US-Dollar. © Pond5 Images/Imago
Platz 11: Katar verfügt hauptsächlich über die drittgrößten Erdgas- und Erdölreserven der Welt und ist ein führender Exporteur von Flüssigerdgas (LNG). Die Wirtschaft des arabischen Landes ist stark von fossilen Brennstoffen abhängig, die rund 85 % der Exporterlöse ausmachen. Geschätzter Wert: bis zu 13,5 Billionen US-Dollar
Platz 11: Katar verfügt hauptsächlich über die drittgrößten Erdgas- und Erdölreserven der Welt und ist ein führender Exporteur von Flüssigerdgas (LNG). Die Wirtschaft des arabischen Landes ist stark von fossilen Brennstoffen abhängig, die rund 85 Prozent der Exporterlöse ausmachen. Geschätzter Wert: bis zu 13,5 Billionen US-Dollar. © IMAGO/NOUSHAD
Platz 10, Venezuela: Ölplattform in Maracaibo. Das südamerikanische Land verfügt über reichhaltige Rohstoffe, wobei Erdöl und Erdgas die wichtigsten sind und den Großteil der Exporte ausmachen. Darüber hinaus besitzt das Land beträchtliche, aber oft ungenutzte Vorkommen an Eisenerz, Bauxit, Gold und Lithium. Geschätzter Wert: 14,300 Billionen US-Dollar
Platz 10, Venezuela: Das südamerikanische Land verfügt über reichhaltige Rohstoffe, wobei Erdöl und Erdgas die wichtigsten sind und den Großteil der Exporte ausmachen. Darüber hinaus besitzt das Land beträchtliche, aber oft ungenutzte Vorkommen an Eisenerz, Bauxit, Gold und Lithium. Geschätzter Wert: 14,300 Billionen US-Dollar. © ZUMA Press Wire/Imago
Platz 9, Irak: Ein vom norwegischen Unternehmen DNO in der Nähe des Distrikts Zakho betriebenes Ölfeld. Der Irak ist reich an Rohstoffen, die hauptsächlich auf Erdöl und Erdgas konzentriert sind und den Großteil der Staatseinnahmen ausmachen. Geschätzter Wert: 15,900 Billionen US-Dollar
Platz 9, Irak: Ein vom norwegischen Unternehmen DNO in der Nähe des Distrikts Zakho betriebenes Ölfeld. Der Irak ist reich an Rohstoffen, die hauptsächlich auf Erdöl und Erdgas konzentriert sind und den Großteil der Staatseinnahmen ausmachen. Geschätzter Wert: 15,900 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Ismael Adnan Yaqoob
Platz 8: Australien (im Bild die Super-Pit-Goldmine in Westaustralien) verfügt laut der deutschen Rohstoffagentur über die weltweit größten Reserven an Blei, Zink, Nickel und Gold sowie an Rutil und Zirkon. Große Reserven an weiteren Bodenschätzen liegen ebenfalls in Australien. Geschätzter Wert: 19,900 Billionen US-Dollar
Platz 8: Australien (im Bild die Super-Pit-Goldmine in Westaustralien) verfügt laut der deutschen Rohstoffagentur über die weltweit größten Reserven an Blei, Zink, Nickel und Gold sowie an Rutil und Zirkon. Große Reserven an weiteren Bodenschätzen liegen ebenfalls in Australien. Geschätzter Wert: 19,900 Billionen US-Dollar. © McPHOTO/B. Leitner/Imago
Platz 7, Brasilien: Güterzug mit Eisenerz nahe Cacapava (Staat São Paulo). Das Land zählt zu den weltweit größten Produzenten von Erzen und Mineralien wie Eisenerz, Niob und Mangan. Zudem gibt es bedeutende Vorkommen an Graphit, Kupfer, Zinn, Gold und seltenen Erden. Geschätzter Wert: 21,800 Billionen US-Dollar.
Platz 7, Brasilien: Güterzug mit Eisenerz nahe Cacapava (Staat São Paulo). Das Land zählt zu den weltweit größten Produzenten von Erzen und Mineralien wie Eisenerz, Niob und Mangan. Zudem gibt es bedeutende Vorkommen an Graphit, Kupfer, Zinn, Gold und seltenen Erden. Geschätzter Wert: 20 Billionen US-Dollar. © Fotoarena/Imago
Platz 6, China: Yuncheng-Salzsee, eine der größten Quellen für Natriumsulfat. China verfügt über reiche Vorkommen an weiteren Rohstoffen wie Kohle, Erdöl, Erdgas und metallischen Erzen. Dazu kommen Seltene Erden. Geschätzter Wert: 23,000 Billionen US-Dollar
Platz 6, China: Yuncheng-Salzsee, eine der größten Quellen für Natriumsulfat. China verfügt über reiche Vorkommen an weiteren Rohstoffen wie Kohle, Erdöl, Erdgas und metallischen Erzen. Dazu kommen Seltene Erden. Geschätzter Wert: 23,000 Billionen US-Dollar. © IMAGO/CFOTO
Platz 5, Iran: South-Pars-Gasfeld in Assaluyeh in der Provinz Buschehr. Erdöl und Erdgas sind die wichtigsten Einnahmequellen. Zudem gibt es Vorkommen an Kohle, Kupfer, Chrom, Eisen, Blei, Zink und Uran. Geschätzter Wert: 27,300 Billionen US-Dollar
Platz 5, Iran: South-Pars-Gasfeld in Assaluyeh in der Provinz Buschehr. Erdöl und Erdgas sind die wichtigsten Einnahmequellen. Zudem gibt es Vorkommen an Kohle, Kupfer, Chrom, Eisen, Blei, Zink und Uran. Geschätzter Wert: 27,300 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Iranian Presidency
Platz 4, Kanada: Ölquelle im Südwesten von Saskatchewan. Uran, Zink und Gas sind weitere Bodenschätze des nördlichen US-Nachbarn. Geschätzter Wert: 33,200 Billionen US-Dollar
Platz 4, Kanada: Ölquelle im Südwesten von Saskatchewan. Uran, Zink und Gas sind weitere Bodenschätze des nördlichen US-Nachbarn. Geschätzter Wert: 33,200 Billionen US-Dollar. © IMAGO/imageBROKER/Cliff LeSergent
Platz 3: Saudi-Arabien ist reich an Rohstoffen, Erdöl und Erdgas bilden die wirtschaftliche Grundlage und machen rund ein Fünftel der weltweiten Reserven aus. Auch Gold, Phosphat, Kupfer und Zink spielen eine Rolle. Geschätzter Wert: 34,400 Billionen US-Dollar
Platz 3, Saudi-Arabien: Das Land ist reich an Rohstoffen. Erdöl und Erdgas bilden die wirtschaftliche Grundlage und machen rund ein Fünftel der weltweiten Reserven aus. Auch Gold, Phosphat, Kupfer und Zink spielen eine Rolle. Geschätzter Wert: 34,400 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Zoonar.com/Maksym Yemelyanov
Platz 2, USA: Erdgas-Bohranlage mit amerikanischer Flagge – auch Kupfer und Gold zählen zu den wichtigsten Rohstoffen des Landes. Geschätzter Wert: 45,000 Billionen US-Dollar
Platz 2, USA: Erdgas-Bohranlage mit amerikanischer Flagge – auch Kupfer und Gold zählen zu den wichtigsten Rohstoffen des Landes. Geschätzter Wert: 45,000 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Zoonar.com/Michael Turner
Platz 1 geht an Russland: Die Lagerstätten von Jakowlewskoje enthalten schätzungsweise über neun Milliarden Tonnen eisenreiches Erz. Auch mit Zink, Gold und Gas verdient Russland viel Geld. Geschätzter Gesamtwert: 75,700 Billionen US-Dollar
Platz 1 geht an Russland: Die Lagerstätten von Jakowlewskoje enthalten schätzungsweise über neun Milliarden Tonnen eisenreiches Erz. Auch mit Zink, Gold und Gas verdient Russland viel Geld. Geschätzter Gesamtwert: 75,700 Billionen US-Dollar. © Anton Vergun/IMAGO

Wie Europa seine Unabhängigkeit wegschreddert: Strukturelle Hindernisse bremsen die Kreislaufwirtschaft

Die Probleme gehen über einzelne Projekte hinaus. „Unterschiede bei der Zirkularitätsrate zwischen EU-Ländern hängen vom Gleichgewicht ab zwischen neu aus der Umwelt entnommenen Ressourcen und jenen, die wieder in die Wirtschaft zurückfließen“, heißt es im Eurostat-Bericht. Während die Niederlande 2024 mit 32,7 Prozent die höchste Zirkularitätsrate erreichten, lag Rumänien bei nur 1,3 Prozent. Deutschland kam trotz seines Rufs als Recycling-Vorreiter lediglich auf 15 Prozent.

Pascal Leroy, Generaldirektor des WEEE Forum, einer Brüsseler Non-Profit-Organisation, sagte gegenüber DW: „Eine grüne Mine ist ein Oxymoron. Sie beinhaltet immer Umweltzerstörung und Verschmutzung.“ Recycling sei die sauberere Alternative. Doch die EU-Kommission räumt ein, dass Brüssel zwar mehrere Projekte zur Erschließung privater Finanzierung genehmigt habe, dies aber wahrscheinlich nicht ausreiche, um die Waage zu kippen.

Bis 2030 bleibt wenig Zeit: Ohne verbindliche Quoten keine Wende beim Rohstoff-Recycling

Verbindliche Quoten und finanzielle Anreize werden allerdings von mehreren Seiten gefordert. Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, nannte Recycling-Quoten und Steuergutschriften als mögliche Lösungen – allerdings „in enger Abstimmung innerhalb der EU“. David Christian Bender von Heraeus Remloy wurde da schon deutlicher: Er forderte gegenüber DW „verbindliche Quoten sowie finanzielle oder steuerliche Anreize für den Einsatz recycelter europäischer Magnete, insbesondere in der Automobilindustrie“. Seine Warnung: „Die Situation ist sehr herausfordernd. Wenn jetzt nichts getan wird, kann ich keine Veränderung bis 2030 erkennen.“

Die Kommission plant zwar Anfang 2026 eine Plattform zur Verbindung von Käufern und Lieferanten strategischer Rohstoffe. Doch solange Kunden nicht bereit sind, mehr für europäische Produkte zu zahlen, kämpfen Recycling-Unternehmen mit der Rentabilität. Die EU-Ziele für 2030 rücken damit in weite Ferne – während wertvolle Rohstoffe weiterhin im Schredder landen. (ls)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Xinhua

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