„Sicherer Hafen“

Rekordjagd beim Goldpreis: Anleger flüchten vor Donald Trump - Das müssen Verbraucher jetzt wissen

Der Goldpreis steigt immer weiter und befindet sich auf Rekordjagd. Das Edelmetall ist nun teuer wie nie. Der Grund dafür ist vor allem US-Präsident Donald Trump.

Der Goldpreis hat am Montag (26. Januar) an der Londoner Metallbörse erstmals die historische Marke von 5000 US-Dollar überschritten. Im frühen Handel kletterte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) um bis zu zwei Prozent auf 5093 US-Dollar, umgerechnet etwa 4296 Euro.

Damit setzt das Edelmetall seinen Höhenflug fort, nachdem es bereits im Vorjahr um 65 Prozent zugelegt hatte – das stärkste Jahresplus seit 1979. Die Rekordjagd hat sich dabei vor allem zu Jahresbeginn beschleunigt: Allein in den ersten Wochen des laufenden Jahres 2026 verteuerte sich Gold um knapp 18 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Preisanstieg mehr als 2000 Dollar.

Gold gilt vielen Anlegern als sicherer Hafen in Zeiten politischer Krisen (Archivbild)

Donald Trump treibt Goldpreis auf Rekordhoch

Preistreiber im vergangenen Jahr waren unter anderem die vielen Konflikte weltweit. Auch 2026 sorgten politische Spannungen für eine höhere Nachfrage. So führten Experten die Gewinne in den ersten Handelstagen des Jahres vor allem auf die Lage im Iran und die zeitweisen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen acht europäische Staaten im Zusammenhang mit Grönland zurück. „Die Regierung Trump hat einen dauerhaften Bruch mit der bisherigen Vorgehensweise verursacht, und deshalb flüchten jetzt alle in Gold als einzige Alternative“, sagte Kyle Rodda, Marktanalyst bei Capital.com, laut Reuters

Denn Edelmetalle – allen voran Gold – gelten bei vielen Investoren als „sichere Häfen“ in Krisenzeiten. Dazu kommt dem Analysten Stephen Innes zufolge die Unsicherheit über die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Die US-Justiz hat Ermittlungen gegen Fed-Chef Jerome Powell eingeleitet. Darin geht es offiziell zwar um gestiegene Kosten bei der Sanierung der Fed-Zentrale in Washington. Powell selbst sieht den eigentlichen Grund jedoch darin, dass er Trumps Forderungen nach stärkeren Zinssenkungen nicht nachgibt.

Zentralbanken stocken Goldreserven auf - hohe Nachfrage

Zentralbanken weltweit, insbesondere aus Schwellenländern wie China, haben ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren deutlich aufgestockt. Diese Käufe sollen die nationalen Reserven unabhängiger vom US-Dollar machen. Gleichzeitig gelten sie als wichtiger Preistreiber.

Auch sinkende Zinsen, wie zuletzt von der US-Notenbank Fed, spielen oft eine Rolle, wenn der Goldpreis steigt. Da Gold weder Zinsen noch Dividenden abwirft, verstärkt die Aussicht auf fallende Zinsen die Nachfrage nach dem Edelmetall. Bei niedrigeren Zinsen werden festverzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen im Vergleich dazu weniger attraktiv. 

Goldpreis auf Rekordhoch: Was Verbraucher tun sollten

Gold wird als wertbeständig angesehen und hat über lange Zeiträume hinweg seinen Wert behalten. Das Edelmetall hat Kriege, Währungsreformen und Rezessionen überstanden, was es für viele als langfristige Anlage attraktiv macht. Stiftung Warentest empfiehlt etwa, rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. Gold solle jedoch nur mit Geld gekauft werden, das man langfristig entbehren kann.

Trotz des Höhenflugs halten einige Banken noch höhere Goldpreise für möglich. So hob die US-Investmentbank Goldman Sachs jüngst ihre Prognose für Ende 2026 von 4900 auf 5400 Dollar je Feinunze an. „Unsere Prognose für ⁠das Jahr ist, dass Gold einen Höchststand von 6400 Dollar je Feinunze bei einem Durchschnitt ‍von 5375 Dollar erreichen wird“, sagte der unabhängige ⁠Analyst Ross Norman laut Reuters. Zugleich warnen manche Experten, der Gold-Rekordlauf sei übertrieben. (Quellen: dpa, Reuters, AFP)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/dpa-tmn

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