Edelmetalle mit Potenzial

Silber überholt Gold dramatisch: Warum das „Breakout-Metall“ jetzt bei 79 Dollar steht

Gold und Silber starten stark ins neue Jahr. Das hat eine Reihe von Gründen und beschert den Edelmetallen auch für 2026 eine sehr positive Prognose für die Entwicklung. Was man wissen sollte.

London/New York – Gold und Silber haben das Jahr 2025 mit einer außergewöhnlichen Performance abgeschlossen und setzen diese Dynamik in den ersten Tagen des Jahres 2026 fort. Insbesondere Silber verzeichnete im vergangenen Jahr ein historisches Wachstum und übertraf die Wertsteigerung von Gold deutlich.

Gold und Silber glänzen auch 2026

Gold zeigt einen starken und soliden Aufwärtstrend

Gold beendete das Jahr 2025 bei etwa 4.368 US-Dollar pro Feinunze, was einem Jahresplus von rund 67 % entspricht. Kurz vor Weihnachten erreichte der Preis mit etwa 4.550 USD ein Rekordhoch, bevor leichte Gewinnmitnahmen einsetzten. Nach einem schwächeren Start am 2. Januar bei ca. 4.330 USD löste eine geopolitische Krise zwischen den USA und Venezuela eine Flucht in „sichere Häfen“ aus und schob den Goldpreis wieder an. Aktuell notiert der Goldpreis bei etwa 4.470 USD (ca. 4.090 EUR). Damit ist Gold im Vergleich zum Vormonat bereits wieder um ca. 6,7 % gestiegen.

Silber ist der Star unter den Edelmetallen

Silber war das „Breakout-Metall“ des Jahres 2025 mit einem massiven Anstieg von 149 Prozent. Es schloss das Jahr bei rund 72 USD ab, nachdem es im Dezember kurzzeitig ein Allzeithoch von über 83 USD markiert hatte. Ähnlich wie Gold startete Silber mit starken Gewinnen in das neue Jahr. Bereits am 5. Januar stieg der Preis auf über 75 USD. In den ersten Januartagen hat sich der Silberpreis um weitere 3,68 % (in USD) bzw. 4,16 % (in EUR) verteuert und handelt am 7. Januar um die 79 USD.

Viele Faktoren treiben die Preise bei Gold und Silber

Der Goldpreis wird Anfang 2026 von einem Zusammenspiel aus geopolitischen Krisen, geldpolitischen Erwartungen und struktureller Nachfrage auf Rekordniveaus getrieben. Dabei profitiert Gold massiv von seiner Rolle als Krisenwährung. Aktuell treibt insbesondere die Krise zwischen den USA und Venezuela Investoren in die Sicherheit des Edelmetalls. Auch allgemeine Sorgen um die Stabilität der USA und globale Handelskonflikte (Zölle) stützen den Kurs. Die Zentralbanken weltweit schichten ihre Reserven ebenfalls verstärkt vom schwachen US-Dollar in physisches Gold um. Ziel ist es, die Abhängigkeit vom Dollar zu verringern und sich gegen mögliche Sanktionen abzusichern. 

Ferner reagiert der Goldpreis auch hochsensibel auf die Politik der US-Notenbank (Fed). Erwartete oder bereits erfolgte Zinssenkungen machen Gold attraktiver, da die Opportunitätskosten (entgangene Zinsen bei anderen Anlagen) sinken. Ein schwächerer US-Dollar, oft eine Folge niedrigerer Zinsen, verteuert Gold zudem für Käufer in anderen Währungsräumen. Aber auch die historisch hohe Staatsverschuldung in Industrieländern wie den USA schürt Sorgen um die langfristige Stabilität von Papierwährungen. Gold dient hierbei als klassischer Schutz vor Inflation und zur langfristigen Kaufkrafterhaltung. 

Nach der Rekordrallye von 2025 investieren außerdem wieder vermehrt professionelle Fonds und ETFs in Gold, um ihre Portfolios zu diversifizieren. Experten wie JPMorgan prognostizieren aufgrund dieser anhaltenden Nachfrage einen weiteren Anstieg bis Ende 2026. 

Silber ist zu knapp am Markt und ein wichtiges Industriemetall

Der Silberpreis wird zusätzlich zu den bereits genannten Faktoren durch eine wachsende und strukturelle Nachfrage als Industriemetall getrieben, die das Angebot zunehmend übersteigt. Dabei ist die Solarindustrie einer der größten Wachstumstreiber bei der Nachfrage. Silber ist ein unverzichtbarer Bestandteil von Solarzellen. Mit dem globalen Ausbau erneuerbarer Energien und der Energiewende steigt der Bedarf an Silber kontinuierlich an. Schätzungen gehen davon aus, dass die Solarbranche bald mehr als die Hälfte der gesamten industriellen Silbernachfrage ausmachen könnte.

Der Vormarsch von KI erfordert massive Investitionen in Rechenzentren, Server und Hochleistungselektronik. Silber wird aufgrund seiner unübertroffenen Leitfähigkeit in Chips, Platinen und Lötmitteln verwendet. Jeder technologische Fortschritt, der auf Elektronik basiert, erhöht den Silberbedarf. Auch im Bereich der E-Mobilität ist Silber gefragt. Es wird in Batteriemanagementsystemen, Steckverbindern und verschiedenen elektronischen Steuergeräten in modernen Elektrofahrzeugen verbaut.

Die Kombination aus konstant hoher bis steigender Nachfrage und einem stagnierenden bis leicht sinkenden Minenangebot führt zu einem erheblichen Angebotsdefizit am physischen Markt. Dieses Defizit zwingt dazu, Lagerbestände abzubauen, was den Preis nach oben treibt. Analysen von Instituten, wie dem Silver Institute bestätigen, dass der Markt strukturell unterversorgt ist. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Silber nicht nur von Ängsten vor Inflation und Krisen profitiert, sondern auch von der realen, physischen Nachfrage durch die Schlüsseltechnologien der Zukunft.

Wie geht es 2026 bei Gold und Silber weiter?

Der Ausblick für Gold und Silber im Jahr 2026 bleibt überwiegend optimistisch, wobei viele Experten mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends rechnen, wenn auch möglicherweise in einem stabileren Tempo als im Rekordjahr 2025. 

Die meisten großen Finanzinstitute sehen den Goldpreis am Jahresende deutlich über dem aktuellen Niveau. Morgan Stanley erwartet einen Anstieg auf 4.800 USD bis zum vierten Quartal 2026, getrieben durch Zinssenkungen der Fed und anhaltende Käufe der Zentralbanken. J. P. Morgan prognostiziert einen Durchschnittspreis von 5.055 USD im vierten Quartal 2026.
Goldman Sachs und Deutsche Bank sehen Potenzial für einen Anstieg auf ca. 4.900 USD bzw. fast 5.000 USD. Die Bank of America erwartet, dass Gold als Absicherung in Portfolios wichtig bleibt, und prognostiziert einen Durchschnitt von 4.538 USD. 

Silber wird weiterhin durch seine Doppelrolle als Krisenwährung und Industriemetall gestützt, wobei die Schätzungen teils stark variieren. Die HSBC hat die Prognose für 2026 deutlich auf durchschnittlich 68,25 USD angehoben (zuvor 44,50 USD), sieht aber ein Jahresendziel bei 62 USD aufgrund möglicher Substitutionseffekte in der Industrie. Die Bank of America sieht Silber bei durchschnittlich 56 USD mit Spitzen bis 65 USD, während die UBS ein Zwischenziel von 55 USD bis Mitte 2026 anpeilt. In optimistischen Szenarien halten technische Analysen und Marktexperten bei anhaltender Dynamik Kurse zwischen 80 USD und 95 USD für möglich. 

Wichtige Einflussfaktoren auf die weitere Entwicklung der Edelmetalle werden sowohl die Geldpolitik als auch die Geopolitik, die Zentralbanken sowie bei Silber die Entwicklung der industriellen Nachfrage sein. Weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Fed senken die Opportunitätskosten für unverzinste Edelmetalle und treiben dann die Nachfrage an. Krisenherde wie aktuell Venezuela und die allgemeine politische Unsicherheit in den USA stützen außerdem die Nachfrage nach „sicheren Häfen“. Ferner wird wohl auch bei den Zentralbanken die Diversifizierung weg vom US-Dollar voraussichtlich anhalten. Der Bedarf der Solar- und KI-Branche bleibt hoch, auch wenn hohe Preise erste Bemühungen zur Einsparung auslösen könnten.

Gold oder Silber? Die Optionen für Anleger

Wer in Edelmetalle investieren möchte, sollte seine persönlichen Ziele definieren. Für 2026 zeichnet sich ab, dass Gold weiterhin die Basis für Sicherheit bildet, während Silber als chancenreiches Industriemetall eine dynamische Ergänzung darstellt. 

Gold dient dabei primär dem Werterhalt und der Absicherung gegen Inflation und Krisen. Es ist weniger volatil als Silber und wird weltweit als ultimative Ersatzwährung anerkannt. Experten empfehlen einen Portfolioanteil von 5 bis 10 Prozent. Silber ist deutlich schwankungsanfälliger (volatiler), bietet aber 2026 aufgrund des strukturellen Angebotsdefizits und der hohen Nachfrage aus der Solar- und KI-Industrie oft ein höheres Renditepotenzial. Es gilt 2026 bei vielen Experten als Favorit für eine Outperformance gegenüber Gold. 

Die Entscheidung zwischen physischem Besitz und Wertpapieren ist eine Abwägung zwischen Sicherheit und Flexibilität. Für einen physischen Besitz in Form von Barren oder Münzen spricht die hohe Sicherheit, da man hier im Krisenfall einen direkten Zugriff hat. Bei reinen Wertpapieren, die die Preisentwicklung abbilden, bleibt hingegen immer das Emittentenrisiko, denn bei einer Insolvenz des Anbieters drohen dann Verluste, wenn es sich nicht um physisch hinterlegte ETCs handelt. Allerdings bringt der physische Besitz auch Kosten mit sich, in Form von Lagerkosten oder höheren Aufgeldern beim Kauf. Das wiederum spart man sich bei Wertpapieren, die man für geringe Gebühren erwerben kann. Allerdings sind physische Edelmetalle nach einer Haltedauer von zwölf Monaten beim Verkauf in Deutschland steuerfrei, wohingegen Gewinne aus einem Wertpapierverkauf der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent unterliegen. Wertpapiere lassen sich jedoch einfach per Mausklick verkaufen, bei einem physischen Verkauf hingegen fällt immer auch ein Transport oder Versand an.

Wer also stärker auf Krisenvorsorge setzt, sollte durchaus in physische Metalle investieren. Um spekulative Gewinne zu realisieren, eignen sich eher Wertpapiere und dabei besonders physisch hinterlegte ETCs. Viele Anleger nutzen 2026 Gold als stabilen Kern in physischer Form und mischen Silber (physisch oder als ETC) für die zusätzliche Renditechance bei. (Quellen: Bloomberg, Handelsblatt, Tagesschau, Gold Avenue, Bullion by Post) (sts)

Rubriklistenbild: © KH BLASINGER

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Kommentare