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Teil 1 – Zum Jahresende fällt der Preis von Silber und Gold: Welches Investment lohnt sich 2026?
Gold und Silber unterliegen zum Jahresende starken Kursschwankungen. Anleger sichern Gewinne ab. Supermacht China treibt den Goldmarkt. Teil 1 der dreiteiligen Marktanalyse von Merkur.de.
Berlin/Frankfurt a. M. – Die Edelmetallmärkte zeigen sich zum Jahresende 2025 volatil. Nach den Rekorden am Rohstoffmarkt nehmen Investoren ihre Gewinne mit. Besonders hart traf es dabei Silber: Der Preis brach zeitweise um zehn Prozent ein. Auch Gold und Platin verzeichneten deutliche Verluste, nachdem sie zuvor auf historische Höchststände geklettert waren. Die hohen Schwankungen machen Edelmetallinvestments kurzfristig sehr riskant, auch für erfahrene Anleger.
Dabei hatte 2025 für Gold außergewöhnlich begonnen und setze auch im weiteren Verlauf seine Rally fort. Laut aktuellen Kursdaten notierte eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) Ende Dezember 2025 zeitweise bei über 4.500 US‑Dollar pro Feinunze – was sowohl durch geopolitische Unsicherheiten als auch durch Erwartungen an Zinssenkungen der US‑Notenbank gestützt wurde.
Daten zeigen, dass der Goldpreis im Jahr 2025 insgesamt deutlich zulegen konnte: Im Vergleich zum Jahresbeginn stieg der Kurs um mehr als 70 Prozent in US‑Dollar gerechnet, was die höchste Jahresperformance seit Jahrzehnten darstellt. Auch in Euro blieb der Trend positiv: In europäischen Werten lag der Goldpreis Ende Dezember 2025 bei rund 3.800 Euro je Feinunze, ebenfalls deutlich über dem Niveau zu Jahresbeginn. Im November verzeichnete Gold den stärksten Monatsrückgang seit mehr als einem Jahr. Und Silber markierte im Oktober mit über 50 US-Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch – ein Zuwachs von rund 85 Prozent seit Jahresbeginn. Die Spekulationsspitzen von 1980 und das Hoch von 2011 wurden damit übertroffen.
„Angst und Misstrauen“ zwischen Nationen: China kauft russisches Gold in Rekordmengen
Und während die Preise für Privatanleger und Großinvestoren schwanken, kauft China in beispiellosem Umfang Gold. Die Supermacht erwarb im November 2025 Gold im Wert von 961 Millionen US-Dollar aus Russland – der größte Goldhandel in der Geschichte der bilateralen Beziehungen. Dies war bereits der zweite Monat in Folge, in dem die Goldlieferungen aus Russland nach China 900 Millionen US-Dollar überstiegen. Im Oktober lagen die Exporte bei geschätzten 930 Millionen US-Dollar. Die genauen Zahlen der Importe beruhen auf Handelsdaten, die eine vollständige Erfassung nicht garantieren – inoffizielle Schätzungen gehen von höheren Mengen aus.
Von Januar bis November importierte China insgesamt russisches Gold im Wert von 1,9 Milliarden US-Dollar – fast neunmal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als die Käufe 223 Millionen US-Dollar nicht überschritten. Der starke Anstieg erfolgt im Rahmen von Chinas Politik, seine Goldreserven zu erhöhen, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern. Adrian Ash, Forschungsdirektor bei BullionVault in London, erklärte gegenüber Kitco News, dass es überraschend sei, dass China seine Goldkäufe trotz Rekordpreisen überhaupt weiter melde. „Die Botschaft an die Öffentlichkeit ist klar: Gold zu kaufen ist eine gute Idee“, so Ash. Er fügte hinzu, dies repräsentiere das Aufkommen eines geopolitischen Szenarios, das von „Angst und Misstrauen“ zwischen Nationen dominiert werde.
Krieg, Geld, Macht: Chinas wahre Goldreserven deutlich höher als offiziell angegeben
Die in offiziellen Daten erfassten Käufe könnten nur die Spitze des Eisbergs sein. Im Oktober schätzte die französische Großbank Société Générale auf Basis des Kontrasts zwischen Barrenimporten, heimischer Produktion und offiziellen Reserven, dass Pekings tatsächliche Goldkäufe zehnmal höher sein könnten als die Zahlen der chinesischen Zentralbank – 250 Tonnen statt 25 Tonnen. Die Analyse basierte auf britischen Goldexporten, einem der zuverlässigsten Indikatoren für physische Ströme. Diese Metrik zeigt, dass China seit Mitte 2022 mehr als 1080 Tonnen Gold zu seinen Reserven hinzugefügt hat.
Forbesberichtete im November, dass China die „Goldlücke“ zu den USA rasch schließe. Inoffizielle Schätzungen der australischen ANZ Bank beziffern Chinas Goldreserven auf bis zu 5500 Tonnen – mehr als das Doppelte der offiziell gemeldeten 2303,5 Tonnen. Falls korrekt, würde diese Berechnung China von Platz sieben auf Platz zwei der Goldbesitz-Rangliste heben, über Deutschlands 3350,3 Tonnen, aber hinter den 8133,5 Tonnen der USA. [Zur Einordnung: In der Geschichte der Menschheit wurden weltweit bisher über 210.000 Tonnen Gold gefördert, die als oberirdische Bestände existieren (Schmuck, Barren, Zentralbanken)] Jeff Currie, Chief Strategy Officer of Energy Pathways beim Fondsmanager Carlyle, sagte gegenüber der Financial Times: „China kauft Gold als Teil einer De-Dollarisierungsstrategie.“
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From Russia with Gold: Russland liquidiert erstmals Gold aus Staatsreserven
Parallel dazu berichtete der ukrainische Nachrichtendienst UNN Ende November, dass die Zentralbank Russlands erstmals in der Geschichte souveränes Gold aus ihren Reserven direkt auf dem heimischen Markt verkauft. „Für die Regulierungsbehörde ist dies ein erzwungener Schritt: Gold wird faktisch zu einem Werkzeug, um den Rubel zu stützen, die Unternehmensliquidität zu flicken und Budgetbedürfnisse zu decken, während andere Ressourcen rapide erschöpft werden“, hieß es in dem Bericht.
Der Bericht schätzte, dass die russische Zentralbank in diesem Jahr bis zu 230 Tonnen Gold im Wert von 30 Milliarden US-Dollar verkaufen könnte und mindestens weitere 115 Tonnen im Wert von 15 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026. In einem separaten Bericht erklärte Russlands Zentralbank laut Reuters, dass Zentralbanken in Schwellenländern Gold kauften, um ihre internationalen Reserven zu diversifizieren, teilweise wegen der Pläne der G7, Milliarden US-Dollar an eingefrorenen russischen Vermögenswerten zu beschlagnahmen.
1444 Tonnen gute Argumente: Größter Goldfund in China seit Gründung der Volksrepublik
Parallel zu den massiven Käufen meldete China einen spektakulären Fund. Laut Euronews gab das chinesische Ministerium für natürliche Ressourcen Mitte November 2025 die Entdeckung der größten Goldlagerstätte bekannt, die seit der Gründung der Volksrepublik 1949 im Land gefunden wurde. Die Dadonggou-Lagerstätte in der Provinz Liaoning enthält schätzungsweise 1444 Tonnen Goldreserven. Das Projekt wurde von der staatlichen Liaoning Geological and Mining Group durchgeführt, die fast 1000 Techniker und Arbeiter einsetzte und die Exploration in nur 15 Monaten abschloss – eine ungewöhnlich kurze Zeit für eine Lagerstätte dieser Größe. Die Lagerstätte enthält geschätzte 2,586 Millionen Tonnen Erz mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,56 Gramm pro Tonne. Beim aktuellen Preisniveau ist dieses Goldvolumen mehr als 166 Milliarden Euro wert.
Das Ministerium beschrieb den Fund als „ultra-groß“, aber minderwertig, und erklärte, er habe bereits eine erste wirtschaftliche Machbarkeitsprüfung bestanden. Die Behörden haben den genauen Standort über die Bestätigung hinaus, dass er sich in der östlichen Provinz Liaoning befindet, nicht offengelegt, was Spekulationen über strategische Überlegungen hinter der begrenzten Offenlegung auslöste. Solche Funde nähren zudem die Vorstellung, Gold sei eine knappe Ressource. Doch was wäre, wenn man das Edelmetall einfach künstlich herstellen könnte? HIER geht es weiter zu Teil 2. (ls)
Disclaimer: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung, keine sonstige Empfehlung und kein Angebot zum Kauf von Wertpapieren oder zur Vornahme bestimmter Investitionen dar.