Langfristig teurer
Iran-Krieg: Tanken so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr – Bleibt das so?
Deutsche Autofahrer spüren die Folgen der Iran‑Eskalation an der Zapfsäule: Die Spritpreise sind deutlich gestiegen. Ein ADAC‑Experte warnt vor weiteren Teuerungen. Das kann man tun, um günstiger zu tanken.
Der Iran‑Konflikt wirkt sich auch auf die Geldbörse vieler Deutscher aus: Am Montagmorgen mussten Autofahrer beim Tanken deutlich höhere Preise an der Zapfsäule in Kauf nehmen. Die Ölpreise sind über das Wochenende durch die Eskalation im Nahen Osten gestiegen. Benzin und Diesel sind so teuer wie zuletzt im Jahr 2024. Ein ADAC-Sprecher gibt ein beunruhigendes Update: Kommt es etwa längerfristig zu einem Anstieg?
Benzin so teuer wie seit fast zwei Jahren nicht mehr: Laut ADAC-Experten kein Ende in Sicht
Der Konflikt im Nahen Osten macht sich nun auch an den Tankstellen bemerkbar. Die Ölpreise zogen bereits deutlich an, da die Straße von Hormus, eine zentrale Handelsroute für Rohöl, aktuell blockiert ist. Ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls wird eigentlich durch diese Meerenge transportiert. Wie lange der Konflikt anhalten wird, ist nicht absehbar. Am Montagmorgen stiegen die Preise daher zeitweise stark an: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich in der Spitze um 13 Prozent auf 82,37 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2025.
Im Tagesdurchschnitt kostete ein Liter Super E10 in Deutschland am Sonntag bereits 1,6 Cent mehr als am Freitag, dem Tag vor den Angriffen. Diesel verteuerte sich im gleichen Zeitraum um 1,3 Cent. Die Preise vom Sonntag sind rekordverdächtig: Ein Liter E10 kostete 1,794 Euro, Diesel 1,759 Euro – die höchsten Werte seit Mai bzw. April 2024. Setzt sich der Aufwärtstrend fort, könnte Diesel sogar teurer werden als 2023. Die Spritpreise schwanken zwar täglich stark, weshalb Tagesdurchschnitte nur bedingt vergleichbar sind. Die Daten wurden jedoch jeweils um 10:30 Uhr erfasst: Demnach stiegen E10 um 5 Cent und Diesel um 5,2 Cent – am stärksten jedoch am Montag.
„Ich befürchte, dass es heute an den Zapfsäulen noch weiter nach oben geht“, kommentiert der Kraftstoffmarktexperte des ADAC, Christian Laberer. „Die Zahlen am Vormittag deuten auf eine Dimension von drei bis vier Cent.“ Sofern der Ölpreis nicht wieder nachgebe, könne dieser Aufwärtstrend auch in den kommenden Tagen anhalten, meint der Experte zur Deutschen Presseagentur.
Kurzfristig rechnet der ADAC nicht mit einer schnellen Entlastung an den Tankstellen. Und das, obwohl das Ölkartell Opec+ angekündigt hat, die Produktion auszuweiten, um Engpässe abzufedern. Der Beschluss fiel am 1. März und könnte mittelfristig für etwas Entspannung sorgen. Eine rasche Besserung gilt jedoch als unwahrscheinlich: „Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft länger“, so Laberer.
Wieso das Tanken vorerst nicht wieder günstiger werden wird – und wie man trotzdem günstig tankt
Was tun, um dennoch möglichst günstig zu tanken? Autofahrer können einige einfache Tipps beherzigen: Abends sind die Preise an der Zapfsäule in der Regel niedriger als in den Morgenstunden. Generell gilt: Stoßzeiten meiden und möglichst unter der Woche auftanken. Zudem lohnt es sich, die Tarife verschiedener Tankstellen online zu vergleichen. „Gerade in volatilen Zeiten können die Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen besonders hoch ausfallen.“
Eine aktuelle Analyse des Verbraucherportals Clever Tanken zeigt, dass die Spritpreise seit Monaten stark steigen. Im Februar erreichten die Kosten für Super E10 das höchste Niveau seit 19 Monaten. Im Vergleich zum Januar stieg der Liter Super E10 im Durchschnitt um rund zwei Cent, Diesel um etwa drei Cent. Für März erwartet der Dienst vor dem Hintergrund der Iran-Eskalation weitere deutliche Preissteigerungen.
Clever Tanken-Geschäftsführer Steffen Bock rät angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten dazu, nicht zu lange mit dem Tanken zu warten: Zieht der Ölpreis weiter an, folgen die Zapfsäulenpreise meist zeitnah. „Doch unabhängig davon, wie sich die Öl- und damit die Kraftstoffpreise in den nächsten Wochen entwickeln, können Autofahrerinnen und Autofahrer sparen, wenn sie die Preise entlang ihrer geplanten Route vergleichen“. Sein Tipp: Autobahntankstellen meiden, da diese in der Regel deutlich teurer sind als städtische Anbieter.
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