Hohe Benzinpreise

Tankstellen halten Preise hoch: Keine Entlastung nach Ölpreisschock

Der Krieg zwischen Israel und Iran hatte die Preise für Rohöl und Benzin stark steigen lassen und der sinkende Ölpreis erreicht nur langsam die Zapfsäule.

München – Die Spritpreise geben nach der Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran nur langsam nach. Tanken ist gegenüber der Vorwoche deutlich teurer geworden, insbesondere der Preis für Diesel hat stark zugelegt. Wie eine aktuelle ADAC- Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kletterte der Preis für Diesel-Kraftstoff um satte 5,4 Cent und kostet derzeit im bundesweiten Mittel 1,643 Euro je Liter. Für einen Liter Super E10 müssen die Autofahrerinnen und Autofahrer aktuell im Schnitt 1,712 Euro bezahlen und damit immerhin zwei Cent mehr als vor Wochenfrist.

Ende der Eskalation im Nahost-Konflikt lässt Ölpreis sinken

Die Eskalation im Konflikt zwischen Israel und dem Iran und das zwischenzeitliche Eingreifen der USA hatten den Ölpreis zuletzt deutlich steigen lassen, nach der Verkündung einer Waffenruhe sank er allerdings stark. Seitdem eine weitere Eskalation vorerst abgewendet scheint, haben auch die Rohölnotierungen wieder deutlich nachgegeben und liegen derzeit bei etwa 67 US-Dollar. „Der deutliche Rückgang der Ölpreise kommt also langsam auch an den Tankstellen an - wenngleich sich hier schon noch mehr tun sollte“, sagt der Kraftstoffmarkt-Experte des ADAC, Christian Laberer, derdpa. Gerade beim Diesel gebe es nach den starken Anstiegen Potenzial für weitere Preissenkungen. 

Der Ölpreis ist der wichtigste Treiber für Preisschwankungen an den Tankstellen

Der Ölpreis ist typischerweise der wichtigste Treiber für Preisschwankungen an den Tankstellen. Dabei hatte der Nahost-Konflikt gleich ein zweifacher Weise Sorgen bereitet. Der Iran fördert pro Tag etwa 3,3 Millionen Barrel Rohöl und ist unter den Mitgliedern der Organisation erdölexportierender Länder drittgrößter Produzent. Befürchtet wurde zudem, dass Handelsströme durch die Straße von Hormus durch eine Eskalation des Konflikts gestört werden könnten. Etwa 19 Millionen Barrel Öl werden täglich durch die Meerenge entlang der Südküste des Irans transportiert. Sie ist gewissermaßen das Nadelöhr der weltweiten Energieversorgung. Bei einer Störung der Handelsströme hatten Wirtschaftsexperten vor steigenden Ölpreisen und einer steigenden Inflation gewarnt, unter der dann auch die Aktienmärkte leiden.

Danach sieht es in naher Zukunft nicht aus. Insgesamt rechnen die ADAC-Experten in den kommenden Tagen daher mit wieder sinkenden Kraftstoffpreisen. Der Automobilclub rät Autofahrern, am Abend zu tanken, weil dann die Preise deutlich niedriger sind. Wer in den Abendstunden tankt, am besten zwischen 19.00 und 20.00 Uhr, zahlt demnach laut ADAC im Schnitt rund 13 Cent weniger pro Liter.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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