Finanzpsychologie & Selbstbild
Warum Frauen bei Geld häufig „zu wenig fordernd“ sind – Expertin nennt es „feministischen Akt“
Finanzielle Glaubenssätze werden oft mehr durch die Kindheit als durch den Kontostand geprägt. Wer diese bei sich selbst erkennt, trifft bewusstere Entscheidungen – und kann finanziell wachsen.
Geld ist nie nur Geld
Ob wir gerne sparen oder lieber investieren, ob wir uns bei Gehaltsverhandlungen trauen oder lieber schweigen: Vieles davon hat mit unserer sogenannten Money-Identity zu tun – also der Art, wie wir uns selbst in Geldfragen sehen. Bin ich eher vorsichtig oder risikofreudig? Gönne ich mir etwas – oder habe ich ein schlechtes Gewissen dabei? Laut Psycholog:innen prägen frühe Erfahrungen mit Geld, Erziehung und gesellschaftliche Rollenbilder unser Verhalten bis ins Erwachsenenalter.
„Die Geldpersönlichkeit wirkt oft im Hintergrund – wie ein inneres Betriebssystem“, erklärt Margarethe Honisch, Gründerin der Finanzplattform Fortunalista. „Deshalb lohnt es sich, die eigenen Muster bewusst zu hinterfragen.“
Was ist meine Geldprägung?
Typische Fragen zur Selbstreflexion:
- Wurde bei uns zu Hause offen über Geld gesprochen – oder war es ein Tabuthema?
- Wofür wurde gespart, wofür gerne Geld ausgegeben?
- Gab es in der Kindheit eher Mangel oder Überfluss?
Diese Prägungen beeinflussen, ob wir Geld mit Sicherheit, Freiheit, Stress oder Status verbinden – und sie steuern unbewusst viele Entscheidungen im Alltag.
Mini-Test: Sicherheitsfan oder Chancenmensch?
Beantworten Sie spontan diese Aussagen mit „ja“ oder „nein“:
- Ich fühle mich unwohl, wenn mein Kontostand unter 1.000 € fällt
- Ich habe schon Geld investiert, obwohl ich Angst hatte, es zu verlieren
- Ich spreche offen mit Freund:innen über mein Gehalt oder Sparziele
- Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir etwas Teures gönne
- Ich bin stolz auf mein Erspartes – auch wenn es nur ein kleiner Betrag ist
- Ich will mein Geld lieber „sicher“ wissen, als hohe Rendite zu jagen
Wer viele Häkchen bei Sicherheit setzt, gehört tendenziell zu den „Sicherheitsfans“ – wer mehrere Aussagen mit „Chancen“ markiert, erkennt sich eher als „Gestaltungs-Typ“. Beide Perspektiven sind wertvoll – doch Klarheit über die eigene Haltung hilft, finanzielle Ziele realistisch und stimmig anzugehen.
Rollenbilder hinterfragen
Besonders Frauen kämpfen oft mit widersprüchlichen Erwartungen: Einerseits sollen sie souverän, unabhängig und karriereorientiert sein – andererseits nicht „zu fordernd“ oder „geldgierig“ wirken. Diese Spannungsfelder beeinflussen laut Fortunalista viele ihrer Klientinnen im Alltag – etwa bei Gehaltsverhandlungen, beim Investieren oder in Partnerschaften.
„Sich mit Geld identifizieren zu dürfen, ist ein feministischer Akt“, sagt Honisch. „Denn nur wer sich als aktiv Handelnde sieht, kann auch die eigene finanzielle Zukunft gestalten.“
Content-Partnerschaft:
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista entstanden. Spartipp der Expertinnen von Fortunalista: Ein Haushaltsbuch zu führen, ist der einfachste Weg, deine Finanzen in den Griff zu bekommen. Jetzt Fortunalista das Haushaltsbuch für 0 Euro – als PDF & Vorlage herunterladen. Weil finanzielle Klarheit der erste Schritt in die Unabhängigkeit ist.
Fazit:
Die Money-Identität ist kein starres Etikett – sie ist veränderbar. Wer sich mit den eigenen Glaubenssätzen auseinandersetzt, legt das Fundament für ein gesünderes Verhältnis zu Geld – und damit für mehr Freiheit, Sicherheit und Selbstbestimmung.
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