News-Ticker
Hochwasser in Deutschland: Stadt Oldenburg ist alarmiert – Deichbruch nicht mehr auszuschließen
Seit Tagen kämpfen zahlreiche Regionen Hochwasser. Die Lage bleibt weiter angespannt. Die Geduld einiger Betroffenen scheint zu schwinden. Der News-Ticker.
Update vom 31. Dezember, 18.01 Uhr: Etliche Menschen können womöglich nicht in ihren eigenen vier Wänden das neue Jahr begrüßen. In mehreren Regionen herrscht noch immer eine angespannte Hochwasserlage; allen voran in Niedersachsen. In der Stadt Oldenburg müssen sich etliche Bewohner auf eine Evakuierung gefasst machen.
Nachdem bereits am Samstag (30. Dezember) Warnungen an Anwohner aus dem Süden rausgingen, könnte nun rund 600 weitere Menschen eine Evakuierung aus ihren Häusern betreffen. Das teilte die Stadt am Sonntagnachmittag mit. Der Druck durch die hohen Pegelstände sei noch immer immens, ein Deichbruch könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht mehr ausgeschlossen werden, heißt es.
Sollte es die Lage erfordern, würden die Betroffenen von der Feuerwehr informiert und evakuiert. Anwohner aus den Regionen sollten sich bereits machen und nur das Nötigste mitnehmen. Notunterkünfte wurden bereits in Räumen eines Gymnasiums hergerichtet. Auch andernorts mussten Menschen ihre Häuser bereits verlassen.
Keine Entspannung in Sicht: Hochwasserlage noch immer kritisch - Nun kommt neuer Regen
Update vom 31. Dezember, 06.36 Uhr: Für tausende Helfer in den Hochwassergebieten endet das Jahr mit weiteren Einsätzen, denn auch am Silvestertag ist keine Entspannung in Sicht. In der Nacht zum Sonntag galt in Niedersachsen für viele Pegel die zweithöchste Meldestufe. Sorgen bereiten den Einsatzkräften vor allem die vielfach aufgeweichten Deiche, die brechen könnten. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte für den Vormittag des Silvestertags für den Nordwesten und Westen gebietsweise schauerartigen Regen voraus.
Hochwasser in Norddeutschland – Die Bilder der extremen Wetterlage




Hochwasser-Lage weiter kritisch: Anwohner ignorieren Absperrungen und kehren in Häuser zurück
Update vom 30. Dezember, 22.37 Uhr: Während sich in einigen Regionen die Lage leicht zu bessern scheint und die Pegelstände etwas heruntergehen, gilt in vielen Orten Niedersachsens noch immer höchste Vorsicht. Ungeachtet der kritischen Zustände seien in der Gemeinde Winsen/Aller wohl einige evakuierte Bewohner eigenmächtig mehrfach zu ihren Häusern zurückgekehrt. Das teilte der Landkreis Celle mit.
Die Feuerwehr habe die Menschen erneut aus den gefluteten Gebieten geholt. Auf der Internetseite des Landkreises Celle warnt die Behörde eindringlich davor, in die betroffenen Krisengebiete zu gehen: „Umfahren Sie in keinem Fall die Absperrungen: Es droht Gefahr für Leib und Leben“, heißt es dort.
Boot mit vier Menschen bei Hochwasser-Hilfsaktion auf Elbe gekentert
Auch in der Gemeinde Lilienthal in der Nähe von Bremen dauern die Evakuierungen an. Wann die rund 500 gemeldeten Menschen in den betroffenen Gebieten zu ihren Häusern zurückkehren können, seit derzeit noch nicht absehbar, sagte eine Gemeindesprecherin.
In Sachsen-Anhalt war ein Senior sowie dessen beiden Enkelkinder bei einer Hilfsaktion in die sieben Grad kalte Elbe gestürzt. Das Haus der Großeltern im Überflutungsgebiet in Dabrun (Kreis Wittenberg) war mit dem Auto nicht mehr erreichbar – daher habe die Familie versucht, mit dem Boot des Opas die Großeltern zu versorgen. Dabei kenterte das Boot. Ein zufällig in der Nähe anwesender Feuerwehrmann sei schnell mit einem weiteren Boot zu Hilfe geeilt.
Hochwasserlage weiter dramatisch: Bundeskanzler Scholz plant Reise in betroffene Gebiete
Update vom 30. Dezember, 19.32 Uhr: Die Einsatzkräfte in den betroffenen Hochwassergebieten bekommen wohl schon bald prominenten Besuch. Wie die Bild berichtet, bereitet Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) derzeit eine Reise in die Krisenregionen vor. Er wolle den Helfern danken und den Betroffenen zeigen, dass die Regierung sie in dieser schweren Lage nicht alleine lasse, heißt es. Details des Besuchs, beispielsweise wann Scholz die Reise plant, stehen noch nicht fest.
Allen voran Gemeinden und Städte in Niedersachsen haben mit dem Hochwasser zu kämpfen. Aber auch in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die Lage weiterhin größtenteils angespannt.
Leichtsinnige Hochwasser-Touristen: Innenministerin fassungslos von Kite-Surfer im Krisengebiet
Update vom 30. Dezember, 18.20 Uhr: Man soll aus schlechten Situationen das Beste machen, heißt es oft. Unterschätzen sollte man den Ernst einer Lage aber sicherlich nicht. Es scheint jedoch, als würden einige die kritische Situation in den Hochwasserzonen unterschätzen.
Aufgrund zahlreicher sogenannter Hochwassertouristen haben Polizei und Behörden in Niedersachsen ihre Kontrollen in den betroffenen Sperrzonen intensiviert. Daniela Behrens (SPD), die Landesinnenministerin, äußerte, dass einige Menschen anscheinend einen Adrenalinschub aus der Flutkatastrophe ziehen möchten. „Tatsächlich gibt es sogar Sichtungen von Kite-Surfern, die in Hochwasser-Gebieten unterwegs sind“, äußerte sie am Samstag auf spiegel.de. „Ich kann vor so einem lebensgefährlichen Unsinn nur warnen“, betonte Behrens.
Die Ministerin wies darauf hin, dass Schaulustige, die sich selbst in Gefahr bringen, damit rechnen müssen, für ihre Rettung zur Rechenschaft gezogen zu werden. Es habe schon mehrere Vorfälle gegeben, bei denen die bereits stark beanspruchte Feuerwehr Schaulustige retten musste, so die Innenministerin.
Hochwasser-Lage kritisch: Stadt Oldenburg bereitet offenbar Evakuierung vor
Update vom 30. Dezember, 15.39 Uhr: Allen Anschein nach bereitet die Behörden eine Evakuierung der Einwohner in der Umgebung von Oldenburg vor. Die Stadt teilt auf ihrer Homepage im Hochwasser-Ticker mit, dass die Wasserpegel immer noch zu hoch sind. Sie könnten sogar noch weiter ansteigen. Dadurch erhöhe sich auch der ohnehin schon starke Druck die Deiche. Es wird geraten, den Bereich Achterdiek im Südsüden der Stadt zu meiden, wie auf der Homepage zu lesen ist.
Der exponierte Bereich wird aufgrund seiner Lage besonders überwacht, alle halbe Stunde kontrolliert und die Situation neu bewertet. „Sollten die Anwohnerinnen und Anwohner dennoch Auffälligkeiten feststellen, wird darum gebeten, dies der Einsatzleitung zu melden“, appelliert die Behörde.
#Hochwasser Achterdiek steht aufgrund seiner exponierter Lage unter besonderer Beobachtung und wird 1/2 std. kontrolliert. Der Deichdruck ist weiterhin sehr hoch. Krisenstab bereitet evtl. #Evakuierung von Anwohnenden vor. Betroffene werden gezielt informiert. #krisenstab
— Feuerwehr Oldenburg (@FeuerwehrOL) December 30, 2023
Es wird nun geprüft, ob eine Evakuierung des Bereichs notwendig sein könnte. Falls dies der Fall sein sollte, werden die Bewohner gezielt über diesen Schritt und weitere Maßnahmen informiert. Notunterkünfte sind bereits vorbereitet. Den Betroffenen wird geraten, nur das Allernötigste mitzunehmen.
Hochwasserlage in Deutschland: Weser kratzt an einer kritischen Bestmarke
Update vom 30. Dezember, 13.34 Uhr: Die Hochwasser-Lage ist weiterhin kritisch. An der Weser hat der Pegelstand den historischen Höchstwert von 835 Zentimetern überschritten. Die bisherige „Bestmarke“ stammt aus dem 19. Jahrhundert.
Im Norden von Hannover werden alle Dämme an der Aller als bedroht eingestuft und in Lilienthal im Süden von Bremen können Hunderte Menschen nicht in ihre Wohnungen. Vielerorts steigen die Pegel durch den Regen wieder.
Update vom 30. Dezember, 08:50 Uhr: Keine besonderen Vorkommnisse in der Nacht auf Samstag im hochwassergeplagten Niedersachsen, eine relativ ruhige Nacht auch bei der Polizei – einige Polizeisprecher, wie vom Lagezentrum Göttingen, sprachen von einer sich entspannenden Situation.
Die Deutschlandkarte der Hochwasserzentralen zeigt weiterhin für viele Gebiete Niedersachsens „großes Hochwasser“ und „Warnungen vor großem Hochwasser“ an. Für die Leine, Aller sowie Ober- und Mittelweser gebe es eine Warnung vor großem Hochwasser, heißt es auch im Hochwasser-Lagebericht. Die Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes leuchtet dagegen grün: Aktuell liegen keine Wetterwarnungen vor. An einigen Pegeln der Weser befinden sich die Wasserstände noch über der höchsten Meldestufe, zwischen Hannoversch Münden (Landkreis Göttingen) bis Intschede (Landkreis Verden) seien die Scheitelwasserstände hingegen bereits erreicht und die Wasserstände würden sinken.
Hochwasser in der Nacht: Neue Regenschauer über dem Norden
Update vom 30. Dezember, 06:18 Uhr: In der Nacht zogen erneut Regenschauer über den Norden, zahlreiche Pegel zeigten weiterhin die höchste Warnstufe an den Flüssen an. Vor allem Niedersachsen leidet auch am Samstag weiter unter der Hochwasserlage. „Was uns hoch besorgt, ist der Zustand der Deiche“, sagte THW-Präsidentin Sabine Lackner am Freitag. Die Deiche seien massiv aufgeweicht, der THW-Einsatz werde mit Sicherheit über den Jahreswechsel fortgeführt. In der Stadt Oldenburg gilt ein Betretungsverbot für Deiche, das mit bis zu 5000 Euro geahndet wird. Einige Kommunen Niedersachsens beklagen zunehmenden „Hochwassertourismus“.
An den Talsperren im Harz sinken indes die Füllstände weiter. Derzeit wird dort nicht mehr Wasser über den Notüberlauf abgegeben. Die Lage sei allerdings weiter angespannt.
Die Entwicklungen im Einzelnen:
- Die Pegelstände in den LandLüchow-Dannenberg und Verden sollen erst in der Neujahrswoche sinken.
- Weiterhin kritische Situation an der Aller: Die Stadt Celle und die benachbarte Gemeinde Winsen/Aller warnten angesichts der Hochwasserlage vor Ausfällen der Energieversorgung und des Mobilfunk-Netzes.
- Keine Entspannung im unteren Verlauf der Mittelweser: Flussabwärts der Weser werden die Pegelstände nach Einschätzung des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz noch weiter ansteigen.
- Noch keine Entwarnung, aber sinkende Pegelstände von Leine und Ihme in Hannover.
- Unverändert angespannte Lage in Lilienthal (Landkreis Osterholz), bereits evakuierte Bereiche dürfen weiterhin nicht betreten werden, mehrere Straßen ohne Strom.
Von Samstag- bis Sonntagmorgen soll allerdings der Regen etwas nachlassen. .Die Bahnverbindung zwischen Oldenburg und Osnabrück sei wegen des Hochwassers nach wie vor eingeschränkt.
Leichte Entwarnung in einigen Hochwassergebieten - Niedersächsische Kreisstadt Verden wurde zur Insel
Update vom 29. Dezember, 19.48 Uhr: In einigen Regionen der Hochwassergebiete gibt es leichte Entwarnung: Das Wasser gehe allmählich zurück, heißt es. Nicht so in der niedersächsischen Kreisstadt Verden. Wie der Focus berichtet, ist der Ortsteil Eissel derzeit komplett vom Rest abgeschnitten. Das Hochwasser habe aus dem 300-Seele-Dorf quasi eine „Insel“ gemacht.
Damit die betroffenen Einwohner zu versorgen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die Ortschaft zu verlassen, hat das Technische Hilfswerk (THW) einen regelmäßigen Bootsverkehr eingerichtet. Per Fähre können Dorfbewohner einmal in der Stunde den von Wasser gefluteten und umringten Ortsteil verlassen. „Es ist aktuell nicht mehr wirklich möglich, die Ortschaft Eissel mit Fahrzeugen zu befahren“, schilderte Dennis Köhler von der Feuerwehr Verden die Lage.
Auch im Ort ist die Situation angespannt. Einige Häuser laufen Gefahr, von den Wassermassen mitgerissen zu werden. Unweit von Verden mündet die Aller in die Weser, deren Ufer bereits übertreten sind. Schlechte Nachrichten kommt wohl in den nächsten Tagen von oben: Laut Meteorologen soll es erneut heftig regnen.
Niedersachsen nahezu komplett unter Wasser – Land bittet um Hilfe von Bundeswehr
Update vom 29. Dezember, 15.12 Uhr: Niedersachsen braucht die Bundeswehr. Die Landesregierung hat ein Amtshilfegesuch beim Territorialen Führungskommando (TFK) eingereicht, sagt ein Sprecher des TFK dem Spiegel.
Das TFK rechne damit, dass die Hubschrauber bald in den Einsatz fliegen müssten. Sechs Hubschrauber sollen jetzt in Bereitschaft versetzt worden sein. Vielerorts sind Deiche durchgeweicht und mit Fahrzeugen nicht mehr zu erreichen.
Haupteinsatzgebiete sollen der Nordwesten Niedersachsens sowie die Region um Hannover sein. Außerdem halte sich die Bundeswehr für Evakuierungen bereit.
Rund 100.000 Einsatzkräfte kämpfen gegen Hochwasser
Update vom 29. Dezember, 14.59 Uhr: Es sei „wirklich noch keine Entspannung in Sicht“, sagt Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens im Deutschlandfunk. Der Wetterprognose zufolge werde es in den nächsten Tage weiter Regen geben, zudem Sturm. Das entspanne die Lage nicht, sondern „verschärft sie an der einen oder anderen Stelle noch“.
Hochwasser-Lage in Deutschland spitzt sich weiter zu – die Lage vor Ort in Bildern




„Wir haben eine sehr, sehr angespannte Lage“, stellt Behrens fest. Die Hochwasser-Situation ist weiterhin kritisch. Fast ganz Niedersachsen stehe unter Wasser. Die rund 100.000 Kräfte von unter anderem Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) seien deshalb überall im Einsatz.
Update vom 29. Dezember, 12.20 Uhr: Noch immer kämpfen in zahlreichen Regionen in Deutschland tausende Einsatzkräfte gegen das Hochwasser, da kündigt sich bereits das nächste Wasser an. Wie der Deutsche Wetterdienst am Freitag veröffentlicht, muss in den kommenden Tagen mit Regen gerechnet werden. Im Serengeti-Park kämpfen Pfleger und Einsatzkräfte währenddessen gegen die Zeit: zahlreiche Tiere sind vom Wasser eingeschlossen.
„Es kommt bis Samstag noch mal ein ordentlicher Schwung rein, allerdings regnet es nicht mehr in so großen Mengen“, sagte der Meteorologe Christian Herold vom DWD am Freitagmorgen in Offenbach. Danach schwäche es ein wenig ab. Demnach müsse sich vor allem der Norden von NRW auf die meisten Regenmengen gefasst machen. Insbesondere vom Bergischen Land bis zum Sauerland und nördlich davon vom Weserbergland bis zum Harz sind laut dem Meteorologen Schauer vorhergesagt. „In dem Bereich werden bis Samstag noch 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter erwartet, in Staulagen bis zu 30 Liter pro Quadratmeter.“ Besonders betroffen sein werde der Harz. Lokal könnten dort noch höhere Mengen erreicht werden.
Doch auch Niedersachsen kann noch nicht aufatmen: Im Norden im Raum Bremen und Hamburg erwartet der Meteorologe weniger Niederschläge. „Dort ziehen eher einzelne Schauer durch. Vielleicht gibt es auch kurze Gewitter.“ In Sachsen beschränken sich die Niederschläge laut Herold auf die Region nördlich von Dresden. „Aber das sind nur ganz vereinzelte Schauer.“
Hochwasser-Lage in Deutschland könnte sich verschärfen: DWD macht bedrohliche Regen-Prognose
Ursprungsmeldung vom 29. Dezember: München/Dresden – Auch am Freitag bleibt die Lage in zahlreichen Hochwassergebieten in Deutschland weiter bedrohlich. Die Lage könnte sich weiter zuspitzen, der Deutsche Wetterdienst sagte zum Teil ergiebige Regenfälle voraus. Besonders angespannt ist die Lage auch weiterhin in Niedersachsen. Dort müssen Einsatzkräfte nun sogar Tiere aus dem Serengeti-Park retten. Auch im Osten Deutschlands sind vielerorts Feuerwehren im Dauereinsatz.
Das nun angekündigte regnerische Wetter könnte die Situation in den betroffenen Gebieten noch einmal deutlich verschärfen. So müsse in den Staulagen des Bergischen Landes und des Siegerlandes in Nordrhein-Westfalen sowie des Harzes von Freitagfrüh bis in die Nacht zum Samstag hinein mit Dauerregen gerechnet werden. Dabei könnten bis zu 40 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden fallen.
Niedersachsen weiter schwer betroffen von Hochwasser – Evakuierungen vorbereitet
In Niedersachsen sind Gebiete an den Flüssen Aller, Leine und Weser im südlichen und mittleren Landesteil betroffen. Dort verschärfte sich die Situation bereits am Donnerstag weiter. Nicht mehr überall konnten die Deiche den Wassermassen standhalten. Landesweit sind Tausende Hilfskräfte im Einsatz. An einigen Orten wurden Evakuierungen vorbereitet. In der Gemeinde Langlingen im Landkreis Celle verließen in der Nacht zum Freitag etwa 120 Menschen vorsorglich ihre Häuser und Wohnungen. Am Freitagvormittag will die Landesregierung bei einer Pressekonferenz einen aktuellen Stand zur Hochwasserlage geben.
Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte am Donnerstag, ein Hochwasser dieses Ausmaßes habe es zuvor nicht gegeben. „Experten warnen seit langem davor, dass die immer häufigeren Wetterextreme mit dem Klimawandel zusammenhängen“, sagte er. Laut Innenministerium wurde in sechs Landkreisen sowie der Stadt Oldenburg ein sogenanntes außergewöhnliches Ereignis festgestellt. Mit dieser Maßnahme können Landkreise beispielsweise einfacher auf Hilfskräfte zugreifen.
Hochwasserlage macht auch Bremen zu schaffen – zahlreiche Bewohner haben Häuser verlassen
Auch rund um Bremen gibt es noch keine Entwarnung. Nach Angaben der Behörden vom Donnerstagabend sind entlang der Wümme im Bereich Katrepel zahlreiche Häuser von Wasser umschlossen und ohne Strom. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner hätten dieses Gebiet verlassen. Im Ortsteil Timmersloh stehe das Wasser an den Deichen. Straßen und Felder seien überschwemmt. Den Angaben der Innenbehörde nach mussten bereits mehrmals Maßnahmen zur Deichsicherung erfolgen.
Hochwasser-Lage: Auch in Dresden noch keine Entwarnung
An der Elbe in Dresden wird mit steigenden Pegelständen gerechnet. Am frühen Donnerstagnachmittag wurden 5,92 Meter gemessen. Das war weiterhin knapp unter der Sechs-Meter-Marke, ab der die zweithöchste Alarmstufe 3 gelten würde. Die Landeshochwasserzentrale rechnete damit, dass diese Grenze am Freitagmorgen überschritten wird - allerdings mit maximal 6,01 Meter nur sehr geringfügig. Normal ist in der Elbe in der Landeshauptstadt ein Wasserstand von 2,00 Metern.
Die Hydrologen erwarteten ab Freitag einen Rückgang des Elbe-Hochwassers, wie ein Sprecher des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sagte. Es werde nur örtlich geringer Regen erwartet, im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe bis Freitag weder Niederschläge noch Schneeschmelze.
Flussabwärts in Magdeburg und Schönebeck in Sachsen-Anhalt öffnete der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft am Donnerstag das Pretziener Wehr. Damit wird etwa ein Drittel des Elbe-Wassers an den beiden Städten vorbei durch einen Umflutkanal und über Wiesen und Felder geleitet, ehe es wieder in die Elbe fließt.
Einsatzkräfte lassen Wasser von Talsperre Kelbra ab
Im Norden Thüringens richten sich die Blicke auf die Talsperre Kelbra, von der Wasser abgelassen wurde. Im Dorf Mönchpfiffel-Nikolausrieth drohte deshalb, dass etwa 30 Häuser überflutet werden, wie ein Sprecher des Innenministeriums am Donnerstag mitteilte. Einsatzkräfte hätten dort 6000 Sandsäcke am Flussufer aufgebaut, um dies zu verhindern. Das Wasser stand den Angaben zufolge etwa zehn Zentimeter unterhalb der Uferkante.
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