Green Pass wird verschärft
Impfpflicht und dritte Impfung: Italien plant Verschärfung der Corona-Regeln
Italiens Premier Mario Draghi will in seinem Land die Corona-Impfpflicht einführen. Außerdem plant er strengere Regeln für den Green Pass und eine dritte Impfung.
Rom – Sie soll kommen, die Corona-Impfpflicht in Italien. Angesichts stagnierender Impfzahlen läutet die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi eine Wende in der Corona-Politik ein. Der ehemalige EZB-Chef sprach sich am Donnerstag, 2. September 2021 auf einer Pressekonferenz für die Einführung der Impfpflicht aus – sobald die italienische Arzneimittelagentur (AIFA) und die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) grünes Licht geben. Seit Mai gilt in Italien bereits eine Impfpflicht für das Personal im medizinischen Bereich.
| Ministerpräsident von Italien: | Mario Draghi |
| Geboren: | 3. September 1947 (Alter 74 Jahre), Rom, Italien |
| Ehepartnerin: | Serena Draghi (verh. 1973) |
| Ausbildung: | Massachusetts Institute of Technology (1976), Universität La Sapienza (1970), Istituto Massimiliano Massimo |
Auch soll es ab Ende September eine dritte Corona-Impfdosis geben – zunächst für ältere und vorerkrankte Menschen, wie Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza sagte. Italien will zudem Migranten impfen lassen, die über das Mittelmeer ins Land kommen.
Impfpflicht in Italien: Grüner Pass soll ausgeweitet werden
Ministerpräsident Draghi kündigte außerdem Neuerungen beim sogenannten Grünen Pass an. Der Nachweis einer Impfung, einer Genesung von Covid-19 oder eines negativen Tests in den vergangenen 48 Stunden soll noch stärker zum Einsatz kommen. Draghi: „Wir diskutieren darüber mit Gesundheitsminister Roberto Speranza: Der Grüne Pass wird ausgedehnt.“ Der Grüne Pass ist ein digitales Impf-Zertifikat, den es auch in Papierform gibt und an wird an Menschen ausgestellt, die älter als 12 Jahre sind.
Seit Mittwoch, 1. September 2021, gelten strengere Regeln beim Grünen Pass: Er muss er unter anderem bei Flugreisen, Zug- und Busfahrten verbindlich mitgeführt werden. In welchen Branchen er zusätzlich bald gelten soll, das stehe noch nicht fest. Sicher hingegen sei, dass die Gültigkeit des Grünen Passes von neun auf zwölf Monate verlängert werden soll.
Inzidenz in Italien: Land sieht sich für Schulanfang gut gerüstet
Momentan liegt in Italien die Corona-Inzidenz bei 72,3. Die Zahl der Neuinfektionen in Verbindung mit Covid-19 pro 100.000 Menschen binnen einer Woche ist seit Ende August rückläufig.
Italien sei auf einem guten Weg, hieß es am Donnerstag: Mehr als 70 Prozent der zu impfenden Bevölkerung über zwölf Jahren seien durchgeimpft. Ende September soll Wert auf 80 Prozent steigen, so die Erwartungen. Gesundheitsminister Speranza lobte die Impfbereitschaft in der jungen Bevölkerungsgruppe. Das sie sich fleißig impfen lasse, sei ein „großes Signal“.
Für den Schulanfang im September sehe man sich gut gerüstet. 91,5 Prozent der Lehrer seien mindestens einmal gegen Corona geimpft. Die Schüler stünden im Fokus, betonte Draghi. Er hoffe, dass der Präsenzunterricht gesichert sei. In Klassen, in denen die Schüler durchgeimpft sind, entfalle die Maskenpflicht.
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Draghi wiederholte nochmal seine Aufforderung an alle Italiener, sich impfen zu lassen und zeigte sich mit Ministern und Virologen solidarisch, die in den Fokus von Gegnern des Grünen Passes geraten sind, wie etwa Außenminister Luigi Di Maio und hochrangige Vertreter des Gesundheitswesens. Diese hätten als Unterstützer der Impfkampagne wiederholt Morddrohungen bekommen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.