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Mareikes Hurricane: Ein Freitag zum Vergessen
Von Mareike Bannasch. Mein ganz persönlicher Konzertplan fürs Hurricane – eine ziemlich leichte Aufgabe. Oder doch nicht? Denn in diesem Jahr fällt es leider relativ schwer, den ultimativen Plan für die drei Tage auf dem Eichenring zu entwickeln, abseits des Campingplatzes natürlich.
Es gibt zwar eine ganze Reihe netter Acts, aber für große Kracher muss man vermutlich woanders hinfahren. Dennoch habe ich mich unerschrocken durch den Zeitplan gewühlt und dann doch noch einige Schätze gefunden.
Los geht’s mit dem Freitag, und da lautet mein Tipp: Bleibt auf dem Campingplatz und sauft. Es lohnt sich bis zum Abend nur bedingt, sich auf den langen Weg zu den Bühnen zu machen. Was liegt da also näher, als eure Zeit mit Flunky-Ball-Spielen zu verbringen? Richtig. Nichts. Nicht mal Feine Sahne Fischfilet.
Solltet ihr zu später Stunde noch in der Lage sein, ins Infield zu wanken, treffen wir uns sicherlich bei Billy Talent (23.15 Uhr, Green Stage). Sicher, die vier Jungs aus Kanada haben ihren Zenit längst hinter sich, dennoch gibt es kaum eine bessere Musik, um den Alkohol abzubauen.
Danach gibt es natürlich nur einen Weg – zur Blue Stage. Dort steht von 00.45 Uhr an Marteria an der Rampe. Auch wenn man mit Rap nicht viel anfangen kann, lohnt sich seine bombastische Show. IMMER.
Nach dem mauen Freitag, sieht es am Samstag schon sehr viel besser aus. Hier darf man natürlich auf gar keinen Fall um 12 Uhr Anchors & Hearts auf der Green Stage verpassen. Ja, ich weiß: Da schläft das Festivalvolk noch. Trotzdem haben die Lokalmatadoren ein großes Publikum verdient. Also, Regenjacke übergeworfen und hin da!
Nach einer langen Pause (Zeit für Regentänze, Essen oder noch mehr Alkohol) werde ich mir es dann ab 16.30 Uhr vor der Green Stage gemütlich machen. Dort steht zunächst Brian Fallon auf der Bühne. Ja, richtig gelesen, der Frontmann von The Gaslight Anthem ist jetzt solo unterwegs. Oder genauer gesagt mit seiner Band The Howling Weather. Gemeinsam mit ihr hat er 2016 seine erste Solo-Platte „Painkillers“ auf den Markt gebracht – und verdient viel Lob bekommen.
Direkt im Anschluss bleibt es laut: Madsen spielen auf. Danach wird es dann poppiger und wir bewegen uns, immer noch auf der Green Stage, nach Briton. Von dort stammen The Kooks – ein Muss für alle, die sich von eingängigen Indiepop-Hymnen begeistern lassen wollen.
Jetzt war es das erst mal auf der Green Stage, Zeit zur Red Stage zu wechseln. Dort wartet ab 21.45 Uhr jede Menge Remmidemmi auf euch. Denn bei Tobias Jundt (oder besser bekannt als Bonaparte) weiß man nie, was denn nun genau auf die Bühne kommen wird: Irre Animationen, Glitter oder auch Kunstblut gehören zu der abgefahrenen Show dazu. Klar, die Texte ergeben so gut wie nie einen Sinn, aber das ist egal. Zum Feiern gibt es kaum einen besseren Soundtrack als den von Bonaparte.
Nach einer vermutlich für uns alle viel zu kurzen Nacht heißt es am Sonntag: Noch mal alles geben. Gelegenheit dazu gibt es natürlich mehr als genug. Um dem Schlafmangel Rechnung zu zollen, fängt mein Tag allerdings erst um 14.45 Uhr an – und dann auch denkbar ruhig. Auf der Blue Stage spielen nämlich die Mighty Oaks und liefern wie gewohnt einen angenehmen Mix aus akustischer Gitarre, Drums und eingängigen Melodien. Wie geschaffen also, um Kopfschmerzen, versiffte Klamotten oder andere Problemchen zu kurieren.
Auch am Sonntag werde ich mich vor allem an einer Bühne aufhalten: dieses Mal der Blue Stage. Dort stehen um 17.45 Uhr Angus und Julia Stone auf dem Timetable. Ja, ich weiß, zum hemmungslosen Abfeiern ist das schon wieder nichts, dennoch verstehen die Geschwister aus dem australischen Newport ihr Handwerk – und spielen traumhaft schönen Folkpop. Das kann man von James Bay zwar nicht behauptet, dennoch sollte man einen Auftritt von ihm auf gar keinen Fall verpassen. Denn Bay hat live durchaus etwas für sich – wie er auch bei seinem ersten Auftritt auf dem Hurricane 2016 bewiesen hat.
Natürlich will ich nicht den ganzen Tag mit nachdenklicher Musik vertrödeln, daher werde ich mir auf jeden Fall Arcade Fire anhören. Da ich sie noch nie live gesehen habe, ist dies ein Grund mehr, sich vor der Blue Stage herumzutreiben. Das könnte nun der glorreiche Abschluss sein, allerdings sollte sich niemand den Auftritt der Arctic Monkeys entgehen lassen. Sie stehen ab 22.30 Uhr auf der Green Stage – der perfekte Ausklang für ein vermutlich recht verregnetes, aber dennoch glorreiches Wochenende.
Die Kollegin Miriam kommt auch nicht an den Headlinern vorbei, hat aber noch den ein oder anderen Geheimtipp parat. Sie setzt auf Rap, Electro und ein wenig Punk.
Die Bandempfehlungen unseres Redakteurs Lars beschränken sich trotz großer Auswahl auf einige wenige. Welche das sind, lest ihr hier.
Den ganzen Timetable zum Ausdrucken gibt es hier.