Urabstimmung
Unbefristete Streiks bei der Bahn möglich: Was kommt auf Reisende zu?
Unbefristete Streiks sind ab 8. Januar möglich. Dafür hat sich die Mehrheit der GDL-Mitglieder ausgesprochen. Was bedeutet das für Reisende?
Fährt sie oder fährt sie nicht? Diese Frage stellen sich viele Bahnreisende regelmäßig – Verspätungen kalkulieren einige Reisende eh schon in ihre Fahrtzeit mit ein. Auch komplette Ausfälle kommen mal vor. Immer wieder machen Beschäftigte vom Streikrecht Gebrauch und Bahnreisende müssen sich dann nach Alternativen umschauen. Jetzt haben sich nach Informationen der Deutschen Presseagenur (dpa) mehr als 75 Prozent der Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für unbefristete Streiks ausgesprochen. Was das für Bahnreisende bedeutet.
Streiks bei der Bahn: Womit Reisende rechnen müssen
Wer Weihnachtsreisen zur Familie geplant hat, soll die auch mit der Bahn bewältigen können. GDL-Chef Claus Weselsky hat angekündigt, dass es bis zum 8. Januar keine Streiks der Lokführer geben soll. Danach wolle man aber das Streikrecht nutzen: „Das, was jetzt kommt, wird kräftiger, wird länger und wird härter für die Kunden“, sagt Claus Weselky, wie unter anderem dpa zitiert. Für Bahnreisende bedeutet das, dass sie sich auf längere Streiks vorbereiten müssen. Die Dauer könne dabei die 24 Stunden übertreffen, bereits in der Vergangenheit habe die GDL schon länger gestreikt. So waren es im Jahr 2021 fünf und im Jahr 2015 sechs Tage am Stück, informiert die Tagesschau. Im Interview vom 20. Dezember beim Deutschlandfunk schränkte Weselsky ein, dass gestreikt wird, „sofern sich das Management der DB AG nicht besinnt“. Unbefristete Streiks schließe Weselsky allerdings aus, da sie sich einerseits der Verantwortung bewusst seien, andererseits „die Wirksamkeit unserer Maßnahmen [Anm. der Red. von der GDL] für jeden erkennbar ist“.
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Was müssen Bahnreisende wissen?
Längere Streiks sind möglich, bisher weiß man nur, dass dies bedeutet, dass länger als 24 Stunden im Personenverkehr gestreikt werde. Auch Weselky äußerte sich im Deutschlandfunk nicht konkreter zu der Länge. Klar ist allerdings: Bahnreisende sollen 48 Stunden vor Streikbeginn informiert werden, sodass sie die Möglichkeit haben, sich anderweitig orientieren zu können.
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Gibt es geplante Gespräche zwischen Bahn und GDL?
Derzeit liegen die Verhandlungen auf Eis, die GDL habe die Gespräche zuletzt abgebrochen. Jetzt sei die Arbeitgeberseite zuständig, ein Angebot zu machen, so Weselsky. Gesprächsbereit sei die GDL nur dann, wenn es eine Absenkung der Wochenarbeitszeit gebe, das sei „keine Verhandlungssache“, erklärte der GDL-Chef gegenüber Deutschlandfunk.
Was machen Reisende, wenn die Bahn ausfällt?
Sollte es zu keinen neuen Gesprächen kommen, kann es neue Streiks bei den Lokführern der GDL geben. Menschen, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B kommen wollen, müssen dann auf Alternativen umsteigen. Sollten Fernreisen nötig sein, können Flixbus oder Flixtrain eine Möglichkeit sein. Da gebe es aber bei hoher Nachfrage steigende Ticketpreise. Aber nicht nur Reisen sind von möglichen Bahnstreiks betroffen, auch Menschen, die ihren Arbeitsplatz erreichen möchten, stehen vor Herausforderungen. Die Gewerkschaft IG Metall informiert, dass Arbeitnehmer das Wegerisiko tragen und sicherstellen müssen, dass sie den Arbeitsplatz erreichen. Im Falle eines Streiks solle man auf Busse, U-Bahnen oder Straßenbahnen zurückgreifen. Auch Fahrrad, Auto, Mitfahrgelegenheiten oder Taxen seien eine Option. Besteht die Möglichkeit des mobilen Arbeitens, können Arbeitnehmer auch das mit dem Arbeitgeber absprechen. Ein Datum für einen möglichen Streik gibt es noch nicht, allerdings steht fest, dass Bahnreisende sich im Falle des Falles umorientieren müssen und mehr Zeit für Wege einplanen sollten.
Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago
