„Kinderdurchseuchung stoppen“

Corona-Inzidenz an Schulen explodiert auf 4000: Eltern schlagen Alarm

Die Omikron-Variante sorgt für hohe Inzidenzen, in Bremen sind davon besonders Kinder betroffen. In sozialen Medien wird vor allem eine Forderung laut.

Bremen/Hannover – Die Inzidenzen in Bremen und Niedersachsen steigen täglich. In Bremen werden besonders unter Kindern und Jugendlichen extrem hohe Werte verzeichnet, Eltern zeigen sich besorgt. Auf dem Mediendienst Twitter trendet der Hashtag #Kinderdurchseuchungstoppen. Auch in Brandenburg fordert der Landeselternrat ein Umdenken an Schulen und plädiert für Wechselunterricht. Die Politik ist gefragt.

Bremens Schulen: Inzidenz bei Kindern zwischen 5 und 14 Jahren bei um die 4000 - auf Twitter trendet #KinderdurchseuchungStoppen

Die hochansteckenden Omikron-Variante brachte in den vergangenen Wochen eine lange Zeit ungekannte Dynamik ins Infektionsgeschehen. Plötzlich war auch das Thema „Durchseuchung“ wieder präsenter Bestandteil öffentlicher Debatten, der auch Einfluss auf die Diskussion um die Impfpflicht nahm. In Bremen lag die Inzidenz unter Kindern im Alter von 5 bis 14 nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) Stand gestern mit 3935 nur knapp unter 4000 – ein erschreckender Wert.

Eltern und Experten warnen deshalb vor der Durchseuchung unter Kindern, auf dem Mediendienst Twitter wird die Forderung #KinderdurchseuchungStoppen laut. Gerade für Risikogruppen unter Kindern ist die drohende Durchseuchung eine immense Gefahr. Die Datenlage zu Long Covid bei Kindern ist nach wie vor begrenzt, weshalb weiterhin Vorsicht geboten ist.

Steigende Inzidenzen unter Kindern: Forderungen nach Wechselunterricht an Schulen

Besonders für Kinder mit Vorerkrankungen darf der Besuch der Schule auch bei hohen Inzidenzen keine Gefahr darstellen. In Brandenburg setzt sich der Landeselternrat gemeinsam mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Brandenburg jetzt für ein Umdenken in der Schulpolitik ein und formuliert klare Forderungen. Eine dieser Forderung liegt in der Reduzierung der Schülerinnen und Schüler in den Lerngruppen durch Wechselunterricht. Auch Distanzlernen soll vorbereitet werden sowie Tests, die nicht unmittelbar abschlussrelevant sind, ausgesetzt werden.

Bremens Schulen und Kitas: Die Inzidenz ist besonders unter Kindern zwischen 5 und 14 hoch. Es werden Forderungen nach Wechselunterricht laut.

Auch eine engmaschige Teststrategie wird gefordert, in Deutschland wird derweil über die neue PCR-Test-Regelung gestritten. Risikogruppen sollen nicht in Präsenzangeboten des Lernens eingesetzt werden. In den Forderungen ist von einer „dramatischen Entwicklung“ die Rede, die auch eine Vorverlagerung oder aber Verlängerung von Ferien notwendig machen könnte. Eltern schlagen in Anbetracht der pandemischen Dynamik Alarm.

Corona-Inzidenz: Teststrategie an Schulen krachend gescheitert

Auch der Elternverband LEiS hat die Corona-Teststrategie für Schulen in Nordrhein-Westfalen als „krachend gescheitert“ kritisiert. Das ausgegebene Ziel, Schule als sicheren Lernort zu erhalten, habe sich als Illusion erwiesen, selbst die Politik glaube offenbar nicht mehr daran, meinte die Landeselternschaft der integrierten Schulen in NRW. Der Verband reagierte auf eine Neuregelung bei den Testverfahren für Schulkinder im Primarbereich.

Corona-Pandemie: Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter

In Niedersachsen und Bremen steigt die Inzidenz derweil weiter. Im Bundesland von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kletterte die Inzidenz von gestern 752,2 auf heute 770,1. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) wurden im Zusammenhang mit dem Corona-Virus zudem drei weitere Todesfälle gemeldet. Insgesamt sind in Niedersachsen 7.062 Menschen an, oder im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Ministerpräsident Weil bezeichnet die Corona-Pandemie als „größte Krise in der Landesgeschichte“. Ab dem 15. Februar gilt auch in Niedersachsens Kitas Testpflicht. Ob die aktuellen Corona-Regelungen an Kitas und Schulen ausreichen, bezweifeln einige Eltern.

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Auch in Bremen waren die Zahlen zuletzt besorgniserregend, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels waren von dort allerdings noch keine aktuellen Zahlen für den heutigen Tag bekannt. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) gab heute eine Regierungserklärung zum Thema Corona-Bekämpfung. Viele Bremer Eltern hoffen, dass auch das Thema der Durchseuchung von Kindern an Schulen in den nächsten Tagen und Wochen weit oben auf der Tagesordnung steht.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa/Symbolbild

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