Kein Betrieb im Jahr 2025
Nächster Schock für Traditions-Campingplatz: Nach Zoff mit Dauercampern bleibt die Anlage dicht
Es ist ein Schock für alle Touristen: Die Campingidylle Lühesand bleibt dieses Jahr geschlossen.
Nach Zoff mit den Dauercampern zieht der neue Pächter die Reißleine.
Lühesand – Das verwunschene Paradies mitten auf der Elbe, zwischen Hamburg und Cuxhaven, kommt nicht zur Ruhe. Nachdem dem Campingplatz nach über 90 Jahren und drei Generationen in Familienbesitz das Aus drohte, wurde zwar ein neuer Pächter gefunden – und das Idyll schien gerettet.
Doch nun eskalierten Streitigkeiten mit Dauercampern, und der neue Betreiber entschied schweren Herzens, den Platz in diesem Jahr geschlossen zu lassen. Wir sprachen mit ihm und dem Bürgermeister über die Hintergründe.
Zoff auf dem Campingplatz Lühesand: Neue Pächter zeihen die Reißleine
Die Berichte darüber, dass dem wildromantischen Campingplatz der verwunschenen Elbinsel Lühesand – und damit auch dem Gasthaus und Fährbetrieb das Ende droht, haben viele geschockt. Der 65-jährige Holger Blohm, dessen Familie seit 91 Jahren den Platz mitsamt der Personenfähre von der Festlandseite in Niedersachsen, von Grünendeich im Alten Land betrieb, ging im vergangenen Jahr in den wohlverdienten Ruhestand, und es gab keinen Nachfolger.
Doch dann schaltete sich der Bürgermeister der Samtgemeinde Lühe, Timo Gerke, ein – und machte den Erhalt zur Chefsache. Das vorläufige Happy End: Nora und Philipp Köhnken unterzeichneten im Dezember einen Pachtvertrag über 18 Jahre – samt Zusage, den Fährbetrieb von und nach Lühesand aufrechtzuerhalten. Schon kurze Zeit später zogen wieder dunkle Wolken auf: „Bei einer Versammlung der etwa 60 Dauercamper im Februar gab es plötzlich von fünf, sechs Personen Vorwürfe, unter dem ehemaligen Pächter Holger Blohm sei illegal Müll vergraben worden“, berichtet Timo Gerke im Gespräch mit kreiszeitung.de.
Nächster Schock für Traditions-Campingplatz: Nach Zoff mit Dauercampern bleibt die Anlage dicht
„Ich habe daraufhin umgehend die Domänenverwaltung des Landes Niedersachsen sowie die Untere Abfallbehörde des Landkreises Stade eingeschaltet, um zu überprüfen, ob an den Behauptungen etwas dran ist“, so Gerke. Der kurzfristig angesetzte Ortstermin mit Vertretern der Behörden, dem ehemaligen Pächter und den neuen Betreibern, die das zum großen Teil unter Naturschutz stehende Gelände untersuchten, brachte schnell Klarheit: kein illegal entsorgter Müll, keine vergrabenen Müllsäcke oder Kühlschränke.
Zoff auf dem Campingplatz Lühesand: Neue Pächter ziehen die Reißleine
Holger Blohm, der den Platz über Jahrzehnte geführt hatte, konnte alle Anschuldigungen entkräften: „Seit den 1970er Jahren gab es eine regelmäßige Müllabfuhr, die Camper konnten ihren Abfall stets kostenlos entsorgen, und darüber liegen auch Nachweise vor“, berichtet Timo Gerke. Eine illegale Deponie sei daher höchst unwahrscheinlich.
Doch warum dann die Anschuldigungen? – „Es ist möglich, dass es sich dabei um Aussagen frustrierter Dauercamper handelt, die sich über die vom neuen Pächter aufgerufenen höheren Mietpreise ärgern“, mutmaßt der Bürgermeister. Bisher zahlten die Camper 750 Euro für das Jahr, der neue Pächter hat den Kurs auf 1500 Euro verdoppelt.
„Klipp und klar“ beschlossene Sache: Urlaubsparadies bei Hamburg bleibt 2025 dicht
Nun soll in Einzelgesprächen mit allen Campern geklärt werden, wie es weiter geht. Denn was ebenfalls auf der Begehung festgestellt wurde: „Es gibt zahllose unerlaubte Aufbauten und illegal abgestellte Dinge, wie etwa ein Traktor-Rasenmäher“, berichtet Gerke.
Nicht wenige Dauercamper müssen ihre Parzelle wieder ordnungsgemäß herrichten: „Das, was einige sich dort aufgebaut haben, geht so nicht“, sagt auch Philipp Köhnken: „Die Voraussetzung für einen gelungenen Saisonstart sind im Moment nicht gegeben.“ Dass der Platz darum 2025 geschlossen bleibe, sei „klipp und klar“ beschlossene Sache.
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Bereits am kommenden Wochenende werde man die ersten Begehungen mit den Dauercampern auf der Elbinsel machen, „um zu sehen, wer zu was bereits ist“, erklärt Köhnken, „wir wollen keinen halben Kram“. Im Jahr 2026 soll der Campingplatz dann wieder geöffnet werden – mit einem Shop in den Räumlichkeiten des alten Gasthofs. Ein gastronomisches Angebot, so der Plan, soll es dann auf einem Hausboot, das bisher auf der anderen Seite der Elbe lag und das dann in Lühesand anlegen soll, geben.
Rubriklistenbild: © Samtgemeinde Lühe
