Infektionsgeschehen mit Covid-19

Corona in Niedersachsen: Omikron-Welle hat Höhepunkt erreicht

Die Omikron-Welle in der Coronapandemie scheint ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Bald könnte es weitreichende Lockerungen in Niedersachsen geben.

Update vom 15. Februar, 14:24 Uhr: Hannover – Die Omikron-Welle in der Coronapandemie scheint ihren Höhepunkt bereits erreicht zu haben in Niedersachsen. Nachdem dies bereits Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Dienstag, 15. Februar 2022, sagte, bestätigte nun auch der Leiter des Corona-Krisenstabs in Niedersachsen, Heiger Scholz, den vermuteten Sachverhalt. „Ich bin vergleichsweise optimistisch, dass die Omikron-Welle ihren Gipfel erreicht haben könnte“, so Scholz während der wöchentlichen Pressekonferenz des Stabs in Hannover.

Corona in Niedersachsen: Gesundheitsministerin Behrens stellt Lockerungen in Aussicht

Trotz der Lockerungen, die durch Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) in Niedersachsen am Dienstagvormittag in Aussicht gestellt wurden, und auch das Überwinden des Höhepunkts der Omikron-Welle, hält sich der Corona-Krisenstab des Landes vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch, 16. Februar 2022, in Berlin mit Äußerungen bedeckt. Konkrete Aussagen dazu vermieden sowohl der Leiter des Krisenstabs, Heiger Scholz, also auch Regierungssprecherin Anke Pörksen.

„Es ist Land in Sicht. Deutliche Lockerungen werden möglich sein“, ließ sich Regierungssprecherin schließlich doch noch entlocken mit Blick auf das Zusammentreffen der Länderchefinnen und -chefs mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Danach werde Niedersachsen darüber beraten, wie es konkret weiter gehen könne.

Corona in Niedersachsen: 11.725 neue Covid-Infektionen erfasst

Erstmeldung vom 15. Februar 2022, 9:55 Uhr: Hannover – Wenn am Mittwoch, 16. Februar 2022, die Vertreter von Bund und Länder zusammenkommen, um über die zukünftige Strategie in der Coronapandemie zu beraten, wird auch ein wesentlicher Blick auf Lockerungen der Coronamaßnahmen in der nahen Zukunft liegen. Lockerungen in der Coronapandemie hatte auch jüngst Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) gefordert. Großen Zuspruch gibt es dafür mit Bremen und Niedersachsen aus dem Nordwesten dazu. Und das, obwohl am Dienstag, 15. Februar 2022, das Infektionsgeschehen mit Corona in Niedersachsen wieder angezogen hat.

Nach 4515 bestätigten Neuinfektionen am Montag, vermeldete das Robert-Koch-Institut (RKI) für Niedersachsen am Dienstag, 15. Februar 2022, 11.725 neue Covid-Infektionen. Damit pendelt sich die Sieben-Tage-Inzidenz im Land von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bei 1182,7 ein. Im Vergleich zum Vortag (1191,9) ein leichter Rückgang. Die Zahl gibt an, wie viele Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen registriert wurden. Am Dienstagmorgen wurden den Behörden 18 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet.

Bernd Althusmann (CDU) und Daniela Behrens (SPD) äußern sich zu baldigen Corona-Lockerungen. (kreiszeitung.de-Montage)

Die Hospitalisierungsinzidenz liegt nach Angaben der Landesregierung aktuell bei einem Wert von 11,1. Der Wert steht für die Zahl der infizierten Patienten pro 100.000 Einwohner, die binnen einer Woche neu in Krankenhäusern aufgenommen wurden. Unter ihnen können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die wegen einer ganz anderen Erkrankung in die Klinik kommen.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen wies am Dienstagmorgen der Landkreis Celle mit einem Wert von 2021,3 aus, gefolgt von Salzgitter (1844,7) und Wolfsburg (1627,9). Den niedrigsten Wert weist weiterhin der Landkreis Göttingen mit einem Wert von 546,8 aus. Im Landkreis Diepholz liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell am Dienstag, 15. Februar 2022, bei 1170,7.

Situation in Krankenhäusern: Corona in Niedersachsen beherrschbar

Angesichts der beherrschbaren Situation in den Krankenhäusern hält Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) Lockerungen der Coronamaßnahmen in Niedersachsen in einigen Wochen für möglich. Ziel sei stets gewesen, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, sagte die SPD-Politikerin dem NDR-Regionalmagazin „Hallo Niedersachsen“. Auch an den Schulen in Niedersachsen könnten bald die Coronaregeln gelockert werden.

Die Lage in den Krankenhäusern sei stabil, die Zahl der Corona-Infektionen mit schwerem Verlauf sei in der Omikron-Welle deutlich geringer. In den kommenden Wochen sei es möglich, sich vorzutasten und langsam auf einen Öffnungsplan einzulassen. Damit seien bald sicherlich weniger intensive Beschränkungen bei privaten Kontakten möglich.

Bund und Länder beraten am Mittwoch, 16. Februar, über das weitere Vorgehen in der Coronapandemie. In einem am Montag bekanntgewordenen, zwischen Kanzleramt, Vorsitz und Co-Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz abgestimmten Vorschlag ist davon die Rede, dass bis zum 20. März die Coronamaßnahmen weitgehend wegfallen sollen.

Corona in Niedersachsen: Private Zusammenkünfte für Geimpfte und Genesene mit mehr Menschen ermöglichen

In einem ersten Schritt sollen private Zusammenkünfte für Geimpfte und Genesene mit mehr Menschen ermöglicht werden. Im Einzelhandel soll die 2G-Regel bundesweit fallen, die Pflicht zum Maskentragen aber bestehen bleiben. Bei dem Papier handelt es sich nach dpa-Informationen um eine Diskussionsgrundlage.

Im Vorfeld der Bund-Länder-Runde pocht der stellvertretende Ministerpräsident Bernd Althusmann auf einen verbindlichen Fahrplan für ein schrittweises Auslaufen bisheriger Beschränkungen aufgrund von Corona in Niedersachsen. Dies müsse umsichtig und sorgfältig vorbereitet und eingeleitet werden, „wenn die Inzidenzen wie prognostiziert weiter zurückgehen, die Impfquote bei den über 60-Jährigen ansteigt und unsere Krankenhäuser auch in etwa zwei Wochen weiterhin nicht überlastet sind“, sagte der CDU-Politiker am Montagabend auf dpa-Anfrage.

Mehrere Minister der Landesregierung berieten sich am Montag bei einer Videokonferenz mit Experten über die Pandemie. Althusmann betonte, die Belegung der Intensivbetten durch Corona-Patienten bleibe vergleichsweise konstant, eine Überlastung des Gesundheitssystems drohe nach jetzigem Stand nicht.

Corona in Niedersachsen: 78 Prozent der Niedersachsen haben bis jetzt eine Impfung gegen Covid-19 erhalten

„Bei einigen Krankenhaus-Patienten wird eine Corona-Infektion offenbar inzwischen eher beiläufig entdeckt – das schlägt sich bislang aber immer noch nicht präzise in der Hospitalisierungsstatistik nieder. Dabei macht es natürlich einen Unterschied, ob jemand mit oder wegen Corona in die Klinik eingeliefert wird“, betonte Althusmann, der ebenfalls Wirtschaftsminister ist und im Herbst zur Landtagswahl 2022 in Niedersachsen als Spitzenkandidat für die CDU ins Rennen gehen will. Problematisch ist nach Ansicht des CDU-Politikers weiterhin das Impftempo – hier müsse aufgeholt werden.

Dies aus dem Grund, weil während Corona in Niedersachsen bis jetzt erst 78,0 Prozent der Bevölkerung eine erste Impfung gegen eine Covid-19-Infektion erhalten hat, zweifach geimpft sind in Niedersachsen bis jetzt 76,4 Prozent. Eine Drittimpfung, die sogenannte Booster-Impfung, haben bisher in Niedersachsen 59,8 Prozent der Bevölkerung erhalten.

Angesichts der wesentlich ansteckenderen Omikron-Variante des Coronavirus ist das laut führenden Experten zu wenig. Um genügend Schutz in der Bevölkerung zu haben, ist eine Impfquote zwischen 90 und 95 Prozent notwendig. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/Julian Stratenschulte/Peter Kneffel/dpa

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