17.440 aktive Coronainfektionen bei Schülern
Trotz steigender Infektionen: Niedersachsen will Corona-Lockerungen an Schulen
Niedersachsen will Coronamaßnahmen an Schulen im Land lockern. Möglich ist dies, wenn die Omikron-Welle abflacht. Die Krankenhauseinweisungen werden schon weniger.
Hannover – Die Zahl der Corona-Fälle bei Schülern in Niedersachsen steigt weiter an. Am Montag durften rund 17.440 von ihnen wegen PCR-bestätigter Ansteckungen nicht in die Schulen gehen, wie das Kultusministerium in Hannover auf Anfrage mitteilte – das sind knapp achtmal so viele wie vor einem Monat. Hinzu kamen 1690 Corona-Infektionen beim Schulpersonal (Mitte Januar: 1080).
Corona-Lage in Niedersachsen: drei Schulen befinden sich aktuell im Distanzlernen
Drei Schulen waren am Montag wegen der Corona-Lage in Niedersachsen vollständig im Distanzlernen – jeweils eine im Landkreis Göttingen sowie in Oldenburg und in Salzgitter. An gut einem Dutzend weiterer Schulen waren einzelne Klassen und Jahrgänge im Distanzlernen.
Kultusminister Grant Hendrik Tonne hatte zuletzt eine Lockerung der Coronamaßnahmen an den Schulen in Niedersachsen in Aussicht gestellt, sobald die Omikron-Welle abflacht. Konkret gehe es dabei um „Exit-Pläne bei Masken und Tests“ sowie die Ermöglichung von Klassenfahrten, sagte der SPD-Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Aktuell müssen sich die Schüler an den Schulen täglich testen, in Kitas in Niedersachsen stehen Coronatests hingegen dreimal wöchentlich an. Laut dem niedersächsischen Corona-Krisenstab könnte die Omikron-Welle Ende Februar zu Ende sein.
Corona-Lockerungen an Schulen in Niedersachsen: bestehenden Regeln bis zu den Osterferien Anfang April beibehalten
Nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sollten die bestehenden Regeln bis zu den Osterferien Anfang April beibehalten und noch keine Corona-Lockerungen an Schulen in Niedersachsen vorgenommen werden. „Die Schulbeschäftigten sind die ständig wechselnden Vorgaben leid. Außerdem dürfen etablierte und allgemein im schulischen Alltag akzeptierte Maßnahmen für sicheres Lernen und Arbeiten nicht vorschnell aufgegeben werden“, sagte Holger Westphal, kommissarischer GEW-Landesvorsitzender.
Die Grünen-Landtagsfraktion sieht dies ähnlich. „Entspannung ist für den Bildungsbereich derzeit leider das völlig falsche Signal. Die aktuell stagnierenden oder rückläufigen Corona-Inzidenzen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Infektionslage unter Kindern ein Mehrfaches höher ist“, erläuterte Volker Bajus, familienpolitischer Sprecher der Fraktion.
Im Grundsatz plant die Landesregierung Lockerungen.
Am Montag informierte sich der Minister in der Integrierten Gesamtschule (IGS) Bothfeld in Hannover über den Unterricht unter Pandemiebedingungen. Ein Schüler aus der Stufe 13, Kolja Kluth, sagte am Rande des Besuchs, er wünsche sich eine Lockerung der Corona-Regeln. „Die Einschränkungen sind für uns größer als durch Corona selbst“, sagte er.
Corona-Lockerungen in Niedersachsen: Hospitalisierungsinzidenz in Kliniken ist erneut leicht gesunken
Corona-Lockerungen zeichnen sich bundesweit ohnehin bereits ab - trotz weiter hoher Infektionszahlen in Niedersachsen. „Im Grundsatz plant die Landesregierung Lockerungen“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Das sei aber von den Infektionszahlen abhängig. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte angekündigt, dass mit der neuen Coronaverordnung ab dem 23. Februar in Niedersachsen einige Beschränkungen fallen sollen.
Die Hospitalisierungsinzidenz in niedersächsischen Kliniken ist erneut leicht gesunken. Sie betrug am Montag, 14. Februar 2022, 11,1 nach 11,6 am Vortag, wie das Land mitteilte. Der Wert steht für die Zahl der infizierten Patienten pro 100.000 Einwohner, die binnen einer Woche neu in Krankenhäusern aufgenommen wurden. Unter ihnen können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die wegen einer ganz anderen Erkrankung in die Klinik kommen. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten stieg hingegen – auf 5,4 nach 5,2 am Sonntag.
Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen: leichte Entspannung bei Neuinfektionen mit Covid-19
Bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen deutete sich am Montag ebenfalls eine weitere leichte Entspannung an. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf 1191,9 – nach 1206,5 am Vortag. Die Zahl gibt an, wie viele Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen registriert wurden. Insgesamt gab es landesweit 4515 bestätigte neue Infektionen, die Zahl der Covid-19-Todesfälle stieg um 23 auf 7248.
Die höchste Inzidenz hatte der Landkreis Celle mit 2040,3, gefolgt von der Stadt Wolfsburg (1717,5) und dem Landkreis Hameln-Pyrmont (1642,2). Den landesweit niedrigsten Wert verzeichnete der Landkreis Göttingen mit 571,8. Im Landkreis Diepholz liegt der Wert aktuell bei 1322,0. Im Bundesland Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 1255,3 – nach 1243,1 am Vortag. Es wurden 744 bestätigte Neuinfektionen registriert, weitere Todesfälle gab es demnach nicht. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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