Demo am Samstag
Rund 450 Tierschützer fordern Schließung des Oldenburger Schlachthofs
Oldenburg - Mehr als 450 Menschen haben am Samstag laut Veranstalterangaben vor dem Schlachthof in Oldenburg, der durch einschlägiges Videomaterial in die Kritik geraten ist, demonstriert. Ziel sei die Schließung des Betriebs zu erreichen, teilte das Deutsche Tierschutzbüro mit.
Mit Protestgesängen und großen Plakaten und Schildern brachten die Teilnehmer ihr Anliegen zum Ausdruck. Das Deutsche Tierschutzbüro präsentierte außerdem weiteres Videomaterial aus dem Schlachthof, das erneut Fälle von Tierquälerei zeigen sollte.
„Das veröffentlichte Videomaterial zeigt keine Einzelfälle, sondern steht nur stellvertretend für das System der Tierqual, das in Oldenburg herrschte. Wir fordern klare Konsequenzen für alle Beteiligten an diesem Skandal“, so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros.
Erstes Videomaterial Anfang November veröffentlicht
Anfang November hatte die Tierschutzorganisation erstmals Videoaufnahmen aus dem Oldenburger Betrieb veröffentlicht. Der Schlachthof selbst gestand die Echtheit der Aufnahmen ein.
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt seit Bekanntwerden der Vorwürfe Anfang November wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die Behörden kündigten zudem schärfere Kontrollen an. Der Schlachthof räumte die Vorwürfe im Grundsatz ein und kündigte Konsequenzen an.
In Niedersachsen soll es auch in Schlachthöfen in Bad Iburg und Laatzen bei Hannover Tierschutzverstöße gegeben haben. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hatte als Reaktion darauf eine Bundesratsinitiative zur Kameraüberwachung in Schlachtbetrieben angeregt.
jdw/Mit Material der dpa
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