Fünf enge Mitarbeiter treten Zurück

Boris Johnson: Das Feld um den britischen Premierminister lichtet sich

Immer mehr Parteikollegen kehren dem britischen Premierminister Boris Johnson den Rücken. Fünf seiner engsten Angestellten verlassen nun das sinkende Schiff.

London – Für außenstehende Betrachter erscheint die Lage des britischen Premierministers Boris Johnson immer aussichtsloser, er selbst jedoch denkt gar nicht daran, aufzugeben. Zuletzt erklärte der Regierungschef mit überraschendem Selbstbewusstsein, auch zur Wiederwahl antreten zu wollen. Vorerst hat Boris Johnson, den das Partygate nicht loslässt, jedoch andere Probleme: Er braucht eine Hand voll neuer Mitarbeiter.

Boris Johnson: Fünf enge Mitarbeiter des britischen Premierministers treten zurück

Das Schiff, auf dem Boris Johnson durch die nicht enden wollende Regierungskrise in England steuert, sinkt. Die aktuellen Entwicklungen um den britischen Premierminister, der auch während des Lockdowns gerne gefeiert haben soll, lassen keine andere Einschätzung zu: Innerhalb von nur wenigen Stunden erklärten fünf hochrangige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Boris Johnsons ihren Rücktritt. Das Feld um den Regierungschef lichtet sich zunehmend, ihm droht auch weiterhin das Misstrauensvotum aus der eigenen Tory-Partei. Das Partygate und die Abwärtsspirale um Johnson hat sich längst verselbstständigt.

Boris Johnson: In der Downing Street Nummer 10 herrscht Aufbruchstimmung, die den Regierungschef weiter unter Druck setzt. Fünf enge Vertraute des britischen Premierministers sind jetzt zurückgetreten.

Unter den Rücktritten befinden sich langjährige Wegbegleiter des Regierungschefs, wie seine politische Beraterin Munira Mirza. Mirza hatte den Weg des Premierministers über 14 Jahre lang begleitet, jetzt ist Schluss. Ihrem Rücktritt schlossen sich auch Johnsons Stabschef Dan Rosenfield sowie Privatsekretär Martin Reynolds an. Schon etwas früher war auch der Kommunikationschef Jack Doyle bereits zurückgetreten. Als Letztes folgt laut Berichten des Guardian nun Elena Narozanski, Sonderberaterin des Premierministers für Frauen und Gleichberechtigung.

Boris Johnson: Politische Beraterin Munira Mirza wirft britischem Premierminister „unangemessene“ Referenzen in Missbrauchsfall vor

Munira Mirza warf Boris Johnson in einem Kündigungsbrief unter anderem „unangemessene“ Referenzen in einem Missbrauchsfall vor: Der britische Premierminister hatte seinerseits dem Oppositionsführer Keir Starmer kürzlich vorgeworfen, in dessen Zeit als Chef der Staatsanwaltschaft sei nicht gegen den pädophilen Moderator der BBC, Jimmy Savile, ermittelt worden. Savile, der als einer der schlimmsten Sexualstraftäter in der Geschichte des Vereinigten Königreichs gilt, war bis zu seinem Tod 2011 nie rechtlich belangt worden.

Keir Starmer hatte damals zwar das Amt bekleidet, jedoch hatte er selbst mit dem Fall Savile nichts zu tun. Johnsons politische Beraterin Munira Mirza hatte dem Premierminister deshalb nahegelegt, sich für seine Einlassungen zu entschuldigen. Johnsons Referenzen hält Mirza nicht nur für „unangemessen“, ihrer Einschätzung nach gibt es für sie auch keine „faire oder vernünftige Grundlage“.

Boris Johnsons Kampf ums politische Überleben: Partys könnten ihm das Genick brechen – Partygate reißt nicht ab

Boris Johnson, der sich im Partygate-Skandal zuletzt etwas kleinlauter gab, lassen die Berichte über unerlaubte Feiern während des Lockdowns nicht los. Seine Feierlaune könnte ihm nun vergehen: Die britische Öffentlichkeit wendet sich zunehmend gegen den als notorischen Lügner verschrienen Premierminister. Der Bericht der Sonderermittlerin Sue Gray attestierte ihm im Rahmen der Partygate-Affäre „Führungsversagen“. Im Zuge der Veröffentlichung waren zusätzliche Berichte über weitere Feiern publik geworden.

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Johnson entschuldigte sich öffentlich und zeigte sich, für seine Verhältnisse, ungewohnt betreten. Einen Rücktritt lehnt der britische Premierminister trotzdem vehement ab und versucht sich stattdessen in der Ukraine-Krise außenpolitisch zu profilieren. Auch das Ende der Corona-Regeln sollten ihn in Anbetracht einbrechender Umfragewerte wieder in der Gunst der verärgerten Bevölkerung steigen lassen. Der Regierungschef versprach im Rahmen des Berichts zum Partygate seine Amtsführung zu ändern und Umstrukturierungen am Regierungssitz vorzunehmen – der strukturiert sich derweil offensichtlich bereits selbst um.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Paul Childs/rtr

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