Durch Krankheit arbeitsunfähig

Was ist die Erwerbsunfähigkeitsrente und wer erhält sie

Die Erwerbsunfähigkeitsrente bietet finanzielle Absicherung, wenn jemand aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage ist, zu arbeiten.

Berlin – Wird man krank oder hat einen Unfall und kann deshalb seinen Beruf nicht mehr ausüben, dann ist oft die Existenz bedroht. Die Politik in Deutschland hat für diesen Fall im Januar 1992 die Erwerbsunfähigkeitsrente (kurz EU Rente) eingeführt, um zumindest teilweise eine finanzielle Absicherung zu schaffen. Im Januar 2001 wurde die Erwerbsunfähigkeitsrente durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt. Diese gilt aber nur für Neurentner – Personen, die bereits vor dem 01. Januar 2001 eine Erwerbsunfähigkeitsrente bezogen haben, erhalten diese auch weiterhin.

Bezeichnung:Erwerbsunfähigkeitsrente
Einführung:01. Januar 1992
Zweck:Absicherung bei Erwerbsunfähig durch Krankheit oder Unfall
Änderung:Seit 01. Januar 2001 ersetzt durch Erwerbsminderungsrente

Erwerbsunfähigkeitsrente: Unterschied zur Erwerbsminderungsrente

Die Erwerbsminderungsrente ersetzt in der Bundesrepublik Deutschland seit dem 01. Januar 2001 die Erwerbsunfähigkeitsrente. Somit ist in den meisten Fällen, wenn von der Erwerbsunfähigkeitsrente gesprochen wird, eigentlich die Erwerbsminderungsrente gemeint. Vor der Abschaffung der Erwerbsunfähigkeitsrente wurde diese nur dann gewährt, wenn der Arbeitnehmer überhaupt nicht mehr arbeitsfähig war. Konnte der Beruf nur noch bis zu einer Kapazität von maximal 50 Prozent ausgeübt werden, wurde eine Berufsunfähigkeitsrente (BU Rente) bewilligt.

Menschen, die durch Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeitsfähig sind, erhalten eine Erwerbsunfähigkeitsrente. (Symbolbild)

Der vor dem Krankheitsfall ausgeübte Beruf spielt mit Einführung der Erwerbsminderungsrente nun keine Rolle mehr. Für die Berechtigung ist es jetzt unerheblich, wenn der Arbeitnehmer den vorher ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann, aber noch eine alternative Tätigkeit. Alle, die vor dem 02. Januar 1961 geboren wurden, profitieren noch von dem alten Recht. Bei Ihnen wird lediglich geprüft, ob sie noch in dem erlernten oder einem gleichwertigen Beruf arbeiten können.

Wann spricht man von Erwerbsunfähigkeit?

Eine Erwerbsunfähigkeit im Sinne der Erwerbsunfähigkeitsrente lag vor, wenn die betroffene Person nicht mehr arbeitsfähig war. Konnte der Beruf nur noch bis zu einer Kapazität von maximal 50 Prozent ausgeübt werden, sprach man von Berufsunfähigkeit. In diesem Fall wurde bis Ende 2000 eine Berufsunfähigkeitsrente bewilligt. Diese Unterscheidung entfällt mit der Einführung der Erwerbsminderungsrente am 01. Januar 2001.

Wie viel darf man bei einer Erwerbsunfähigkeitsrente zusätzlich arbeiten?

Für viele Bezieher einer Erwerbsunfähigkeitsrente in Deutschland stellt sich die Frage, wie viel sie zusätzlich als Nebenverdienst einnehmen dürfen. Dabei wird zwischen einer vollen Erwerbsunfähigkeitsrente und einer anteiligen Erwerbsunfähigkeitsrente unterschieden. Es ist generell möglich, trotz einer Erwerbslosigkeit einen Nebenverdienst zu erzielen.

Grundsätzlich ist es erlaubt, drei Stunden pro Tag zu arbeiten und die Rente dennoch ohne Abzüge zu erhalten. In ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkte Menschen, die bis zu sechs Stunden am Tag arbeiten, haben immerhin die Möglichkeit, die halbe Erwerbsunfähigkeitsrente zu bekommen. Dies begründet sich darin, dass diese Rentenform sich ausschließlich an Personen richtet, die eine Arbeitsunfähigkeit aufweisen – unabhängig des Berufsfeldes. Die Hinzuverdienstgrenzen bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung gleichen dabei denen der vorgezogenen Altersrente.

Rente bei Arbeitsunfähigkeit: Wann und wie lange gibt es Erwerbsunfähigkeitsrente?

Berechtigt zum Erhalt der Erwerbsunfähigkeitsrente ist, wer in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit mindestens 36 Monate lang Beitrage an die Deutsche Rentenversicherung geleistet hat. Bezugsberechtigt ist, wer unter anderem aufgrund einer der folgenden Krankheiten oder Einschränkungen arbeitsunfähig wird:

  • Krebsleiden
  • Unfälle, die zu dauerhaften Behinderungen führen
  • Autoimmunkrankheiten
  • Stoffwechselstörungen, die zur Arbeitsunfähigkeit führen
  • Herzerkrankungen
  • Psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen
  • Erkrankungen der Wirbelsäule

Die Erwerbsunfähigkeitsrente wird in der Regel ab dem Zeitpunkt gezahlt, ab dem Ansprüche auf Krankengeld der Krankenkasse nicht mehr geltend gemacht werden können. Berechtigte beziehen Erwerbsunfähigkeitsrente bei gleichbleibendem Gesundheitsstatus bis zum Eintritt der Regelaltersrente.

Aus gesundheitlichen Gründen im Ruhestand: Wie hoch ist die Erwerbsunfähigkeitsrente 2020?

Wie hoch die Erwerbsunfähigkeitsrente ausfällt, hängt von diversen Faktoren ab. Dazu zählt zum Beispiel, wie viel bereits in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt wurde. Aber auch die Dauer der vorherigen versicherungspflichtigen Beschäftigung spielt eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2020 lag die Erwerbsunfähigkeitsrente bei 34 Prozent des letzten Bruttoverdienstes.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa

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