Bundestagswahl 2021
Laschet im Umfrage-Tief: Jetzt platzt Söder der Kragen
Geschlossenheit war einmal: Markus Söder (CSU) wirft Armin Laschet ein Versagen im Wahlkampf vor. Jetzt will sich der Bayer selber stärker einmischen.
Berlin – Angesichts der bröckelnden Umfragen hängt in der Union jetzt der Haussegen schief: Mit einer ungewöhnlich scharfen Attacke im CSU-Präsidium sorgte Markus Söder (CSU) für viel Unruhe in der Partei. So warf der bayerische Ministerpräsident dem Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) indirekt ein Versagen im Wahlkampf vor.
| Deutscher Politiker: | Markus Söder (CSU) |
| Geboren: | 5. Januar 1967 (Alter 54 Jahre), Nürnberg |
| Größe: | 1, 94 Meter |
| Aktuelles Amt: | Bayerischer Ministerpräsident |
„Die Lage ist äußerst schwer“, polterte Söder nach einem Bericht der Bild-Zeitung hinter verschlossenen Türen. Zugleich drohte er an, sich kurz vor der Bundestagswahl 2021 jetzt stärker in den Wahlkampf einmischen zu wollen.
Bundestagswahl 2021: Markus Söder (CSU) attackiert Armin Laschet (CDU) für Versagen im Wahlkampf
Söders Wortmeldung bietet einiges an Brisanz. Laut dem Medienbericht warnte der CSU-Chef vor der Gefahr, am Ende des Wahlkampfes durch eine Ampelkoalition oder durch ein Linksbündnis ausgebremst zu werden. „Man kann es drehen, wie man will. Aber es ist nicht leicht“, wird er von der Bild zitiert.
Er wolle aber gerne helfen, das zu verhindern. Schließlich bekomme er im ganzen Land viele Aufforderungen dazu. Allein die Tatsache, dass sechs Wochen vor der Wahl über einen Austausch der Kandidaten diskutiert werde, zeige doch, wie ernst die Situation für die Union sei, warnte er.
Söder reagierte damit auch auf die jüngste Forsa-Umfrage. Nachdem Laschet nach seiner Nominierung zum Kanzlerkandidaten lange wie der sichere Sieger ausgesehen hatte, schmolz der Vorsprung zuletzt immer weiter in sich zusammen. Nun liegt er mit 23 Prozent nur noch zwei Prozentpunkte vor der SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz, der in den vergangenen Wochen zu einer fulminanten Aufholjagd angesetzt und die Grünen mit Annalena Baerbock bereits eingeholt hat. Laut den Wahlforschern luchst Scholz insbesondere Laschet die enttäuschten Wähler ab.
In der Union macht man Laschet persönlich für die Entwicklung verantwortlich. Mit einer Plagiatsaffäre leistete er sich neben Ungeschicklichkeiten bei der Bewältigung der Flut-Katastrophe einige Patzer, die der Wähler offenbar nicht goutiert. Stattdessen würden immer mehr Unionsanhänger einen Kanzlerkandidaten Söder bevorzugen. Das bestätigte die Forsa-Umfrage ebenfalls.
Miese Umfragen: Tauscht CDU/CSU den Kanzlerkandidaten aus? Laschet von Söder nur noch genervt
Doch statt die Debatte auszutreten, heizte Söder sie nun mit seiner Attacke wohl erst richtig weiter an. Im Laschet-Lager beschwert man sich seit Wochen über Störfeuer aus München. Der Ministerpräsident, der selber Ambitionen auf das Kanzleramt hatte, könne schwer mit seiner Niederlage im parteiinternen Rennen um die Spitzenkandidatur umgehen, heißt es hinter vorgehaltener Hand.
Bereits am Mittwoch wies der amtierende Kanzlerkandidat den ständigen Ruf nach Söder genervt zurück. „Die CDU und die CSU haben klar entschieden“, stellte er bei einem Wahlkampfauftritt im niedersächsischen Oldenburg klar. Einen Wechsel werde es nicht geben. Er sei im Wahlkampf. Und darauf werde er sich konzentrieren, fügte er hinzu. Doch mit Söders Zwischenruf dürfte genau das ungemein schwierig werden.
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