Influenza kehrt zurück

Moderna: Doppelter Schutz – Kombi-Impfstoff hilft gegen Corona und Grippe

Eine Spritze gegen alles: Moderna plant einen neuen Kombi-Impfstoff. Er schützt gegen Covid-19 und die Grippe. Denn die Influenza könnte noch für viel Ärger sorgen.

Cambridge – Während die Omikron-Variante von Paris bis Niedersachsen wütet, trifft besonders Frankreich jetzt auch noch die Grippe. Die EU-Seuchenschutzbehörde warnt bereits vor einer „Zwillings-Epidemie“ in Europa. Das Biotechnologieunternehmen Moderna plant jetzt einen Impfstoff, der sowohl gegen Influenza als auch gegen das Corona-Virus wirken soll. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) begrüßt einen Kombi-Impfstoff und hofft auf erhöhte Impfbereitschaft.

Name:Moderna, Inc.
Segment:Biotechnologieunternehmen
Sitz:Cambridge, Massachusetts

Corona-Virus und Grippe: Moderna-Booster soll auch Influenza-Impfung sein – Kombi-Impfstoff geplant

Die Omikron-Variante sorgt auch in Deutschland für steigende Infektionszahlen. Den fünften Tag in Folge wurden bei der Inzidenz Höchstwerte erreicht. Die Corona-Pandemie belastet Gesundheitssysteme stark, auch deshalb wurden in Deutschland zuletzt konkrete Regelungen für die Triage gefordert. Nun könnten die Gesundheitssysteme durch eine drohende Grippewelle weiter unter Druck geraten. Die europäische Seuchenschutzbehörde geht davon aus, dass die Grippewelle bereits begonnen hat. Ein neuer Impfstoff von Moderna soll Abhilfe schaffen – gegen Corona und die Grippe. Biontech plant derweil einen eigenen Omikron-Impfstoff.

Rückkehr von Influenza – Europa droht die Grippewelle: Moderna will jetzt einen Impfstoff gegen das Corona-Virus und die Grippe entwickeln.

Seit Mitte Dezember liegt die Zahl der Influenza-Fälle über dem zuvor vorausgesagten Wert, das berichtet das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). Im letzten Winter hatte der Kampf gegen die Corona-Pandemie die Grippe stark zurückgedrängt: Strenge Hygienemaßnahmen drückten die Zahl der Influenza-Fälle auf den tiefsten Wert seit langem.

Die aktuellen Zahlen liegen immer noch niedriger als vor der Pandemie, dennoch ist in Anbetracht der ohnehin belasteten Systeme Vorsicht geboten. Symptome einer Grippe sind meist plötzlich auftretendes Krankheitsgefühl und Fieber. Hinzu kommen häufig Kopf- und Gliederschmerzen sowie Husten. Influenzaviren können sich in Lunge, Gehirn und Herz ausbreiten und dort Spätfolgen verursachen.

Influenza: Grippe könnte die durch das Corona-Virus beanspruchten Gesundheitssysteme überlasten – Moderna plant Impfstoff

Das Biotechnologieunternehmen Moderna plant jetzt einen Impfstoff, der sowohl Corona-Booster als auch Influenza-Impfstoff sein soll. Der Moderna-Booster wurde für 2023 in Aussicht gestellt. Er soll in beiden Fällen als Auffrischungsimpfung wirken. Bei einer virtuellen Tagung erklärte Moderna-Chef Stephane Bancel, der Impfstoff könne in einigen Ländern im Optimalfall bis Herbst nächsten Jahres verfügbar sein.

Ziel sei es, für die Grippe und das Corona-Virus zusammen nur eine Auffrischungsimpfung erhalten zu müssen. Der aktuelle Corona-Impfstoff von Moderna wurde wegen Nebenwirkungen* bei jüngeren Patienten von der STIKO zuletzt nur für über 30-Jährige empfohlen. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) begrüßt die Entwicklung eines kombinierten Impfstoffs, er hofft darauf, so die Impfbereitschaft erhöhen zu können. Menschen, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden, brauchen indessen zukünftig eine Drittimpfung für den Booster-Status.

Lauterbach hatte erst kürzlich vor einer Rückkehr der Delta-Variante gewarnt und in diesem Rahmen immer wieder dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen. Lauterbach befürwortet eine Impfpflicht ebenso wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der mit ihr den „Teufelskreis durchbrechen“ will.

Influenza in Frankreich: Grippeepidemie parallel zu hohen Corona-Inzidenzen durch Omikron – Moderna Impfstoff könnte helfen

Besonders Frankreich ist bereits stark von der Grippewelle betroffen. Das Land hat parallel dazu bereits mit einer außerordentlich hohen Inzidenz in der Corona-Pandemie zu kämpfen und deshalb erst kürzlich seine Corona-Regeln verschärft. In drei Regionen Frankreichs herrscht bereits eine Grippeepidemie, das geht aus Daten des französischen Gesundheitsministeriums hervor. Dazu gehört unter anderem auch die Île-de-France um Paris. Andere Regionen befinden sich den Angaben zufolge in einer „präepidemischen Phase“. Bisher gab es in dieser Saison 72 schwere Grippefälle und sechs Todesfälle in Frankreich.

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Hinzu kommt, dass sich offensichtlich ein Virusstrang durchsetzt, der gefährlicher ist als andere. Dabei handelt es sich um den Virusstrang H3. Unter der älteren Bevölkerung sorgt dieser in der Regel für die meisten schweren Fälle. Labortests hatten ergeben, dass aktuelle Impfstoffe dieses Jahr nicht optimal gegen den Virusstrang wirken. Für Analysen der Wirkung in der Realität braucht es allerdings eine größere Zahl erkrankter Patienten. Der neue Influenza- und Corona-Impfstoff von Moderna könnte in der aktuellen Situation helfen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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