Vorzeitiger Ruhestand

Rente mit 60 Jahren noch möglich?

Mit 60 in Rente - bis vor einigen Jahren ging das noch. Trotz einer Anhebung des Rentenalters gibt es aber Möglichkeiten für den vorzeitigen Ruhestand.

Berlin – Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland möchten schon vor dem Erreichen des regulären Rentenalters in den Ruhestand gehen. Aber ab welchem Alter ist das möglich? Bis zum Jahr 2017 konnte man unter bestimmten Voraussetzungen mit 60 regulär in Rente gehen. Im Zuge von Gesetzesreformen und der Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters wurde die Möglichkeit der Rente mit 60 jedoch durch die Politik abgeschafft.

Rente mit 60: Ist sie in Deutschland noch möglich?

Fakt ist: Die Rente mit 60 gibt es in der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr. Dennoch ist es möglich, vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter von 67 Jahren in Rente zu gehen. Diese Option besteht vornehmlich für Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahre lang aktiv in die Rentenkasse eingezahlt haben. Sie gelten als besonders langjährig versichert und können ohne Abschläge bereits mit 63 Jahren in Frührente gehen.

Sollte ein Arbeitnehmer hingegen nur 35 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung vorweisen können und bereits mit 63 Jahren in den Ruhestand gehen wollen, so muss er mit deutlichen Abschlägen rechnen. Diese Abzüge gelten dann lebenslang und die Rente fällt geringer aus. Für ältere Arbeitnehmer ist das Alter von 63 Jahren derzeit der frühestmögliche Zeitpunkt, um in den Ruhestand gehen zu können.

Viele Menschen träumen vom vorzeitigen Ruhestand, aber ist die Rente mit 60 noch möglich? (Symbolbild)

Für jüngere Arbeitnehmer ab Jahrgang 1964 verschiebt sich dieser Zeitpunkt im Zuge der Gesetzesanpassung jedoch auf 65 Jahre. Diese Altersgruppe kann also erst zwei Jahre vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter von 67 Jahren in den Ruhestand gehen. Bei geringeren Beitragsjahren greifen jedoch auch hier wieder teils deutliche Abzüge.

Wie kann ich mit 60 in Rente gehen?

Heute ist es nicht mehr vorgesehen, dass Erwerbstätige bereits mit 60 Jahren in den Ruhestand gehen. Grund für die Anhebung des Renteneintrittsalters ist neben dem demografischen Wandel vor allem die Erhöhung der Lebenserwartung. Ein Rentenbeginn vor dem 67. Lebensjahr ist damit nur mit hohen Abschlägen und Abzügen zu realisieren.

Ältere Arbeitnehmer können aber auf die sogenannte Altersteilzeit zurückgreifen. Sie ist eine Art vorzeitige Rente über den Betrieb und kann auch schon in Anspruch genommen werden, wenn man jünger ist als 63 Jahre. Hierfür bedarf es jedoch einer entsprechenden Reglung seitens des Arbeitgebers.

Um sich eher zur Ruhe setzen zu können, ist ein starkes finanzielles Polster notwendig. Um dies zu erreichen, sollte bereits in frühen Jahren mit der Altersvorsorge begonnen werden. Diese kann entweder über eine private Rentenversicherung oder aber über Geldanlagen wie Investitionen in Wertpapiere erfolgen. So kann beispielsweise in Einzelaktien, Fonds oder sogenannte ETFs investiert werden. Auch Immobilien können eine geeignete Altersvorsorge darstellen.

Für die private Altersvorsorge stehen zudem gesetzlich geförderte Produkte wie zum Beispiel die Riesterrente oder auch die Basisrente (Rürup-Rente) zur Verfügung. Beide Modelle werden vom Staat durch Zulagen und Steuervorteile gefördert.

Mit 60 Jahren in Rente: Wie viel Geld benötige ich dafür?

Um sich den Traum vom frühen Ruhestand verwirklichen zu können, braucht man ausreichende finanzielle Rücklagen. Wie viel Geld jeweils benötigt wird, ist von den individuellen Ansprüchen und Umständen abhängig. Wer schon vor dem frühestmöglichen Renteneintrittsalter von 63 nicht mehr arbeiten möchte, muss seinen Lebensunterhalt komplett aus Ersparnissen oder privaten Altersversicherungen finanzieren. Da keine Rentenbeiträge mehr gezahlt werden, fällt auch die spätere Altersrente geringer aus.

Bei einer Frührente ab 63 Jahren muss mit hohen Abzügen gerechnet werden. Ausnahmen gibt es nur, wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeitsfähig ist und deswegen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente hat. Berufstätige, die vom vorzeitigen Ruhestand träumen, sollten sich insbesondere über die folgenden Punkte Gedanken machen:

  • Wie viel Geld wird im Alter benötigt?
  • Welche Rente steht mir zu?
    (Grundlage hierfür sind die Renteninformationen, die allen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern zugesandt werden, auch die sogenannte Rentenabzugstabelle hilft hier weiter)
  • Wie lange wurde bereits in die Rentenversicherung eingezahlt?
  • Wie hoch ist die Versorgungslücke?
  • Werden für einen vorzeitigen Ruhestand weitere finanzielle Mittel notwendig?

Bei der Planung für den vorzeitigen Ruhestand muss man seinen finanziellen Bedarf realistisch einschätzen und es gibt viel zu beachten. So bleibt beispielsweise ein Rentenabschlag dauerhaft bestehen, auch wenn man das reguläre Rentenalter erreicht hat. Nutzen Sie also das Angebot der Deutschen Rentenversicherung und vereinbaren Sie einen persönlichen Beratungstermin für alle Fragen rund um die Frührente.

Rubriklistenbild: © imago

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