Blick in die Zukunft
Gladbachs Streben nach Konstanz: Virkus-Vertrag darf nur der Anfang sein
Borussia Mönchengladbach hat sich in der Bundesliga stabilisiert - aber was benötigen die Fohlen für eine größere Konstanz?
Mönchengladbach – Mit dem Heimspiel gegen den FC Augsburg (0:3) endete die Erfolgsserie von Borussia Mönchengladbach, von einem Rückschlag kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht gesprochen werden.
Gladbach erlebt ein versöhnliches Jahr
Borussia ist weiterhin im Soll, belegt nach 23 Spieltagen den neunten Tabellenplatz und hat noch immer die Möglichkeit, einige Plätze gutzumachen. Es ist ein versöhnliches Jahr, in dem zugleich die Weichen für die Zukunft gestellt werden.
Am 31. Januar verkündete Gladbach die Verlängerung des Vertrages von Sport-Geschäftsführer Roland Virkus. Der Kontrakt des 58-Jährigen wäre am 30. Juni ausgelaufen, laut eines Berichts der Bild-Zeitung soll Virkus nun einen Rentenvertrag mit unterschiedlichen Ausstiegsszenarien besitzen.
Seit Februar 2022 steht Virkus an der Speerspitze der sportlichen Leitung. Unter seiner Ägide erfolgte die Trennung von Adi Hütter, nach dem Übergangsjahr unter Daniel Farke in der Saison 2022/23 übernahm Gerardo Seoane den Trainerposten. Das gemeinsam erklärte Ziel lautete, junge Spieler zu entwickeln und den peu à peu erfolgenden Umbruch zu moderieren.
Wann beginnen Vertragsgespräche mit Seoane?
Bis 2026 ist Seoane an Borussia gebunden, insofern stellt sich mittelfristig auch die Frage, ob es bald Zeit wird, mit dem Übungsleiter über eine Vertragsverlängerung zu sprechen.
Für diesen Schritt sprechen die strukturellen Begebenheiten. Virkus ist ein Verfechter von Seoane, verteidigte den Schweizer in der wechselhaften Debütsaison ein ums andere Mal und ließ spätestens auf der Mitgliederversammlung im April 2024 keine Zweifel daran aufkommen, den Weg mit ihm fortsetzen zu wollen.
Rückendeckung erhielt der Trainer nicht nur in Form von Worten. Der im Sommer verpflichtete Sportkoordinator David Zibung spielte einst mit Seoane beim FC Luzern zusammen (2007-2010) und war sogar noch im Profi-Kader, als der frühere Innenverteidiger im Januar 2018 den Cheftrainerposten übernahm.
Zibung war das letzte Puzzleteil, um eine Struktur zu errichten, in der Seoane mit der Unterstützung von allen Seiten den Grundstein für eine stabile Zukunft legen kann. Der 46-Jährige hat das Vertrauen gerechtfertigt und schon im Februar so viele Punkte eingefahren wie in der Vorsaison (34).
Seoane hat sich vom Wechselspiel zwischen Dreier- und Viererkette verabschiedet, auf ein 4-2-3-1 festgelegt und ein variables Ballbesitzspiel entwickelt. Die Gladbacher Defensive hat an Robustheit gewonnen, gleichzeitig bleibt die Gefahr im Umschaltspiel über die pfeilschnellen Außenbahnspieler Franck Honorat und Nathan Ngoumou erhalten.
Auch in puncto Spielerentwicklung hat Seoane Argumente gesammelt. Linksverteidiger Lukas Ullrich ist einer der Shootingstars dieser Saison, auch sein Konkurrent Luca Netz hat Fortschritte erzielt. Sommerneuzugang Philipp Sander ist geschickt ins Mittelfeld integriert worden, Ngoumou erlebte im Februar seine stabilste Phase bei Borussia und Rocco Reitz hat den nächsten Schritt zum Führungsspieler gemacht.
Was braucht Gladbach für mehr Konstanz?
Da sich Gladbach nach den Trennungen von Marco Rose (2021), Hütter (2022) und Farke (2023) nach mehr Konstanz auf der Trainebank sehnt, wirken Gespräche über eine Ausdehnung der Zusammenarbeit mit Seoane in absehbarer Zeit realistisch.
Gleichwohl ist nicht nur die Trainerfrage für eine noch konstantere Borussia entscheidend. Genauso ausschlaggebend wird die Antwort auf die Frage sein, welche Entscheidungen die Verantwortlichen im Transfersommer treffen werden.
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Mit Kevin Diks und Jens Castrop hat Gladbach zwei Neuzugänge in der Hinterhand, dennoch werden Virkus und Co. viele Fragen zu beantworten haben. Werden sich die beiden erfahrenen Kräfte Ko Itakura und Nico Elvedi verabschieden? Was passiert in der Außenverteidigung? Treffen schon in diesem Jahr Angebote für Reitz ein, die der Klub nicht ablehnen kann? Auch die Frage nach einem weiteren zuverlässigen Torschützen darf gestellt werden, da Tim Kleindienst und Alassane Pléa für 20 von 35 Saisontreffern verantwortlich sind.
Virkus betont regelmäßig, es sei die Aufgabe des Klubs, auf alle Szenarien vorbereitet zu sein und adäquate Lösungen zu finden. Spieler dieser Qualität zu ersetzen oder dem Kader weitere Qualität hinzuzufügen, ist sportlich und finanziell eine große Aufgabe, doch wenn die Entwicklung weiterhin eine positive Richtung einschlagen soll, wird die Risikobereitschaft des Klubs gefragt sein.
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