Der Fall Itakura

Roland Virkus steht in Gladbach vor der ersten großen Herausforderung

Werden Ko Itakura und Borussia Mönchengladbach im Sommer ihre Wege trennen? Roland Virkus steht vor der ersten großen Herausforderung.

Mönchengladbach – Hinter Roland Virkus liegen drei intensive Jahre. Der Sport-Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach musste mit wenigen finanziellen Mitteln einen Umbruch einleiten.

Virkus steckte früh erste Rückschläge ein

Sich von den alten Strukturen lösen und etwas Neues schaffen, davon sprach Virkus schon wenige Monate nach seiner Amtsübernahme im Februar 2022. Der Start verlief jedoch äußerst kompliziert, weil die Corona-Pandemie für einen finanziellen Einbruch gesorgt hatte, der nicht über Spielerverkäufe aufgefangen werden konnte.

Im Sommer 2022 ließ Matthias Ginter seinen Vertrag auslaufen, 2023 gingen auch Ramy Bensebaini und Marcus Thuram zum Nulltarif. Zwar schlug Virkus für Jordan Beyer und Jonas Hofmann insgesamt 25 Millionen Euro heraus, doch hätten die Fohlen zumindest für Bensebaini und Thuram weitere Einnahmen kassiert, hätte Virkus mehr gestalten können als bisher.

Nun gilt das ablösefreie Trio als Altlast der Ära von Ex-Sportchef Max Eberl, der in seinen letzten Jahren am Niederrhein zunehmend vom Erfolgsweg abgekommen war. Doch umso wichtiger wird für Virkus der Fall Ko Itakura.

Idealbild der Transferpolitik von Borussia Mönchengladbach

Der japanische Innenverteidiger war einer der ersten Transfers seiner Amtszeit. Das Profil lag auf der Hand: Itakura hatte sich bei seiner Leihstation Schalke 04 in der 2. Bundesliga für höhere Aufgaben empfohlen. Mit einer Ablösesumme von fünf Millionen Euro war das Investment erschwinglich, dafür brachte Itakura das Potenzial mit, sich auf Anhieb in der Bundesliga zu etablieren.

Um langfristig die wirtschaftlichen und sportlichen Perspektiven zu verbessern, fahndet Virkus nach Spielern mit Entwicklungspotenzial, die für einige Jahre zum festen Mannschaftskern gehören, ihren Marktwert steigern und dann verkauft werden sollen. Seit August 2024 steht bei Itakura ein Abschied im Raum, der niederländische Spitzenklub PSV Eindhoven galt seinerzeit als interessiert.

Roland Virkus sucht nach entwicklungsfähigen Spielern für Borussia Mönchengladbach.

Dass von Vereinsseite aus die Tendenz auf eine Trennung hindeutet, liegt auf der Hand. Itakura ist bis 2026 an Borussia gebunden, eine Verlängerung bahnt sich nicht an. Im Sommer können die Fohlen abkassieren, mit Kevin Diks steht ohnehin schon ein Nachfolger in den Startlöchern.

Itakura ist bereit für den nächsten Schritt

Auch die Spielerseite ist nach Informationen von fussball.news, dem Fußball-Portal von IPPEN.MEDIA, offen für einen Transfer. Kommt im Sommer ein gutes Angebot, fühlt sich Itakura bereit für den nächsten Schritt. Das Interesse auf dem Markt schwindet keineswegs.

Dem 35-fachen japanischen Nationalspieler dürfte vorschweben, künftig bei einem dauerhaften Anwärter auf einen Europapokalplatz zu spielen – auch wenn in dieser Saison die überraschende Chance mit Borussia besteht, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Wird ein Klub wie Eindhoven vorstellig, der zudem die Aussicht auf Titelgewinne verspricht, ist das ein weiteres triftiges Argument für einen Wechsel.

Rekord-Summe 222 Millionen Euro: Die 11 teuersten Transfers der Geschichte

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Bei Atlético Madrid und der französischen Nationalmannschaft überzeugte Antoine Griezmann auf ganzer Linie – auch den FC Barcelona. Die Katalanen kauften im Sommer 2019 den heute 31-Jährigen für 120 Millionen Euro. Zwischenzeitlich wurde er allerdings wieder an Atlético Madrid ausgeliehen.  © PIERRE-PHILIPPE MARCOU
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Eden Hazard, dessen Bruder Thorgan beim BVB aufläuft, wechselte 2021 vom FC Chelsea zu Real Madrid. Die Königlichen bezahlten für den Transfer nicht weniger als 115 Millionen Euro.  © JOHN THYS
Im Januar 2023 sorgte der FC Chelsea für einen Transfer-Hammer im Winter. 121 Millionen Euro legten die Blues für Enzo Fernandez von Benfica Lissabon auf den Tisch. Zusammen mit dem Mittelfeld-Juwel gewannen die Londoner 2025 die Klub-WM in den USA.
Im Januar 2023 sorgte der FC Chelsea für einen Transfer-Hammer im Winter. 121 Millionen Euro legten die Blues für Enzo Fernandez von Benfica Lissabon auf den Tisch. Zusammen mit dem Mittelfeld-Juwel gewannen die Londoner 2025 die Klub-WM in den USA.  © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd
Florian Wirtz ist der einzige deutsche Spieler in dieser Liste. Nachdem er Bayer 04 Leverkusen zur ersten Bundesliga-Meisterschaft der Vereinsgeschichte führte, eiste der FC Liverpool den Offensiv-Künstler für 125 Millionen Euro von der Werkself weg.
Florian Wirtz ist der einzige deutsche Spieler in dieser Liste. Nachdem er Bayer 04 Leverkusen zur ersten Bundesliga-Meisterschaft der Vereinsgeschichte führte, eiste der FC Liverpool den Offensiv-Künstler für 125 Millionen Euro von der Werkself weg. © IMAGO/Conor Molloy
Jude Bellingham spülte dem BVB mit seinem Wechsel zu Real Madrid satte 127 Millionen Euro in die Kassen. Direkt in seinem ersten Jahr holte er mit den Königlichen im Anschluss die Champions League – gegen seinen Ex-Verein.
Jude Bellingham spülte dem BVB mit seinem Wechsel zu Real Madrid satte 127 Millionen Euro in die Kassen. Direkt in seinem ersten Jahr holte er mit den Königlichen im Anschluss die Champions League – gegen seinen Ex-Verein. © IMAGO/Sergio Ruiz / PRESSINPHOTO
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Der Angreifer Joao Felix zählt ebenfalls zu den teuersten Transfers der Geschichte. Seine Verpflichtung kostete Atlético Madrid 127,2 Millionen Euro. 2019 erhielt er den Golden Boy Award als bester U21-Spieler Europas. © OSCAR DEL POZO
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Auf Platz fünf ist Philippe Coutinho. FC Barcelona hat 135 Millionen Euro an Liverpool gezahlt. Richtig durchsetzen konnte er sich bei den Blaugranas allerdings nicht. 2019 – ein Jahr nach seiner Verpflichtung in Barcelona – wurde er erst an den FC Bayern, dann an Aston Villa verliehen. An den England-Klub wurde er dann 2022 verkauft.  © DOUGLAS MAGNO
Platz vier schnappt sich ein weiterer Liverpool-Transfer der Saison 2025/26. Für 145 Millionen Euro verpflichteten die Reds Stürmer Alexander Isak von Newcastle United und krönten den Schweden damit zum teuersten Premier-League-Transfer der Geschichte.
Platz vier schnappt sich ein weiterer Liverpool-Transfer der Saison 2025/26. Für 145 Millionen Euro verpflichteten die Reds Stürmer Alexander Isak von Newcastle United und krönten den Schweden damit zum teuersten Premier-League-Transfer der Geschichte. © IMAGO/Mickael Chavet
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Wir sind auf dem Siegertreppchen angekommen: Platz drei der teuersten Transfers aller Zeiten belegt Ousmane Dembélé. Bei seinem Wechsel vom BVB zum FC Barcelona kassierte Borussia Dortmund 140 Millionen Euro. Sein Vertrag beim FC Barcelona geht bis Juni 2022. © LLUIS GENE
KYLIAN MBAPPE, PSG, Ligue 1, PSG vs Metz 5-0, Paris LIGUE 1 2021-22 PSG-METZ 5-0 - FESTA VITTORIA CAMPIONATO
Kylian Mbappé ist der zweitteuerste Transfer aller Zeiten. Sein Wechsel ließ sich AS Monaco fürstlich entlohnen. 180 Millionen Euro musste Paris Saint-Germain bezahlen. Ursprünglich sollte seine Verpflichtung 145 Millionen Euro kosten, durch seine Verlängerung bei den Hauptstädtern im Jahr 2022 stieg die Summe aber nochmal um 35 Millionen Euro – aufgrund von Bonuszahlungen. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Neymar (PSG) FOOTBALL : Paris St Germain Vs FC Metz - Ligue 1 - 21/05/2022 MichaelBaucher/Panoramic PUBLICATIONxNOTxINxF
Mit weitem Abstand führt Neymar die Liste der teuersten Transfers an. Auch hier musste Paris Saint-Germain tief in die Tasche greifen: 222 Millionen Euro kostete die Rekordverpflichtung. Sein Vertrag läuft bis 2025.  © IMAGO/Michael Baucher

Auf Basis der Entwicklung in der laufenden Saison wirkt es, als stehe der perfekte Zeitpunkt für einen Transfer bevor. Itakura bleibt erstmals von Verletzungen verschont, hat nach der endgültigen Rückkehr zur Viererkette seinen Anspruch als Abwehrchef untermauert. Gleichwohl ist er nach fussball.news-Informationen weiterhin zufrieden bei Borussia.

Itakura wäre der erste vollständige Virkus-Transfer

Auch wenn Virkus im Dezember davon gesprochen hat, den Vertrag verlängern zu wollen, lautet mutmaßlich die primäre Frage, ob es ihm gelingen wird, Itakura am Saisonende zu transferieren.

Ein ablösefreier Abgang wäre finanziell schmerzhaft und auch für Virkus selbst ein Rückschlag. Lautet das Ziel, Werte zu entwickeln, dann ist damit auch ein späterer Profit verbunden. Außerdem will Gladbach nach den schmerzhaften Erfahrungen der vergangenen Jahre Spielerverluste zum Nulltarif unbedingt vermeiden.

Im Falle von Manu Koné hat Virkus angedeutet, auch Verkäufe über die Bühne zu bringen. Die Personalie Itakura ist für den Sport-Geschäftsführer aber deshalb besonders, weil er sein erster „kompletter“ Transfer sein kann.

Virkus hat ihn von Manchester City losgeeist, unter Daniel Farke und Gerardo Seoane entwickeln lassen und kann ihn jetzt mit Gewinn verkaufen. In den Augen mancher Fans, die kritisch über sein Schaffen diskutieren, hätte der 58-Jährige mit einem erfolgreichen Abschluss ein großes Argument auf seiner Seite.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Taeger

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