„Richtiges Serienangebot“ geplant
BMW gibt Wasserstoffauto in Serienproduktion: „Potenzial für die Zukunft“
BMW hat die Kleinserien-Produktion seines Wasserstoffautos „iX5 Hydrogen“ gestartet. Schon im November soll das Brennstoffzelle-Auto auf der Straße sein.
- „Potenzial für die Zukunft“: BMW startet Serienproduktion von Wasserstoffauto
- Wasserstoffauto von BMW: Kleinserie gestartet – „Richtiges Serienangebot“ geplant
- Wasserstoffauto in Kleinserie: BMW setzt auf „fehlendes Puzzle-Teil“
München - Bereits vor einigen Monaten kündigte BMW an, Wasserstoffautos in Serie produzieren zu wollen. Nun ist es offiziell. Ab November, also noch in diesem Jahr, will BMW den „iX5 Hydrogen“ in einer Kleinserie auf die Straße bringen. Eine Wasserstoff-Version des beliebten SUVs X5 des bayerischen Autoherstellers. Glaubt man Vorstandschef Oliver Zipse, ist die Kleinserie erst der Anfang der Geschichte von BMW-Wasserstoffautos.
BMW produziert Wasserstoffauto in Kleinserie: „richtiges Serienangebot“ bereits geplant
Man prüfe bereits ein „richtiges Serienangebot“, erklärte Zipse Ende August beim Startschuss für die Produktion des Brennstoffzellen-Systems für den Wasserstoff-BMW in Garching bei München. „Es wird definitiv noch in diesem Jahrzehnt sein. Je früher, desto besser“, versicherte der Vorstandschef.
BMW lässt sich die Brennstoffzellen für sein Wasserstoffauto von Toyota liefern. Der japanische Autohersteller hat bereits einen tragbaren „Reserve-Tank“ für Wasserstoffautos vorgestellt. In Garching werden die Brennstoffzellen bei BMW zusammengebaut und anschließend in München mit den Wasserstofftanks und den hauseigenen E-Motoren in die Karosserien montiert, die aus dem US-Werk in Spartanburg kommen.
Wasserstoff „das fehlende Puzzle-Teil“: BMW iX5 Hydrogen als Kleinserie mit 100 Autos
Für BMW bleibt das E-Auto mit Batterie, wie auch für andere große Hersteller auf dem Markt, das Maß der Dinge. Spätestens 2030 soll jeder zweite BMW damit fahren. Vorstandschef Zipse will angesichts der Knappheit an Rohstoffen für Akkus und bislang nicht ausreichender Ladenetze nicht alles auf eine Karte setzen. Wasserstoff sei „das fehlende Puzzle-Teil, das E-Mobilität dort vervollständigen kann, wo sich batterie-elektrische Antriebe nicht durchsetzen werden“, sagte der BMW-Chef. Ein von deutschen Forschern entwickeltes Hybrid-Wasserstoff-Auto soll bereits bis zu 1000 Kilometer Reichweite mit einem Tank schaffen und so das emissionsfreie Fahren revolutionieren.
Die Kleinserie des BMW iX5 Hydrogen wird insgesamt 100 Fahrzeuge umfassen. Alleine die Brennstoffzelle verfügt laut BMW über eine elektrische Leistung von 125 kW / 170 PS. „In Kombination mit einem Elektromotor aus der fünften Generation der BMW-eDrive-Technologie und einer eigens für dieses Fahrzeug entwickelten Leistungsbatterie bringt der Antriebsstrang des Fahrzeugs 275 kW / 374 PS auf die Straße“, heißt es in der Pressemitteilung.
Die zwei Tanks des iX5 Hydrogen fassen zusammen bis zu sechs Kilogramm Wasserstoff. Die 100 BMW-Wasserstoffautos aus der Kleinserie sollen allerdings nicht in den Verkauf gehen. Stattdessen sollen Autofahrer in Europa, den USA, Japan, Korea und China die Fahrzeuge im Alltag erproben.
Wasserstoffauto von BMW: Konkurrenz vor allem aus Asien
Insbesondere in Asien werde bereits viel in die Infrastruktur investiert, erklärte Zipse. China will schon 2030 eine Million Wasserstoffautos auf der Straße haben. Der Hersteller Changan Automobile startete die größte Serienproduktion von Wasserstoffautos. Japan und Korea sehen ebenfalls Potenzial. Toyota und Hyundai verkaufen bereits Wasserstoffautos in kleiner Stückzahl in Serie. Von Toyota gibt es das Modell Mirai, das auch ein norddeutscher Pendler als Dienstwagen fährt. Er zog eine Bilanz zu seinen Erfahrungen mit einem Wasserstoffauto im Alltag. Hyundai bietet den SUV Nexo an.
Welches Auto fährt mit Wasserstoff? Toyota hat schon den Mirai, weitere Hersteller wie Ford folgen
Von Mercedes gab es den GLC F-Cell, der vor zwei Jahren aber wieder eingestellt wurde. Daimler entwickelt und baut allerdings zusammen mit Volvo Brennstoffzellen und will 2025 einen Lkw auf den Markt bringen. Porsche, Toyota, Mazda, Subaru, Kawasaki und Yamaha arbeiten daran, Wasserstoff in Benzinmotoren zu verbrennen. Auch der US-Hersteller Ford will Gerüchten zufolge seine Ikone, den Mustang, als Wasserstoffauto herausbringen.
„Mit dem Start der Produktion einer Kleinserie von Brennstoffzellen zeigen wir die Reife dieser Antriebsart und unterstreichen damit ihr Potenzial für die Zukunft“, fügte BMW-Chef Zipse an. In fünf Jahren könnte der Münchner Autobauer Schätzungen zufolge für die geplante Großserie von Wasserstoffautos bereit sein – sofern der Markt mitspielt.
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