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Reise-Trend: Mini-Camper – eine günstige Alternative zum Wohnmobil

Zelten ist nicht jedermanns Sache und ein Wohnmobil oder Wohnwagen für viele eine größere Investition. Eine günstigere Alternative bietet nun der Mini-Camper.

Berlin – Clever, kompakt und minimalistisch: Die Mini-Camper sind die neue Alternative zu klassischen Wohnmobilen und Wohnwagen – nur vergleichsweise preisgünstiger. Sie haben eine überschaubare Größe und erlauben im Vergleich zu größeren Wohnmobilen mehr Flexibilität bei Reisen oder im Alltag. Gerade die niedrigen Anschaffungskosten sind für die jüngere Camper-Generation ein guter Einstieg ins Campingleben auch bezeichnet als Van-Life.

Reise-Trend: Mini-Camper – eine günstige Alternative zum Wohnmobil

Der Begriff „Tiny Camper“ kommt aus den USA und erfreut sich derzeit zunehmender Beliebtheit. Es ist im Prinzip ein Auto, das mit einem Schlafplatz wie Matratze und Sitzgelegenheit, Klapptisch, Kocher und je nach individueller Gestaltung sogar mit einer Wasserversorgung ausgestattet ist. Besonders beliebt sind bei dem kleinen Reisemobil Hochdachkombis oder aber auch Vans.

Was Sie über die neue Alternative zum Zelten und Wohnmobil wissen müssen und was man beim Mini-Camper-Umbau leicht selber machen kann, haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

Mini-Camper sind günstige Wohnmobile für Minimalisten (Symbolbild)

Reise-Trend: Camping-Boom in Deutschland

Seit Jahren boomt der Markt für Campingfahrzeuge. Besonders während der Corona-Pandemie erfreute sich diese Form des Reisens großer Beliebtheit. Wie eine Auswertung des Portals camping.info ergab, haben 2022 auf deutschen Campingplätzen so viele Menschen übernachtet wie nie zuvor. Es waren rund 40 Millionen Übernachtungen und damit etwa 22 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Zu einem sei es „der aktuelle Trend zum naturnahen Urlaub und zum anderen seien die gestiegenen Zahlen auf die Reiseeinschränkungen während der Corona-Jahre zurückzuführen“, so eine Sprecherin des Portals. Ein Ort aus Niedersachsen schafft es sogar in die Top 10 der beliebtesten Campingplätze Europas.

Wurden in den vergangenen Jahren die Reisemobile zum Teil immer größer und luxuriöser, macht sich nun ein Gegentrend zu kleineren, einfacheren und kostengünstigeren Varianten bemerkbar. Was man bei einem Mini-Camper beachten muss und wann Fachleute gefragt sind – drei Experten geben Tipps.

Mini-Camper: Hilfreiche Tipps für den Alltag

Bei einem Mini-Camper muss man sich aufgrund des begrenzten Platzangebots, auf das notwendigste beschränken. Mit folgenden Tipps können Sie jedoch das Maximum aus ihrem Mini-Reisemobil herausholen:

  • Zum Übernachten ist eine faltbare Matratze empfehlenswert. Diese können tagsüber zur Sitzgelegenheit werden. Denn nicht bei allen Hochdachkombis lassen sich die Sitze zu einer flachen Liegefläche umklappen.
  • Eine Minimallösung bei der Wasserversorgung sind PET-Flaschen aus dem Supermarkt. Beim Strom kann eine Powerbank Abhilfe leisten. Für mehr wird eine wasserfeste Kabeltrommel benötigt, die man mit Landstrom verbindet. Manche komplette Campingbox verfügt auch über Wasserkanister und Hahn.
  • Für Einsteiger oder handwerklich weniger Begabte gibt es sogenannte Campingboxen: vorgefertigte Module mit Schubladenauszug und Bett zum Ausklappen. Damit kann aus einem Kombi im Handumdrehen ein Campingfahrzeug werden. Solche Boxen gibt es in vielen Preisklassen und Vorfertigungen.
  • Wer beim Umbau auf einen Hochdachkombi setzt, sollte dabei auf ein Modell mit einer Leiterklappe achten. Das ist eine Öffnung am Heck. Laut Fachbuchautor Rafael Mans „bringt das ordentlich Luft und Licht in den kleinen Kombi und nachts kann der Sternenhimmel betrachtet werden“.
  • Übernachtung auf dem Campingplatz statt auf einem Parkplatz. „Die meisten, die mit solchen Mini-Campern unterwegs sind, gehen auf Campingplätze, wegen der Infrastruktur, Toilette und Dusche“, erklärt Timo Großhans, Redakteur der Zeitschrift „Caravaning“ . Wer auf einem Parkplatz parkt, darf das in Deutschland über Nacht nur, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. In der Regel ist auch nur eine Nacht gestattet.

Mini-Camper: Was beachtet werden muss und wann ist es sinnvoll, Fachleute zurate zu ziehen

Damit Umbauprojekte planungssicher umgesetzt werden, rät Mirco Lohmann vom Tüv Nord vor jedem Umbaubeginn unbedingt mit Experten einer Prüfstelle zu sprechen. So kann sichergestellt werden, dass später nichts entfernt oder aufwendig umgebaut werden muss, falls etwas nicht rechtskonform sein sollte.

Folgende Punkte gibt es laut den Experten noch zu beachten:

  • Für die Klasse „Sonstiges Kraftfahrzeug – Wohnmobil“ gibt es besondere Steuersätze. Je nach Schadstoffklasse kann hier sogar Geld gespart werden. Eine Ummeldung kann unter Umständen auch die Versicherung günstiger machen.
  • Für eine Ummeldung müssen vier gesetzliche Mindestanforderungen erfüllt sein: ein Tisch mit Sitzgelegenheit. Dabei darf der Tisch abnehmbar oder abklappbar sein. Eine Schlafgelegenheit, das heißt eine ebene Liegefläche für mindestens eine Person. Der Autositz zählt hierbei nicht. Zudem müssen ein Schrank oder Stauraum sowie eine fest eingebaute Kochgelegenheit vorhanden sein.
  • Wird ein Fahrzeug zum Wohnmobil umgebaut, muss das sogenannte Leergewicht neu bestimmt werden. Wird keine Neubestimmung vorgenommen, läuft man Gefahr, das zulässige Gesamtgewicht zu überschreiten. Das Gesamtgewicht ergibt sich aus Leergewicht plus maximale Zuladung.
  • Jede Art von Kocher muss ein CE-Prüfzeichen haben, welches bestätigt, dass das Produkt den EU-Sicherheitsanforderungen entspricht. Die Verwendung eines Gaskartuschenkochers ist gesetzlich nur außerhalb des Fahrzeugs erlaubt. Eine einfache Lösung sind Teleskopschienen, die man so weit herausziehen kann, dass der Kocher sich außerhalb des Mobils befindet und somit genutzt werden darf.
  • Für Elektroinstallationen in Wohnmobilen gibt es VDE-Normen. Werden sie nicht eingehalten, kann das im Brandfall durch Kurzschlüsse oder Überlastungen auch rechtliche Konsequenzen haben.

Haben Sie Lust auf ein kleines Abenteuer mit dem Mini-Camper bekommen? Das sind fünf beliebte Ziele für eine Reise in Deutschland, die schön und entdeckt werden wollen. Wer einen Camping-Urlaub in Europa bevorzugt, sollte beachten, dass je nach Zielland der Camping-Urlaub unterschiedlich hoch ausfallen kann. Ein Preisvergleich mit Camping-Apps kann sich daher lohnen. (vw mit dpa)

Rubriklistenbild: © Jordi Calvera/ Imago

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