Ryanair, Eurowings und Co.

Zusätzliche Gebühren an Bord: Bei diesen Airlines kostet das Handgepäck extra

Lange galt es als Spar-Tipp, nur mit Handkoffer in den Urlaub zu fliegen. Mittlerweile kostet bei vielen Airlines der Bord-Trolley aber Extra. Erlaubt sind nur noch kleine Taschen.

Bremen – Sommer, Sonne, Strand – kurzum: für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Für einige könnte es in diesem Sommer aber auch die teuerste Zeit des Jahres werden: Experten mahnen vor allem den gestiegenen Flugpreisen. Ein Spar-Tipp, der schon so manchem mit schmaleren Geldbeutel zu den Ferien verholfen hat, ist: nur mit Handgepäck zu fliegen.

Vor allem, wer nur einen Kurzurlaub vorhat, kann sparen, wenn er statt des klobigen Koffers, auf einen kleinen Trolley umsteigt. Ein paar Shirts und Shorts, die Badehose und Unterwäsche nehmen nicht viel Platz ein, das kleine Köfferchen, das mit in die Kabine kann, dürfte da für ein paar nette Strandtage allemal reichen. Viele Airlines machen den Schnäppchen-Jägern jetzt allerdings einen Strich durch diese Rechnung. Denn das Köfferchen darf längst nicht mehr kostenlos mit in jeden Flieger genommen werden.

Um Gebühren an Bord zu vermeiden: Erlaubtes Handgepäck muss unter den Vordersitz passen

Wurden Flugtickets einst allenfalls in den Preis-Klassen „Economy“, „Business“ oder „First Class“ unterschieden, müssen Passagiere heutzutage zwischen den Unterkategorien „Light“, „Basic“ oder „Flex“ den Überblick behalten. Einheitlichkeit? Fehlanzeige.

Kostenlose Umbuchung oder Stornierung, Sitzplatzreservierungen und natürlich das Gepäck. Welche Leistungen neben der reinen Beförderung von A nach B noch im Preis enthalten sind, definiert mittlerweile nahezu jede Fluggesellschaft anders. Und ebenso individuell werden die kostenpflichtigen Extras gehandhabt. Mal bestimmt das priorisierte Einsteigen („Priority Boarding“) über den Gepäckumfang, mal gewährt die Airline neben Rucksack den Trolley bei besonderer Sitzplatz-Reservierung. Und häufig fallen Kosten am Flughafen für Leistungen an, die per Online-Buchung vorab geringer ausgefallen wären.

Bei vielen Airlines ist die Gepäckablage oberhalb der Sitzreihen kostenpflichtig. (Symbolfoto)

Vor allem beim Gepäck bitten viele Airlines die Fluggäste zur Kasse. Erlaubt sind in den günstigsten Flugtarifen oftmals nur noch kleine Handtaschen oder Rucksäcke, die unter den Vordersitz passen müssen. Die Gepäckablage oberhalb der Sitzreihen ist häufig tabu; zumindest für eben jene Passagiere, die sich für den Light oder Basis-Tarif entschieden haben.

Vom Tarif-Dschungel in den Urlaub: Je nach Airline gelten unterschiedliche Regeln und Gebühren

Billig-Fluggesellschaft Ryanair hatte schon 2018 eine extra Gebühr für Trolleys erhoben, mittlerweile haben viele Airlines nachgezogen. Vor allem Lowbudget-Flieger bieten solche Light-Tarife an. Bei der Buchung gilt es, genau hinzuschauen, notfalls auch den Zollstock anzulegen. Denn viele Fluggesellschaften nehmen es mit ihren Gepäckbestimmungen sehr genau.

Wem das kleine Täschchen nicht reicht, kann gegen Aufpreis das Gepäck upgraden. Je nach Gepäckgröße, Flugstrecke und Saison kostet bei Ryanair etwa ein zusätzlicher Trolley (bis 10 Kilo) zwischen 12 und 35 Euro. Der muss aber häufig wie die großen Gepäckstücke am Check-in-Schalter aufgegeben werden. Alternativ geht das priorisierte Einsteigen (6 bis 30 Euro), das ein zweites Handgepäck an Bord erlaubt. Bei der spanischen Vueling Airline darf der Trolley zwar nicht mit an Bord, kann aber kostenlos aufgegeben werden.

AirlineKosten für TrolleysErlaubtes Handgepäck (in Cm)
Ryanair12 bis 35 EuroKleines Gepäckstück (40x20x25)
Eurowingsab 19 EuroKleines Handgepäck (40x30x25)
EasyJetab 8 EuroKeines Handgepäck (45x36x20)
SunExpressNicht im Light-Tarif möglichKleines Handgepäck (40x30x20)
Vueling AirlinesNicht im Light-Tarif möglichKleine Tasche (40x20x30)
Wizz Air5 bis 45 EuroKleines Handgepäck (40x30x20)
Norwegian5 bis 9 EuroKleine Tasche (30x20x38)

Teurer wird es für den, der sich erst nachträglich am Flughafen umentscheidet oder vom Personal auf zu großes Gepäck hingewiesen wird. Am Flugsteig wird meist die Größe und das Gewicht der Tasche nachgemessen. Ist bei EasyJet das kleine Handgepäck (45x36x20cm) nachweislich zu groß, werden laut eigener Homepage 48 Euro fällig, beim großen Handgepäck (56x45x25cm) sind es 58 Euro. Für die Passagiere selbst, die bei einer australischen Airline gewogen werden, gilt das noch nicht.

„Billig ist nicht alles“: Günstigster Flugtarif kann in der Endrechnung teurer werden

Verbraucherschützer raten dazu, vorab die Preise genauestens zu vergleichen und die verschiedenen Endsummen je nach gewünschter Leistung durchzurechnen. Denn: „Billig ist nicht alles“, schreibt die Verbraucherzentrale Brandenburg. Am Ende könne es sein, dass Fluggäste über Zusatzkosten deutlich draufzahlen und teurer lägen als bei einem höheren Flugtarif.

Selbst bei Pauschalreisen, bei denen in der Regel über den Reiseveranstalter ein Freigepäck gesichert ist, lohnt es sich genau hinzuschauen. Denn die Gepäckbestimmungen variieren nicht nur beim Handgepäck, sondern auch beim Freikoffer von Airline zu Airline. Um am Schalter keine böse Überraschung zu erleben, sollte vorab gecheckt werden, ob einem nun 15, 20 oder 23 Kilo Freigepäck zustehen. Und im Übrigen auch die Gültigkeit des Reisepasses.

Wer dagegen flexibel beim Reiseziel ist, kann ungeachtet der Gepäckregeln günstig in den Urlaub kommen. Sind die Angebote allerdings zu verlockend, ist Vorsicht bei der Buchung geboten; vor allem Online steckt hinter den Offerten oft Abzocke. (Romina Kunze)

Rubriklistenbild: © Rolf Poss/Imago

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