Tipps vor gefährlichem Spam

E-Mail-Trick: Wie Sie sich vor fiesen Betrügern im Internet schützen

Ein unachtsamer Klick und Schadsoftware kann sich auf Ihren Computer installieren. Was Sie jetzt wissen müssen und wie Sie Spam-Mails reduzieren können.

Berlin – Unerwünschte Spam-Mails verstopfen das E-Mail-Postfach und sind mehr als lästig. Doch sie können, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert, auch gefährlich sein und Online-Betrüger auf den Plan rufen. Zuletzt warnte die Verbraucherzentrale vor einer gefährlichen Telefon-Betrugsmasche. Die Bundesnetzagentur informierte zudem über Spam-Nummern.

Häufig handelt es sich nicht nur um nervige Werbung, sondern auch um Phishing-Versuche oder andere Cyber-Angriffe. Manche sind als solche einfach zu erkennen, doch einige Spammer arbeiten inzwischen auch mit Künstlicher Intelligenz (KI), sodass die E-Mails auf den ersten Blick täuschend echt aussehen. Spams lassen sich leider nicht vollends vermeiden, aber mit ein paar Tipps und Regeln, kann man sich vor gefährlichen Nachrichten schützen und die Flut an unerwünschter, digitaler Post eindämmen. Die Verbraucherzentrale meldet derzeit viele Betrugsmails – gleich sechs Banken waren betroffen.

Bei Spam-Mails handelt es sich häufig nicht nur um Werbung – sie können auch Phishing-Versuche sein

Schutz vor Betrügern im Internet: Datensparsamkeit

Grundsätzlich sollte man sparsam mit eigenen Daten sein. Verbraucherschützer empfehlen bei Online-Diensten, wenn möglich nicht alle abgefragten Daten preiszugeben. Denn „mit dem Geburtsdatum lässt sich leicht die Identität klauen, mit Angabe des Jobs können andere auf Einkommen und Kaufkraft schließen“, so die Verbraucherzentrale. Für den Schutz eigener Daten sind schwer zu knackende Passwörter daher unerlässlich.

Um die persönlichen Daten zu schützen und die Spam-Flut zu verringern, sollte man außerdem selten seine echte Mail-Adresse angeben. Besser sind temporäre E-Mails, „sogenannte „Wegwerf“-E-Mails, die man schnell und unkompliziert über verschiedene Anbieter besorgen kann“, schreibt das Web-Portal netzwelt.de.

Schutz vor E-Mail-Spam: „Wegwerf-Mail-Adressen“ schaffen Abhilfe

Im Internet werden ununterbrochen Daten von Verbrauchern gesammelt. Wer im Netz anonym bleiben will und seine Daten weitestgehend schützen möchte, sollte auf „Wegwerf-Mail-Adressen“ zurückgreifen. Verschiedene Anbieter erlauben Nutzer online, eine oder mehrere Einweg-Mail-Adressen zu nutzen. Das hat laut netzwelt.de folgende Vorteile:

  • Eventuelle Spam-Mails werden vom echten E-Mail-Postfach ferngehalten
  • Den Betreibern wird die wahre Identität verschwiegen, sodass sie keinen direkten Kontakt über die echte E-Mail-Adresse aufnehmen können

Wo man Einweg-Mail-Adressen erstellen kann und welche Vor- und Nachteile sie zum Teil bieten, haben wir nachfolgend für Sie zusammengestellt.

Wegwerf-E-Mail können zur Online-Sicherheit beitragen: Diese Anbieter gibt es

Bei folgenden Anbietern können Sie „Wegwerf-E-Mail-Adressen“ erhalten:

  • Trash-Mail: Der Anbieter hat eines der umfangreichsten Angebote und stellt dem Nutzer kostenlos fast alles zur Verfügung. Zugriff auf ein eigenes Postfach, entweder mit zufallsgenerierter oder eigener ausgedachten Adresse. Bei Bedarf kann es mit einem Passwort gesichert werden. Passwortgeschützte Adressen werden bei Inaktivität nach drei Monaten gelöscht, ansonsten bleiben sie dauerhaft aktiv.
  • Trashmail.de: Dieser Dienst bietet die Möglichkeit, ohne Registrierung schnell eine Wegwerf-E-Mail-Adresse zu erhalten. Die Adresse bleibt für sechs Stunden aktiv und es besteht die Option, eine eigene Trash-Mail-Adresse zu wählen. Sämtliche Mails werden nach 24 Stunden gelöscht.
  • Byom: Im Vergleich zu Trash-Mail ist das Angebot weniger umfangreich, die Bedienung aber ähnlich einfach. Ein entscheidender Vorteil sind die verschiedenen Domainendungen, die beim Anlegen der Fake-Adresse inbegriffen sind.
  • Müllmail: Dieser Anbieter ermöglicht die Erstellung einer einmaligen E-Mail-Adresse ohne Zeitlimit. Er bietet zudem beim ersten Anlegen der Wegwerf-Adresse eine Vielzahl von Domainendungen an. Mit einem Klick kann aber auch eine zufällige Adresse erstellt werden. Der Nachteil hier: Andere Personen können auf das Postfach zugreifen, sobald man sich länger als 15 Minuten ausgeloggt hat. Auf das Versenden von Mails muss ebenfalls verzichtet werden.
  • Spoofmail.de: Hier wird auf eine Exklusivität der Mailadressen verzichtet, das heißt hier können unter Umständen auch andere Personen auf das erstellte Postfach zugreifen. Bei Spoofmail.de stehen mehrere Domains zur Auswahl, was von Vorteil ist, wenn bekannte Wegwerf-Adressen von manchen Internetseiten blockiert werden. 
    Quelle: netzwelt.de, chip.de

Mit Wegwerf-E-Mails vor Betrügern schützen: Diese zwei Arten gibt es

Nach Angaben des Online-Portals giga.de gibt es zwei Arten von Wegwerf-Mails: die Weiterleiter und die Online-Anzeiger. Bei den Weiterleitern muss man bei der temporär erstellten Mail-Adresse angeben, wohin die ankommenden Mails weitergeleitet werden sollen. Wie lange und wie viele Mails ankommen können, kann vom Nutzer festgelegt werden. Nach dem abgelaufenen Zeitraum verfällt die E-Mail-Adresse endgültig und ist nicht mehr erreichbar.

Der Vorteil beim Online-Anzeiger ist, dass man nicht mal dem Anbieter seine echte Mailadresse geben muss. Die recycelbare E-Mail-Adresse nimmt laut dem Online-Portal für 24 Stunden E-Mails an und danach wird sie automatisch deaktiviert. Sollte man die Adresse weiter benötigen, so muss sie jeden Tag mindestens einmal aufgerufen werden, sonst verfällt sie. 

Vorsicht vor E-Mail-Trick: So können Sie sich schützen

Viele Spam-Mails haben im Anhang Schadsoftware im Gepäck. Daher rät das BSI davon ab, bei unbekannten Absendern den E-Mail-Anhang zu öffnen. Ein unachtsamer Klick öffnet dann im Browserfenster eine gefälschte Webseite, die mit Schadsoftware infiziert sein kann. 

Bei E-Mails von unbekannten Absendern sollten Verbraucher hellhörig werden. Insbesondere bei einer anonymen Anrede wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist Vorsicht geboten. Denn dies kann ein Hinweis darauf sein, dass der Versender zwar die E-Mail-Adresse, nicht aber den Namen des Betroffenen kennt. Gerade beim Online-Einkauf lauern häufig fiese Betrugsmaschen. Wie das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) informiert, ist in den letzten Jahren die Professionalität der Cyberkriminellen gestiegen und ihre Betrugsmaschen immer ausgefeilter. (Vivian Werg)

Rubriklistenbild: © Jens Schierenbeck/ dpa

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