23-Milliarden-Paket
Rente: Bald über 1000 Euro steuerfrei – was das für Senioren bedeutet
Finanzminister Christian Lindner kündigt deutliche Steuerentlastungen an. Auch Rentner sollen von dem 23-Milliarden-Euro Paket profitieren.
Berlin – Finanzminister Christian Lindner plant umfassende Steuersenkungen, die insbesondere Rentner und Steuerzahler entlasten sollen. Fast 50 Millionen Arbeitnehmer, Arbeitnehmerinnen, aber auch Rentner und Rentnerinnen sollen von den Steuerentlastungen, die sich bis 2026 auf insgesamt rund 23 Milliarden Euro belaufen werden, profitieren.
Entlastungen für Rentner: Lindner plant Steuersenkungen – höherer Grundfreibetrag in drei Schritten
Der FDP-Chef Lindner, der die Rente mit 63 abschaffen möchte, und dafür hart von Sozialverbänden angegangen wird, hat damit seinen Plan gegen die sogenannte kalte Progression konkretisiert. Nach Lindners Steuer-Anpassung soll der Grundfreibetrag dafür in drei Stufen angehoben werden, heißt es in einer Mitteilung der Freien Demokraten vom vergangenen Donnerstag (6. Juni).
Geplante Anhebung des Grundfreibetrages der Lohn- und Einkommensteuer:
- 2024: Erhöhung um 180 Euro auf 11.784 Euro
- 2025: Erhöhung um 300 Euro auf 12.084 Euro
- 2026: Erhöhung um 252 Euro auf 12.336 Euro
Danach soll rückwirkend der Grundfreibetrag der Lohn- und Einkommensteuer zum 1. Januar 2024 zunächst um 180 Euro auf 11.784 Euro steigen. Bis zu dieser Grenze sollen keine Steuern anfallen, das beträfe auch alle Rentner und Rentnerinnen in Deutschland.
Die Erhöhung des Grundfreibetrags hätte direkte Auswirkungen auf Rentner:
- Aktuell: Eine Rente von 967 Euro pro Monat bleibt steuerfrei
- 2024: Eine Rente bis zu 982 Euro pro Monat bliebe steuerfrei
- 2025: Eine Rente bis zu 1007 Euro pro Monat bliebe steuerfrei
- 2026: Eine Rente bis zu 1028 Euro pro Monat bliebe steuerfrei
Zum Januar 2025 soll die zweite Erhöhung um 300 Euro und zum Januar 2026 die dritte um 252 Euro folgen. Auch für Rentner ist dieser Grundfreibetrag relevant. Bei einer Jahresrente von 13.200 Euro sind im Moment 1596 Euro zu versteuern, bei erhöhtem Grundfreibetrag nur noch 1416 Euro. Wie der Bund der Steuerzahler angibt, ergibt sich eine Ersparnis von mindestens 34 Euro netto pro Jahr.
Bald über 1000 Euro Rente steuerfrei: Was die neuen Pläne für Senioren bedeuten
Aktuell ist eine Rente von 967 Euro pro Monat steuerfrei. Nach den Plänen von Finanzminister Lindner, wäre rückwirkend ein Rentenbetrag bis 982 Euro nicht zu versteuern, ab 2025 bis 1007 Euro und ab 2026 wären Pensionseinkünfte bis 1028 Euro steuerfrei. Bereits im April 2024 hieß es, dass 244.000 Rentner 2024 aus der Steuerpflicht fallen, weil sie von einem höheren Grundfreibetrag bei der Einkommenssteuer profitieren.
Jetzt live: Bundesfinanzminister @c_lindner zum #Jahressteuergesetz und #Steuerentlastungen. https://t.co/9tMykFsniL
— Bundesministerium der Finanzen (@BMF_Bund) June 5, 2024
„Staat darf nicht der Gewinner der Inflation sein“ – Grundfreibetrag verfassungsmäßig verankert
„Die Anpassung der Steuerfreiheit des Existenzminimums ist verfassungsrechtlich rückwirkend für dieses Jahr und die Folgejahre zwingend vorgeschrieben“, heißt es in der Mitteilung, „der Staat darf nicht der Gewinner der Inflation sein“. Die Koalition hatte sich 2022 auf ein Inflationsausgleichsgesetz für die Jahre 2023 und 2024 geeinigt.
Daher gehe man davon aus, dass es auch für 2025 und 2026 eine interne Zustimmung geben wird, „endgültige Zahlen liegen allerdings erst im Herbst vor. Momentan handelt es sich um die aktuelle Prognose für die Einleitung der Gesetzgebung“, so das Bundesfinanzministerium unter Christian Lindner.
Rentnerinnen und Rentner, deren Einkünfte derzeit höher als der Grundfreibetrag sind, würden von der Anhebung profitieren. Gleichzeitig sprechen wir uns als VdK aber deutlich dafür aus, hohes Einkommen stärker zu besteuern, um die Einnahmeseite zu erhöhen.
Sozialverband begrüßt Entlastungen, stellt aber auch Forderungen
„Die Erhöhung des Grundfreibetrags ist grundsätzlich eine gute Idee“, erklärt Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK dazu gegenüber IPPEN.MEDIA am Montag (10. Juni). „Durch steigende Kosten kann der derzeitige Grundfreibetrag das Existenzminimum nicht abdecken, wie es eigentlich von der Verfassung vorgesehen ist.“
Eine Erhöhung des Grundfreibetrags würde daher Haushalte mit geringem Einkommen entlasten. „Auch Rentnerinnen und Rentner, deren Einkünfte derzeit höher als der Grundfreibetrag sind, würden von der Anhebung profitieren“, so Bentele, „gleichzeitig sprechen wir uns als VdK aber deutlich dafür aus, hohes Einkommen stärker zu besteuern, um die Einnahmeseite zu erhöhen.“
Tatsächlich wird das Steuerentlastungs-Paket, das den Staat jährlich 13,3 Milliarden Euro kosten wird, auch Gutverdienern Geld ins Portemonnaie spülen: Der Spitzensteuersatz soll zukünftig erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 68.429 Euro greifen. Aktuell gilt ein Spitzensteuersatz von 66.761 Euro zu versteuerndem Einkommen.
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