Werder-Coach widerspricht dem Ex-Stürmer: „Wir haben im Vorfeld gesprochen“
Nouri contra Pizarro – wer sagt die Wahrheit?
Bremen - Freunde werden Claudio Pizarro und Alexander Nouri wohl nicht mehr. Der ehemalige Werder-Profi hat das Verhalten seines Ex-Trainers kritisiert – und der hat das nicht auf sich sitzen lassen.
Nun steht Aussage gegen Aussage, wie Pizarro von seinem Ende bei Werder Bremen erfahren hat.
Der Vertrag des 38-Jährigen war nicht verlängert worden. Sportchef Frank Baumann habe ihm nach der Saison gesagt, „dass der Trainer kein Interesse mehr hat, mit mir weiterzumachen“, erzählte Pizarro in einem Interview mit "Radio Bremen". Persönlich habe ihm der Trainer das nicht mitgeteilt. „Nein, mit Nouri habe ich nicht gesprochen.“ Erst später sei es zu einem zufälligen Treffen am Weserstadion gekommen. Damals wollte sich der Peruaner von seinen ehemaligen Kollegen verabschieden. Auch in dem kurzen Gespräch habe ihm der Coach keine Gründe für die Trennung genannt. „Jeder hat seine Art, diese Sachen zu bearbeiten“, merkte Pizarro spitz an. Werders bester Bundesliga-Torschütze aller Zeiten ist ohne Frage enttäuscht von Nouri.
Möglicherweise hätte ein anderer Trainer anders entschieden
Doch der Coach weist die Vorwürfe des Angreifers vehement zurück. „Natürlich haben wir im Vorfeld gesprochen“, behauptet der 38-Jährige. Für ihn ist alles ordentlich, fair und transparent gelaufen. In der Vergangenheit hatte er auch immer wieder betont, dass es keineswegs seine alleinige Entscheidung gewesen war, das Kapitel Pizarro bei Werder zu beenden.
Doch es gibt auch eine andere Version: Demnach hätte Baumann gerne Pizarros Wunsch entsprochen, das letzte Jahr seiner Karriere in Bremen verbringen zu können. Doch Nouri soll das strikt abgelehnt haben, weil der Stürmer mit dann 39 Jahren und nach seinen vielen Verletzungen in der vergangenen Saison keine echte Hilfe mehr sei. Aus Trainersicht ist das durchaus nachvollziehbar. Pizarro hatte in der Rückrunde kaum noch eine Rolle gespielt. Da sich Nouris Vertragsverlängerung in die Länge zog, soll Baumann auch mit der Bekanntgabe von Pizarros Aus gezögert haben. Möglicherweise hätte ja ein neuer Trainer anders entschieden.
Pizarro lebt jetzt in München
Nun ist Pizarro aber Vergangenheit bei Werder. Trotzdem verfolgt er seinen Ex-Club natürlich noch. „Es läuft nicht so gut. Ich hoffe, es wird besser, aber das wird keine einfache Saison“, meinte der Stürmer, der nun mit seiner Familie in München lebt. Er träumt weiterhin davon, noch ein Jahr zu spielen und sogar mit Peru an der WM teilzunehmen. Als vertragsloser Profi kann er jederzeit bei einem Club anheuern, doch Angebote gibt es momentan nicht.