Vranjes wünscht sich eine Familien-Lösung
Erst Kohfeldt, dann Frings?
Bremen - Sechs Jahre lang war Jurica Vranjes bei Werder und hat seitdem offenbar grün-weißes Blut in seinen Adern. Denn in der Trainerfrage gibt es für den 37-Jährigen nur eine Antwort.
„Es muss einer aus der Werder-Familie sein.“ Der Ex-Profi setzt dabei zunächst auf Interimscoach Florian Kohfeldt aus der U23: „Warum soll er nicht der neue Julian Nagelsmann werden?“ Und sollte das nicht klappen, dann würde Vranjes gerne einen alten Kumpel auf der Werder-Bank sehen: „Torsten Frings könnte der neue Thomas Schaaf werden.“
Vranjes hat einen Plan B in der Tasche
2012 hat Vranjes seine Karriere als Fußball-Profi beendet. Inzwischen arbeitet er als Spielerberater. Zu seinen Klienten zählt zum Beispiel Josip Brekalo – ausgeliehen vom VfL Wolfsburg an den VfB Stuttgart. Vranjes bekommt also in der Bundesliga viel mit und hat festgestellt: „Das funktioniert doch gerade sehr gut mit jungen Trainern.“ Er nennt da nicht nur Hoffenheims Julian Nagelsmann, sondern auch Stuttgarts Hannes Wolf. Deswegen kann er es gut nachvollziehen, dass Kohfeldt seine Chance bekommt. „Gewinnt Werder in Frankfurt, dann wird er bleiben, da bin ich mir sicher. Im Fußball sind die Ergebnisse entscheidend, die musst du liefern“, sagt Vranjes.
Wenn Kohfeldt in Frankfurt aber nicht punktet, dann hat Vranjes schon einen Plan B in der Tasche: Torsten Frings, mit dem er einst selbst an der Weser zusammengespielt hat und der aktuell den Zweitligisten Darmstadt 98 betreut. „Er ist doch Werder, er würde mehr als 100 Prozent geben, kennt den Verein bestens“, schwärmt Vranjes und merkt noch an: „Torsten würde nicht kommen, um abzukassieren, sondern um Werder wieder nach oben zu bringen.“
„Ein Trainer muss einfach zu Werder passen“
Die finanzielle Seite spielt für Vranjes in der Trainersuche eine entscheidende Rolle – und das aus mehreren Gründen. Der Kroate ist skeptisch, ob sich Werder überhaupt so namhafte Trainer wie die gehandelten Thomas Tuchel oder Lucien Favre leisten kann. Und weil die Bremer nicht so viel Geld hätten, wäre der Kader auch nicht so stark. „Toptrainer brauchen auch einen Topkader, um zu funktionieren. Ich bin mir nicht sicher, ob ein Tuchel mit dieser Werder-Mannschaft überhaupt erfolgreicher wäre als ein Kohfeldt oder ein Frings.“
Und noch etwas hat Vranjes in Bremen gelernt: „Ein Trainer muss einfach zu Werder passen, das ist ein ganz besonderer Verein.“ Der Ex-Profi wünscht sich dabei auch eine Rückkehr von Thomas Schaaf, aber nicht unbedingt als Trainer. Die angedachte Rolle als technischer Direktor sei maßgeschneidert für den Double-Gewinner-Trainer. Mit dem passenden Coach, gerne Kohfeldt oder Frings, traut Vranjes Werder zu, an alte Zeiten anzuknüpfen. Andererseits warnt er: „Das ist die stärkste Bundesliga seit 20 Jahren. Mindestens einen großen Club wird es diesmal erwischen. Werder muss aufpassen und in Frankfurt endlich den ersten Sieg holen.“
Schon gelesen?
Thomas Eichin: „Florian hatte schon unter Viktor großen Einfluss“