Das Talent soll sich durchbeißen

Baumann: Jojo Eggestein wird nicht abgegeben

Johannes Eggestein hat es nicht leicht bei Werder.
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Johannes Eggestein hat es nicht leicht bei Werder.

Grassau - Stürmische Zeiten bei Werder, im Angriff könnte die Konkurrenz kaum größer sein. Das macht es für Talente wie Johannes Eggestein nicht gerade leicht.

Lange Einsatzzeiten sind da nicht zu erwarten, und in der Regionalliga wird sich der 20-Jährige auch nicht mehr großartig weiterentwickeln. Da könnte natürlich eine Ausleihe helfen, dem Spieler möglicherweise auch ein Verkauf. Doch Sportchef Frank Baumann stellt im Gespräch mit der DeichStube unmissverständlich klar: „Es ist kein Thema, Johannes Eggestein abzugeben.“

Der Vertrag von Eggestein läuft noch ein Jahr. Eine Ausleihe wäre ohnehin nur möglich, wenn es vorher zu einer Verlängerung kommt. Baumann kann sich das durchaus vorstellen. „Wir sind bestrebt, unseren Kader nachhaltig zu planen. Da gehört auch ein Johannes Eggestein dazu“, sagt Baumann und betont: „Wir trauen ihm absolut zu, den Sprung in die Bundesliga zu schaffen. Er hat in der Rückrunde schon bewiesen, dass er der Mannschaft helfen kann.“

Baumann: „Jojo muss sich jetzt bei uns durchbeißen“

Vier Mal wurde der Stürmer eingewechselt, zwei Mal davon auch für mehr als 20 Minuten – jeweils als Rechtsaußen. Das scheint immer mehr seine neue Position zu werden. „Das kann er auch spielen“, sagt Baumann. Dabei gilt Eggestein eigentlich als klassischer Mittelstürmer. Trainer Florian Kohfeldt hat mal über ihn gesagt, dass keiner im Kader im Strafraum so abschlussstark sei wie er.

Doch einen echten Neuner gibt es im Kohfeldt-Fußball nur sehr selten. Ganz vorne ist der Platz fest an Max Kruse vergeben – den Freigeist, der sich überall auf dem Spielfeld herumtreibt. Dazu kommen dann zwei Außenspieler – und dort hat der Coach die Qual der Wahl. Yuya Osako, Martin Harnik, Florian Kainz und Milot Rashica sind die Topkandidaten für diese beiden Plätze.

Johannes Eggestein: Seine Karriere in Bildern

Johannes Eggestein
Mit 15 Jahren wechselte Johannes Eggestein zur Saison 2013/14 vom TSV Havelse zu Werders U17. In seiner ersten Saison schoss er 19 Tore und wurde Torschützenkönig. © imago
Johannes Eggestein
Von der U17 ging es zwei Jahre später zur U19. Mit 33 Toren aus 26 Spielen wurde Eggestein in der Spielzeit 2015/16, wie schon in den beiden Jahre zuvor, Torschützenkönig der Junioren-Bundesliga. © Gumz
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Ein guter Grund für Werder, Eggestein längerfristig zu binden: Im Juni 2016 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag. © gumzmedia
Johannes Eggestein
Anschließend durfte Johannes Eggestein mit den Profis ins Trainingslager reisen. Die Saison absolvierte er aber bei der U23, nur im DFB-Pokal bekam er Einsatzzeit bei den Profis. © Gumz
Johannes Eggestein
Auch unter Alexander Nouri trainierte Eggestein bei den Profis mit. Zu Saisonende erlitt er einen Syndesmosebandanriss, fiel für die letzten elf Spieltage aus. © Gumz
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In der folgenden Saison 2017/18 war Johannes Eggestein zur Vorbereitung wieder fit. So konnte er unter anderem in den Testspielen gegen West Ham United ein Tor beisteuern. © Gumz
Johannes Eggestein
Er stand anschließend zwar häufiger im Profikader als zuvor, bekam aber nur drei Kurzeinsätze in der Bundesliga und einen im Pokal. © Gumz
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In den Jugendmannschaften des DFB war er dagegen ein fester Bestandteil. Schon 2012 wurde er für Deutschlands U15 nominiert, spielte dann in allen Juniorenteams. © imago
Johannes Eggestein
Für die U17 nahm er 2015 an der Europameisterschaft und an der Weltmeisterschaft teil. © imago
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Im September 2017 folgte das Debüt für die U21-Nationalmannschaft und die Teilnahme an deren EM-Qualifikation. Das Besondere: Erstmals stand er dort mit seinem Bruder Maximilian auf den Platz. © imago
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Nur zwei Monate später lief Eggestein auch erstmals für die U20-Mannschaft des DFBs auf. © imago
Bei den Profis wartet Johannes Eggestein noch auf seinen Durchbruch. In der Saison 2017/18 kam er auf sieben Einsätze.
Bei den Profis wartet Johannes Eggestein noch auf seinen Durchbruch. In der Saison 2017/18 kam er auf sieben Einsätze. © gumzmedia
In der ersten Runde des DFB-Pokals 2018/19 erzielte Johannes Eggestein seinen ersten Pflichtspieltreffer für Werder. Der Clou: Auch sein Bruder Maximilian Eggestein traf beim 6:1-Sieg.
In der ersten Runde des DFB-Pokals 2018/19 erzielte Johannes Eggestein seinen ersten Pflichtspieltreffer für Werder. Der Clou: Auch sein Bruder Maximilian Eggestein traf beim 6:1-Sieg. © gumzmedia
Am siebten Spieltag der Saison 2018/19 hatte das Warten endlich ein Ende: Johannes Eggestein schoss gegen Wolfsburg sein erstes Bundesligator überhaupt. Vorlage: Claudio Pizarro, 40 Jahre. Torschütze: Johannes Eggestein, 20 Jahre.
Am siebten Spieltag der Saison 2018/19 hatte das Warten endlich ein Ende: Johannes Eggestein schoss gegen Wolfsburg sein erstes Bundesligator überhaupt. Vorlage: Claudio Pizarro, 40 Jahre. Torschütze: Johannes Eggestein, 20 Jahre. © gumzmedia
Am zehnten Spieltag der Saison 2018/19 bedankt sich Johannes Eggestein im Spiel gegen Mainz 05 mit einer Vorlage für Claudio Pizarro.
Am zehnten Spieltag der Saison 2018/19 bedankt sich Johannes Eggestein im Spiel gegen Mainz 05 mit einer Vorlage für Claudio Pizarro. © gumzmedia
Johannes Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Bruder Maximilian folgte mit seiner Vertragsverlängerung zwei Tage später.
Johannes Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Bruder Maximilian folgte mit seiner Vertragsverlängerung zwei Tage später. © gumzmedia

Eggestein hat nur Außenseiterchancen. Wird auf zwei Stürmer umgestellt, dann könnte Harnik nach vorne rücken oder Claudio Pizarro eingewechselt werden. Dafür wurde der 39-Jährige extra geholt. Der Peruaner versperrt damit dem fast halb so alten Kollegen durchaus den Weg in die Bundesliga. Doch Baumann sieht das anders: „Johannes muss sich dem Konkurrenzkampf stellen. Er muss den nächsten Schritt machen und sich jetzt bei uns durchbeißen.“ Das gehöre zum Leben eines Fußballers einfach dazu.

Sargent: Das nächste Talent übt Druck aus

Und Eggestein nimmt diese Rolle an. Er läuft nicht weg. Ein Wechsel ist für ihn ebenfalls kein Thema. Sein Berater Gunther Neuhaus, der auch Bruder Maximilian betreut, war am Montag nicht nach Grassau gekommen, um einen Abschied des Angreifers vorzubereiten. Eine baldige Vertragsverlängerung, wie von Werder gewünscht, ist aber auch eher unwahrscheinlich.

Johannes Eggestein wird abwarten, wie die Hinrunde verläuft, und dann entscheiden, ob eine weitere Zukunft für ihn bei Werder noch Sinn macht. Zumal das nächste Talent schon Druck ausübt: Josh Sargent. Der erst 18-Jährige fällt trifft in den Test- und Trainingsspielen sowie in der Regionalliga in schöner Regelmäßigkeit.

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