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Bremen - Die Chance kam offenbar zu plötzlich. Martin Hinteregger, der Augsburg-Verteidiger, hatte vor dem eigenen Tor einen katastrophalen Fehlpass gespielt. Genau auf Maximilian Eggestein.
Die Aufgabe des Werder-Profis bestand nun nur noch darin, den Ball aus etwa 20 Metern am überrumpelten und herumirrenden Torhüter Marwin Hitz vorbei ins Netz zu bugsieren. Das hätte in der 74. Minute das 3:1 und damit eine frühere Beruhigungspille für alle sein können. Doch es klappte nicht.
Weshalb sich Maximilian Eggestein hinterher von Trainer Florian Kohfeldt auf die Schippe nehmen lassen musste. „Das Aufs-leere-Tor-Schießen üben wir noch mit ihm“, frotzelte der Werder-Coach. Dass es nicht böse gemeint war, versteht sich von allein. Kohfeldt hat schließlich allergrößte Hochachtung für den Spieler Eggestein.
Also einer, der zwischen den Strafräumen wühlt, rennt, arbeitet – und ab und an mal ein Tor schießt. Gegen den 1. FC Köln hatte es noch geklappt, in Augsburg nicht. Aber Schwamm drüber. Auch ohne Eggestein-Treffer ging alles glatt, und der 21-Jährige fuhr am Montag mit guter Laune zum Treffpunkt der deutschen U21-Nationalmannschaft nach Braunschweig. Zwei EM-Qualifikationsspiele stehen für Eggestein an – am Donnerstag in Braunschweig gegen Israel (19.00 Uhr/Eurosport) und am kommenden Dienstag in Mitrovica gegen den Kosovo (18.45 Uhr/Sky). Eggestein nennt die Spiele „eine schöne Abwechslung“ zur Bundesliga.
Eggestein will in der U21 „auf meine Spielzeit kommen“
Zweimal war er bislang bei Abstellungsperioden bei der U21 dabei, kommt auf vier Einsätze. Das ist nicht sonderlich viel – jedenfalls gemessen an dem Stellenwert, den Maximilian Eggestein bei Werder genießt. „Aber man muss auch sagen, dass in der U21 auf meiner Position in Mo Dahoud (Borussia Dortmund, d. Red.) kein ganz schlechter Spieler spielt“, meint der Bremer. Natürlich meldet er jedoch auch eigene Ansprüche im Team von DFB-Coach Stefan Kuntz an: „Ich möchte selbstverständlich auf meine Spielzeit kommen. Allerdings gehe ich nicht mit der Forderung dahin, spielen zu müssen.“
Ganz weit hinten anstellen sollte er sich andersherum jedoch auch nicht – meint jedenfalls Florian Kohfeldt: „Ich finde seine Entwicklung überragend.“ Nur das mit dem Ball-ins-leere-Tor-Schießen, das muss halt noch trainiert werden.