Werder-Mittelfeldprofi über seine Ziele
Die Nationalelf winkt: Lynen bei Werder immer wichtiger – und auch bald für Belgien?
Senne Lynen wird bei Werder Bremen immer wichtiger - und bald auch für die belgische Nationalmannschaft? Wie der Mittelfeldprofi die neue Saison angeht!
Zell am Ziller – Senne Lynen geht jetzt in sein drittes Jahr beim SV Werder Bremen, aus dem Mittelfeld des Bundesligisten ist er im Moment nicht wegzudenken. Gerade erst hat der Belgier seinen Vertrag an der Weser vorzeitig verlängert, was nur noch deutlicher unterstreicht, welche Bedeutung er hat. Und für ihn, das macht der 26-Jährige im Zillertal deutlich, ist die Liaison mit dem SVW mehr als nur ein Arbeitsverhältnis. So habe es „einfach keinen Sinn ergeben, woanders hinzuwechseln“, betont er. „Es gibt immer bessere Vereine, aber du musst auch wissen, was du hast. Bei Werder ist alles drin“, unterstreicht Lynen. Und das sieht ganz offenkundig nicht nur er so. „Es ist schwierig, das mit Worten zu sagen. Für mich ist Werder ein Gefühl. Es kommt nicht von ungefähr, dass viele Gegenspieler bei uns im Tunnel sagen, dass die Partie im Weserstadion ihr Lieblingsauswärtsspiel ist“, schildert Lynen mit leuchtendem Blick. „Ein, zwei Spieler pro Team sind es immer, das hört man sehr oft. Sie lieben es dort – und für uns ist es natürlich auch unglaublich, dort zu spielen.“
Werder Bremens Senne Lynen: „Romano Schmid nennt mich immer das Gehirn“
Keine Frage also, dass Lynen unbedingt länger bleiben will. Auch wenn er eine Fernbeziehung führt, denn die Familie des defensiven Mittelfeldspielers lebt auch weiterhin in Belgien. Zuletzt beim Testspiel in Verden schauten Frau und Tochter bereits vorbei, auch jetzt in Österreich statteten sie samt Lynens Eltern einen Besuch ab. Die Ferienzeit macht’s möglich. Demnächst wird aus dem Trio ein Quartett werden, der Profi des SV Werder Bremen wird im Oktober auch noch Vater eines Sohnes. Wenig verwunderlich also, dass Senne Lynen derzeit rundum zufrieden ist.
In der Vergangenheit hat sich der Mann aus Antwerpen gern mal als „Herzstück der Mannschaft“ bezeichnet – weniger, um sich selbst über seine Kollegen zu stellen, „sondern weil ich in der Mitte in Verbindung zu jedem Spieler auf dem Platz stehe. Und das wird auch weiterhin so sein“. Teamintern gibt es sogar noch einen weiteren Spitznamen für Lynen, verrät der Mittelfeldmann des SV Werder Bremen lachend: „Romano Schmid nennt mich immer das Gehirn.“ Vor wenigen Wochen hätten diese Qualitäten beinahe dazu geführt, dass der Belgier zur Nationalmannschaft seines Heimatlandes eingeladen worden wäre. „Im Juni habe ich kurz Kontakt mit dem Trainerteam gehabt, aber am Ende war ich knapp nicht dabei“, berichtet Senne Lynen. „Sie haben gedacht, dass ein Spieler verletzt sei und fehlen würde, aber am Ende war er dann doch fit. Schauen wir mal, wie es jetzt weitergeht.“
Senne Lynen mit einem Marktwert von neun Millionen Euro der fünftwertvollste Spieler im Kader des SV Werder Bremen
Dass er sich überhaupt in die Notizbücher der „Roten Teufel“ gespielt hat, zeigt, dass Lynen in den vergangenen beiden Saisons bei Werder Bremen vieles richtig gemacht hat. Allein in der abgelaufenen Spielzeit brachte er es bei 32 Einsätzen auf 2748 Minuten, viel mehr Stammkraft und Säule geht bei einer Maximalausbeute von 3060 Minuten kaum noch. Beim Branchenportal transfermarkt.de wird Senne Lynens Marktwert aktuell mit neun Millionen Euro angegeben, womit er fünftwertvollster Akteure hinter Romano Schmid (17 Millionen Euro), Jens Stage und Samuel Mbangula (jeweils 14 Millionen Euro) sowie Marco Friedl (zwölf Millionen Euro) ist. Was ihm noch fehlt, ist allerdings ein Treffer im Werder-Trikot. „Ich versuche es immer wieder und arbeite auch im Training daran“, sagt Lynen. „Der Ball muss jetzt nur einfach mal über die Linie gehen.“
Ansonsten will sich der Leistungsträger aber auf sein Kerngeschäft konzentrieren, und das ist eben die Arbeit vor der Abwehrreihe. Diese wird unter dem neuen Trainer Horst Steffen gerade auf eine Viererkette umgestellt, was auch Auswirkungen auf Lynens Arbeitsbereich hat. „Es gibt kleinere Veränderungen, wir sind jetzt fast auch immer mit zwei Sechsern nebeneinander in der Defensive“, erklärt der 26-Jährige. „Man muss jetzt noch mehr denken, noch mehr lenken – und das gefällt mir sehr.“
Senne Lynen: „Für mich ging es bei Werder Bremen eigentlich nur nach oben - und ich möchte gern so weitermachen“
Auf seinen kongenialen Nebenmann Jens Stage muss Senne Lynen allerdings notgedrungen im Moment verzichten. Der Däne plagt sich mit einer Belastungsreaktion im Fuß herum, wann er wieder in den Kreis der Mannschaft zurückkehren kann, ist offen. Ein Fehlen, das Werder Bremen allgemein, aber auch Lynen ganz besonders trifft. „Ich finde es sehr schlimm. Auch dass Mitchell Weiser und Marvin Ducksch nicht da sind, ist hart. Sie haben zusammen die meisten Scorerpunkte in der letzten Saison gehabt. Dass sie nicht da sind, merkt man deutlich bei uns im Training.“ Umso mehr hofft Senne Lynen, dass darunter die Leistung nicht leidet. Die der Mannschaft und seine eigene. „Für mich ging es bei Werder eigentlich nur nach oben – und ich möchte gern so weitermachen.“ (mbü)
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