Ex-Sportchef zu Besuch im Zillertal
Eichin: „Vielleicht kann ich Werder behilflich sein“
Zell - Thomas Eichin war bestens gelaunt, als er auf das Trainingsgelände in Zell am Ziller kam. Die Örtlichkeiten kannte er noch bestens, schließlich war er als Werder-Sportchef schon mehrfach vor Ort gewesen. Nun kam er als Berater.
Eichin ist Geschäftsführer der Agentur Sam Sports, die bei Werder Nachwuchskeeper Luca Plogmann betreut. Der 51-Jährige sprach aber nicht nur mit seinem jungen Klienten, sondern auch mit vielen Werder-Verantwortlichen. Zwei Jahre nach seinem unfreiwilligen Aus beim Bremer Bundesligisten hegt Eichin keinen Groll, im Gegenteil: Eichin bietet Werder seine Hilfe an. Wie genau die aussehen kann, erklärt Eichin im Gespräch mit der DeichStube.
Herr Eichin, es scheint so, als könnten Sie von Werder nicht lassen: Was machen Sie aktuell hier im Zillertal?
Eichin: Ich bin in meiner Funktion als Berater von Spielern und Trainern unterwegs und besuche die Trainingslager verschiedener Clubs – 1. FC Köln, Karlsruher SC, und natürlich schaue ich auch bei Werder vorbei. Das ist doch klar.
Bei Werder gehört Luca Plogamnn zu Ihren Klienten. Er rückt als junger Torwart von der U19 in die U23 auf und ist hier schon bei den Profis dabei. Wie zufrieden sind Sie mit seiner Entwicklung?
Eichin: Sehr zufrieden. Luca fühlt sich bei Werder sehr gut aufgehoben. Männerfußball ist der nächste richtige Schritt für ihn. Da macht er, was ich hier gesehen habe, schon einen guten Eindruck. Ich bin mir sicher: Werder wird den Jungen behutsam aufbauen.
Lautet die Perspektive Bundesliga?
Eichin: Das ist der Plan. Klar, irgendwann soll er die Bälle auch in der Bundesliga fangen. Aber die Jungs brauchen Zeit, müssen sich entwickeln. Werder weiß, wie das funktioniert.
Nach Ihrer Zeit als Sportchef bei 1860 sind Sie in die Beraterbranche gewechselt. Ist das für immer oder ist eine Rückkehr in den Vereinsfußball denkbar?
Eichin: Ich war in meinem ganzen Leben in verschiedenen Funktionen bei Vereinen. Irgendwann wird das vielleicht auch wieder so sein. Aber im Moment fühle ich mich sehr wohl bei Sam Sports. Ich kann die Zeit gut nutzen, bin viel unterwegs, gucke viele Spiele. Es macht viel Spaß.
Sie haben sich gerade lange mit Ihrem ehemaligen Geschäftsführer-Kollegen bei Werder, Klaus Filbry, unterhalten. Sind Sie jetzt wieder voll im Bilde, was Werder betrifft?
Eichin: Wir sind doch alle Fußball-Fans und haben uns zusammen das Training angeguckt. Da haben wir immer 1000 Themen, über die wir dann sprechen können. Ich habe immer noch ein sehr, sehr gutes Verhältnis zu allen Werderanern. Ich freue mich immer, wenn ich im Weserstadion bin – oder eben auch hier.
Haben Sie aktuell in Ihrem Portfolio Spieler, die zu Werder passen würden?
Eichin: Wir haben immer interessante Spieler. Aber das muss auch auf Gegenliebe stoßen. Ich weiß, dass Werder den einen oder anderen Spieler noch sucht. Vielleicht kann ich Werder ja behilflich sein.
Wo geht es als nächstes hin?
Eichin: Am Donnerstag fahre ich nach München und dann weiter nach Leverkusen, wo ich wohne. Vielleicht schaue ich mir dann am Samstag das Blitzturnier in Essen mit Werder an.
Schon gelesen?
Kevin Möhwald im Interview: „Ich weiß, dass ich ‘was drauf habe“