Werder lässt seinen Kapitän zappeln

Darum geben die Türken bei Junuzovic nicht auf

Das Trabon-Interesse an Zlatko Junuzovic reißt nicht ab.
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Das Trabon-Interesse an Zlatko Junuzovic reißt nicht ab.

Auf den ersten Blick ist es schon seltsam, dass der türkische Erstligist Trabzonspor im Fall Zlatko Junuzovic nicht aufgibt. Doch bei genauem Hinsehen wird das Vorgehen der Clubverantwortlichen durchaus verständlich.

Weil der SV Werder seinen Kapitän in Sachen Zukunft zappeln lässt, wittern die Türken immer noch ihre Chance, den Österreicher zu verpflichten. Bis zum 8. September ist das möglich, weil erst dann das Transferfenster in der Türkei schließt.

Die Geschichte beginnt Anfang Juli. Trabzonspor-Präsident Muharrem Usta verkündet eine Einigung mit dem Spieler, eine Verpflichtung stehe kurz bevor. Doch zum Vollzug des Transfers kommt es nicht. Werder ist mit dem Angebot nicht zufrieden, und irgendwann sagt dann auch Junuzovic den Türken ab, um Ruhe zu bekommen. Der 29-Jährige bittet dabei auch die Fans um Verständnis, dass er sich als Fußball-Profi nun eimal mit Angeboten, speziell mit finanziell sehr lukrativen einfach beschäftigen müsse.

Neuer Werder-Vertrag nur zu gekürzten Bezügen

Der Fall Junuzovic ist dabei ein ganz besonderer. Werder-Coach Alexander Nouri hat den Österreicher zum neuen Kapitän gemacht. Junuzovic ist also im Stellenwert noch mal gestiegen. Trotzdem will Werder den in einem Jahr auslaufenden Vertrag mit dem Mittelfeldspieler nur zu erheblich gekürzten Bezügen vorzeitig verlängern. Ein ungewöhnliches Vorgehen: Wer befördert erst einen Spieler, um ihn dann finanziell runterzustufen? Die Verhandlungen scheitern – und sie wurden bis heute nicht wirklich fortgesetzt. Es gibt kein neues Angebot.

Das hat natürlich auch Trabzonspor mitbekommen und lässt deshalb nicht locker. Mehrfach wird das Interesse erneuert, in diesen Tagen reiste sogar eine Delegation nach Bremen. Ohne Erfolg. „Wir bleiben bei Zladdi bei unserem Standpunkt“, sagt Sportchef Frank Baumann. Das heißt: Werder gibt seinen Kapitän nicht ab.

Im Winter wird das Thema wieder aufploppen

Angeblich bieten die Türken inzwischen eine Ablöse von sechs Millionen Euro. Nicht wenig für einen Spieler, dessen Vertrag in einem Jahr ausläuft und der seit Wochen verletzungsbedingt ausfällt und nach Auskunft von Baumann noch weitere Spiele verpassen wird. Aber die ersten beiden Bundesligaspiele haben auch gezeigt, dass ein Junuzovic Werder gut zu Gesicht stehen würde. Ihn jetzt noch abzugeben, ohne Ersatz holen zu können, wäre riskant.

Spätestens im Winter wird das Thema auf jeden Fall wieder aufploppen, falls der Vertrag mit dem Österreicher bis dahin nicht verlängert wird. Und nach einer Vertragsverlängerung sieht es im Moment nicht aus.

Mehr zu Junuzovic: So lange fällt der Kapitän noch aus

Zlatko Junuzovic: Seine Karriere in Bildern

Zlatko Junuzovic
Zlatko Junuzovics Karriere begann in seiner Heimat Österreich. Nach seiner Jugendzeit in Graz wechselte „Zladdi“ im Sommer 2007 zu Austria Kärnten. Dort blieb er zwei Jahre. © imago
Zlatko Junuzovic
Dann schloss er sich dem 24-fachen Meister Austria Wien an, wo er für drei Jahre spielte. © imago
Zlatko Junuzovic
Im Januar 2012 holten Trainer Thomas Schaf und Manager Klaus Allofs den Mittelfeld-Allrouner an die Weser. Bei Werder unterschrieb Junuzovic bis Sommer 2015. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Der Österreicher war bei Werder direkt gefordert... © nordphoto
Zlatko Junuzovic
...und stand in der Rückrunde der Saison 15 Mal auf dem Platz - meistens über die volle Spielzeit. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
In der Saison 2013/14 schoss der Österreicher den 1:0-Siegtreffer im Nordderby gegen den Hamburger SV. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Im Februar 2015 verlängerte Junuzovic seinen Vertrag vorzeitig bis 2018. Werder-Anhänger machten sich zuvor mit Sprechchören und Plakaten für den Verbleib von Junuzovic stark. Unter dem Hashtag #JunobleibtBremer fanden viele Fans zusammen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Seine wohl beste Saison bei den Grün-Weißen spielte der Mittelfeldspieler 2014/15. Am Ende dieser Spielzeit standen sechs Treffer und 16 Torvorlagen auf Junuzovics Konto. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Der österreichische Nationalspieler biss immer auf die Zähne und zählt zu den Führungsspielern in Bremen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Nach dem Karriereende von Clemens Fritz wurde Junuzovic von Cheftrainer Alexander Nouri zum Kapitän ernannt. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Seit der Saison 2017/18 trägt er nun die Binde als neuer Spielführer. Ganz neu ist das für den Profi aber nicht. Zuvor war er schon Vizekapitän gewesen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Am 13. Oktober 2017 gab Junuzovic überraschend sein Karriere-Ende in der österreichischen Nationalmannschaft bekannt. Er kam auf 55 Einsätze in der ÖFB-Elf. © imago
Zlatko Junuzovic
In der Rückrunde der Saison 2017/18 hat Junuzovic trotz Kapitänsbinde seinen unangefochtenen Stammplatz verloren und musste das eine oder andere Mal - besonders bei Auswärtsspielen - auf der Bank Platz nehmen. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Ein ganz wichtiges Tor für Werder schoss Junuzovic gegen Schalke 04, als er in der Nachspielzeit den Ball zum 2:1-Auswärtssieg über die Linie stocherte. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Dank Junuzovics Treffer bejubelte Werder einen ganz wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Nach Jahren voller Wechsel-Spekulationen geht im Sommer 2018 das Kapitel Junuzovic bei Werder zu Ende. Dass der Kapitän von Bord geht, teilte der SV Werder am 23. April 2018 mit. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Junuzovic wurde beim letzten Heimspiel der Saison im Weserstadion offiziell verabschiedet. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Der 30-Jährige genoss die letzten Momente im Weserstadion gemeinsam mit Sohn Clemens. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Die Werder-Fans bescherten Junuzovic einen schönen Abschied. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Junuzovic wechselt zurück in seine österreichische Heimat. Ziel ist Serienmeister RB Salzburg. © gumzmedia

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