Nach FC-Bayern-Spiel

Werder Bremen gehen die Innenverteidiger aus: So ist der Stand bei Coulibaly, Stark und Pieper

Dem SV Werder Bremen bereitet die Abwehr weiter Kopfschmerzen, personell bleibt die Lage angespannt. Wie geht es Karim Coulibaly, Niklas Stark und Amos Pieper?

Der Griff an den linken hinteren Oberschenkel hatte nichts Gutes verheißen lassen. Eine knappe Stunde war in der Heimpartie gegen den FC Bayern München (0:3) gespielt, als Karim Coulibaly plötzlich im eigenen Strafraum auf dem Hosenboden saß, unglücklich dreinblickte und eine Hand immer wieder zur zwickenden Stelle führte. Die herbeigeeilte medizinische Abteilung des SV Werder Bremen konnte in einer ersten Analyse keine Entwarnung geben, für den 18-jährigen Innenverteidiger war der Arbeitstag vorzeitig beendet. Und die Abwehrsorgen des Teams somit auf einen Schlag weiter angewachsen. Denn Amos Pieper fehlt weiterhin, Niklas Starks Comeback nach längerer Verletzungspause dauerte zudem nicht länger als eine Halbzeit. Für verlässliche Prognosen beim lädierten Trio war es auch einen Tag später noch zu früh.

Karim Coulibaly (v.l., mit Physio Adis Lovic), Niklas Stark und Amos Pieper: Werder Bremen hat einige personelle Fragezeichen in der Abwehr.

Werder Bremen untersucht Karim Coulibaly wegen Verletzung - Niklas Stark hat Belastung „gut verkraftet“

„Bei Karim werden wir am Montag ein MRT machen und haben dann ein genaueres Bild“, sagte Trainer Daniel Thioune. „Es scheint etwas Muskuläres im Po-Bereich zu sein. Aber ich kann noch nicht viel dazu sagen und möchte die Angelegenheit deshalb erstmal mit einem Fragezeichen versehen.“ Coulibaly ist nicht nur Werder Bremens Aufsteiger der Saison, sondern auch ein echter Dauerbrenner. Lediglich eine Partie verpasste das Defensivtalent wegen einer Gelb-Rot-Sperre, ansonsten war er in 20 von 21 Begegnungen Teil der Bremer Startelf. Seinen Marktwert hat der Junioren-Nationalspieler in dieser Zeit auf 20 Millionen Euro gesteigert, Karim Coulibaly ist aktuell für den SVW also sportlich und wirtschaftlich wertvoll. Ein längerer Ausfall würde deshalb einige Schmerzen bereiten – nicht nur beim Spieler.

Immerhin: Zuletzt meldete sich Niklas Stark wieder einsatzbereit, den zuvor immer wieder Hüftbeschwerden ausgebremst hatten. Gegen den FC Bayern München spielte der 30-Jährige 45 Minuten lang, ehe allerdings auch schon wieder Feierabend war. Wenigstens lag keine neuerliche Blessur vor. Nun ist die spannende Frage, wie der Körper des gebürtigen Franken dieses Mal die erhöhte Belastung verträgt. „Niklas hat es gut verkraftet, aber natürlich auch gemerkt, dass irgendwann die Konzentration und Kraft nachgelassen haben“, sagte Thioune. „Es war eine kluge Entscheidung, ihn aus dem Spiel zu nehmen. Das war im Vorfeld auch so abgestimmt. Aber bislang ist alles fein. Wir werden ihn in der neuen Woche wieder individuell belasten, später auch im Verbund mit der Mannschaft. Und dann schauen wir mal, ob es zum Wochenende wieder reichen kann.“ Womöglich kann es sich in dieser Angelegenheit als Vorteil entpuppen, dass Werder Bremen erst am Sonntag beim FC St. Pauli (17.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) gefordert ist und Stark somit einen Tag mehr zur Erholung hat als üblich.

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Werder Bremen gehen die Innenverteidiger aus: Beim verletzten Amos Pieper wird es „noch einen Augenblick dauern“

In Sachen Quantität würde ein Mitwirken den Bremern fraglos guttun, denn in Marco Friedl und Julian Malatini stehen sonst nur noch zwei Verteidiger zur Verfügung, die über Bundesligaerfahrung verfügen. Darüber hinaus zählt Youngster Mick Schmetgens zum erweiterten Kader. Gegen den FC Bayern musste sogar der eigentliche Sechser Senne Lynen in die letzte Kette rücken, um das Abwehrloch des SV Werder Bremen zu stopfen. Denn: Leeds-Leihgabe Maximilian Wöber (muskuläre Probleme in der Wade) ist kein verlässlicher Faktor und wird noch mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen. Dazu ist auch Amos Pieper (Risswunde am Knie) ebenfalls noch außer Gefecht gesetzt. „Wir müssen gerade mit Niklas Stark so umgehen, weil es bei Amos noch einen Augenblick dauern wird“, erklärte Thioune. „Da kann ich noch kein Zeitfenster definieren. Er hat diese Reizung, da müssen wir jetzt abwarten, wie das Knie reagiert.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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