Nach Pokal-Aus in Leverkusen
Kohfeldt-Ärger über Videoreferee: „Warum greift er nicht ein?“
Leverkusen - Zweimal hätte sich Werder im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Leverkusen (2:4) seine Hilfe gewünscht, bekommen haben sie die Bremer vom Video-Assistenten nicht.
Maximilian Eggestein veranlasste das am späten Dienstagabend zu folgendem Satz, der das Problem aus Sicht seiner Mannschaft prägnant zusammenfasste – und wohl auch vielen anderen Vereinen aus der Seele sprechen dürfte: „Der Videobeweis bleibt mehr Fluch als Segen.“ Selbst dem größten Befürworter der Neuerung, die im Viertelfinale auch erstmals im Pokal zum Einsatz gekommen war, wäre es in diesem Moment schwer gefallen, eine passende Antwort zu finden.
Fritz verwehrt Werder den zweiten Elfmeter
Dabei ist die Geschichte schnell erzählt. Als Max Kruse in der zwölften Minute im Leverkusener Strafraum von seinem Gegenspieler Charles Aranguiz einen Schlag mit dem Ellenbogen ins Gesicht bekam, lief das Spiel weiter. Schiedsrichter Marco Fritz hatte die Szene nicht als Foulspiel erkannt, was nicht weiter schlimm gewesen wäre – schließlich hätte sich sein Kollege Wolfgang Stark, an diesem Abend der Video-Assistent in Köln, ja umgehend melden können. Tat er aber nicht. Kein zweiter Elfmeter für Werder, keine Chance auf das wohl vorentscheidende 3:0.
„Es muss doch für alle das Gleiche gelten“, ärgerte sich Werders Trainer Florian Kohfeldt hinterher. „Unser Tor gegen Hertha wird aberkannt, und wenn Max einen Ellenbogen ins Gesicht bekommt, greift keiner ein. Warum? Das ist für mich nicht nachvollziehbar“, schimpfte Kohfeldt, dessen Team in der Bundesliga erst kürzlich durch den Video-Assistenten zu Recht um das 1:0 gegen Berlin gebracht worden war. „Dass dieses Mal Max im Gesicht getroffen wurde, konnte man im Stadion deutlich sehen“, unterstrich Sportchef Frank Baumann. Bewertet wurde die Aktion aber ganz anders als die gegen die Hertha.
Bailey hätte nach Rudelbildung Rot sehen können
Szene Nummer zwei, die die Werder-Protagonisten nach dem Pokal-Aus von Leverkusen erzürnte, ereignete sich in der Verlängerung – und sie war prädestiniert für den Videobeweis, der dieses Mal auch zur Anwendung kam. In der 104. Minute kam es nahe der Mittellinie zu einer Rudelbildung. Leverkusens Dominik Kohr griff dabei Niklas Moisander an den Hals, kurz darauf gerieten Leon Bailey und Thomas Delaney aneinander. Der Bremer legte den Arm um den Leverkusener, der sich wiederum per Schubser befreite. Delaney ging zu Boden, und es vermischte sich das rüpelhafte Verhalten des einen mit der Theatralik des anderen.
Referee Fritz hatte alle Mühe, Ordnung in die Szene zu bekommen und bediente sich bei der Bewertung anschließend des technischen Hilfsmittels. An der Seitenlinie sah er sich die Bilder noch einmal auf einem Monitor an – um Kohr und Bailey dann jeweils die Gelbe Karte zu zeigen. Dabei hätte Bailey auch Rot sehen können. „Ich stand direkt daneben, für mich war es eine klare Rote Karte für Bailey“, ereiferte sich Eggestein. Zu diesem Zeitpunkt stand es 2:2. Und wer weiß, wie sich das Spiel bei einer Bremer Überzahl entwickelt hätte? So trat Bailey wenig später jenen Freistoß, der Ausgangspunkt der Leverkusener Führung war.
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