Werder vor HSV-Derby
„Eines der traditionsreichsten Duelle weltweit“: Werder-Profi Pieper über neuen Vertrag und Nordderby-Premiere
Innenverteidiger Amos Pieper erklärt seine Vertragsverlängerung beim SV Werder Bremen, spricht über seinen Traum von „großen Momenten“ und seine Vorfreude aufs Nordderby gegen den HSV.
Bremen – Die wichtigste Nachricht vorweg: Amos Pieper, inzwischen so etwas wie der heimliche Abwehrchef des SV Werder Bremen, steht nach seiner krankheitsbedingten Auswechslung zur Halbzeit beim 1:1 gegen den 1. FC Köln wieder auf dem Rasen. Nachdem der 27-Jährige am Dienstag noch aufgrund von Grippebeschwerden passen musste, kehrte der Innenverteidiger am Mittwoch zurück ins Mannschaftstraining und absolvierte die komplette Einheit ohne Probleme. Bedeutet: Sollte nichts Unvorhergesehenes mehr passieren, steht Pieper für das so prestigeträchtige Nordderby gegen den Hamburger SV am Sonntag (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) wieder zur Verfügung. „Ich höre mich zwar noch so ein bisschen verschnupft an und bin es auch ganz leicht, aber ich befinde mich auf dem Weg der Besserung. Es ist alles wieder okay“, erklärte Pieper am Mittwoch während einer Medienrunde.
Werder Bremen-Profi Amos Pieper über Vertragsverlängerung: „Keine bequeme Entscheidung, sondern die richtige“
Wie bedeutsam diese Kunde dieser Tage für die Grün-Weißen ist, zeigte auch die zweite Halbzeit gegen Köln, als Werder Bremen ohne Amos Pieper auf dem Platz plötzlich nicht mehr so stabil wirkte wie in den 45 Minuten zuvor. Auch wenn der 27-Jährige die Bedeutung seines Ausfalles keineswegs zu hoch hängen wollte. „Jeder auf dem Platz und im Stadion ist nach dem Spiel mit dem Gefühl nach Hause gegangen, dass zwei Punkte mehr drin gewesen wären. Das war sehr ärgerlich“, betonte er zwar, lobte aber auch: „Ich fand, dass wir das Spiel über weite Strecken gut im Griff gehabt haben und am Ende zwei Chancen zugelassen und uns ein doofes Gegentor gefangen haben, was mal vorkommen kann. Für mich persönlich ist es schade, dass ich dem Team nicht mehr helfen konnte.“
Doch Pieper, das wird schnell klar, ist niemand, der sich gerne in den Fokus stellt oder über seine Bedeutung für das Team redet. Im Gegenteil. Dabei hätte er gerade allen Grund dazu: Nach seinem starken Comeback in Folge einer lästigen Hüftverletzung verlängerte er schließlich kürzlich seinen auslaufenden Vertrag langfristig. Nach Informationen der DeichStube gilt Piepers neues Arbeitspapier nun bis zum Sommer 2029. „Ich habe mehrfach betont, wie wohl ich mich bei Werder fühle. Es war daher keine bequeme Entscheidung, sondern die richtige“, erklärte der Lüdinghausener und begründete seine Unterschrift: „Wir haben ein starkes Gemeinschaftsgefühl im Team und ich spüre, dass wir hier etwas entwickeln können. Die Signale kamen von beiden Seiten sehr früh und ich bin froh, dass wir nun einen Strich darunter machen können.“ Mit anderen Vereinen oder Offerten habe er sich nicht beschäftigt. Die Freude über die Ausdehnung der Zusammenarbeit teilen auch die Verantwortlichen des SV Werder Bremen, die die Bedeutung des 27-Jährigen für die Mannschaft demonstrativ hervorheben. Während Trainer Horst Steffen ihn unlängst als „sehr wertvollen Spieler für uns“ bezeichnete, sprach Peter Niemeyer als Leiter Profifußball bei Amos Pieper von einem „absoluten Stabilisatoren“.
So könnte die Startelf des SV Werder Bremen im Nordderby beim Hamburger SV aussehen!
Amos Pieper vor erstem Nordderby mit Werder Bremen gegen den HSV: „Eines der traditionsreichsten Derbys weltweit“
Doch der zweikampfstarke Abwehrspieler will lieber Taten sprechen lassen, als über sich zu sprechen. Dabei verfolgt der frühere U21-Nationalspieler durchaus ambitionierte Ziele mit Werder Bremen, wie er nun erneut betonte. „Ich will hier ganz große Momente erleben.“ Zum Beispiel gerne „im Pokal mal weit kommen, vielleicht ein Finale spielen“ und mit Werder in einen europäischen Wettbewerb einziehen. Damit das klappen kann, richtet der Ex-Bielefelder den Fokus allerdings lieber aufs Hier und Jetzt – und das heißt: HSV. „Wir sind mitten in der Saison – es steht ein Derby vor der Tür. Darum geht’s – das nächste Spiel zu gewinnen, weil ich glaube, das ist das Wichtigste für die ganze Region, den Verein und die Stadt.“
Für Amos Pieper wird das 70. Pflichtspiel im Trikot des SV Werder Bremen das erste Nordderby seiner Karriere und damit zweifellos ein besonderes – eine spezielle Aufregung verspürt er deshalb aber nicht. „Natürlich ist es schon ein anderes Spiel, es ist eines der traditionsreichsten Derbys weltweit und wir werden alles dafür tun, es zu gewinnen, aber Nervosität schwingt auf gar keinen Fall mit“, betonte der 27-Jährige, warnte aber auch. „Dennoch müssen wir uns auf alles gefasst machen, was ein Derby auszeichnet. Für mich und viele ist es das erste Nordderby. Es gilt mit vollem Herzblut dabei zu sein.“ Die Entschlossenheit und Vorfreude, die Pieper während dieser Worte ausstrahlte, erinnerte stark an seine derzeitige Zweikampfführung: zielstrebig und kompromisslos. Eigenschaften, die auch im Volksparkstadion nicht die schlechteste Voraussetzung dafür sein dürften, um gegen den HSV erfolgreich zu sein. (mwi)
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