Werder-Einzelkritik
Werder in Noten gegen den HSV: Senne Lynen mit fatalen Schwächen, Yukinari Sugawara kein Faktor im Nordderby
Der SV Werder Bremen hat ein dramatisches Nordderby gegen den Hamburger SV mit 2:3 verloren. Die Werder-Profis in der Einzelkritik mit Noten.
Mio Backhaus: Ganz bittere Partie für den Schlussmann. Erneut ein sicherer Rückhalt, der meist zur Stelle war, wenn seine Vorderleute zu halbgar verteidigten – so wie in der 39. Minute bei einem Lokonga-Schuss und vor allem bei einer Jatta-Chance (54.). Bei den HSV-Treffern dann aber absolut machtlos. Note 3
Werder Bremen in Noten: Yukinari Sugawara erwischt schwachen Tag im Nordderby gegen den HSV
Yukinari Sugawara: Stand zunächst sehr offensiv, doch der Ertrag blieb überschaubar. Beim Defensivverhalten ließ er Hamburgs Dompé oft zu viel Freiraum, weshalb der einige Flanken schlagen konnte. War an diesem Tag kein Faktor im Bremer Spiel und ließ dann vor dem 2:3 auch noch Muheim laufen. Note 5
Amos Pieper: Nach überstandener Grippe sofort wieder im gewohnten Rhythmus. An ihm lag es wahrlich nicht, dass Werder Druck von den Gastgebern bekam – er gewann vielmehr die wichtigen Zweikämpfe in diesen Szenen. Kein wirklicher Trost bei drei Gegentreffern. Note 3
Karim Coulibaly: Offenbarte vom Anpfiff weg keinerlei Nervosität gegen den Ex-Club, überzeugte sofort per Grätsche und im Aufbauspiel. Dann bei einem Friedl-Pass zu zögerlich (39.), was sich aber nicht rächte. Kurz nach Wiederanpfiff gleich zweimal unglücklich, doch wieder entstand kein Gegentreffer (50.), dann gut gegen Philippe (54.). Im Pech, dass sein eigentlich guter Klärungsversuch vor dem 1:1 bei Sambi Lokonga landete. Note 3,5
Marco Friedl: Es war lange ein solider Auftritt ohne größere Auffälligkeiten. Trat offensiv nicht in Erscheinung, in der eigenen Hälfte unterliefen ihm zunächst kaum Fehler – auch weil der Hamburger SV trotz des 0:1-Rückstandes lange keineswegs in den Dauerdruck-Modus schaltete. Nach dem Ausgleich dann mehr gefordert, was prompt zu einer Gelben Karte führte (74.). Und aus diesem Foul resultierte das 1:2. Beim 2:3 zu weit weg von Torschütze Poulsen. Note 4
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Nicht genug Zugriff im Mittelfeld von Senne Lynen und Co. – Werder Bremen in Noten gegen den Hamburger SV
Senne Lynen: Bekam das Zentrum nicht geschlossen und gab sehr häufig nur den Begleitservice. Später besser im Spiel, hätte zudem fast erstmals getroffen (58.) – ist so aber nun stattdessen alleiniger Werder-Rekordhalter bei Spielanzahl ohne einen einzigen Torerfolg (76). Ließ vor dem 1:1 erst Flankengeber Muheim laufen und wurde dann auch noch von Torschütze Lokonga düpiert. Auch beim 2:3 involviert. Note 5,5
Jens Stage: Probierte sich zwar im hohen Pressing, doch das ging kaum auf – und dadurch klafften große Lücken in seinem Rücken, die der HSV recht unbedrängt bespielen durfte. Holte sich zudem Gelb ab (32.), markierte dann aber unmittelbar vor der Pause das Bremer 1:0. Beim schönen Hackentor von Vuskovic nicht dicht genug dran. Note 3,5
Cameron Puertas (bis 79.): Kam ordentlich in die Partie, doch nach ein paar Balleroberungen immer häufiger mit Problemen und viel zu weit weg vom Gegenspieler. Hätte nach einer scharfen Grüll-Hereinhabe mehr aus seiner Kopfball-Gelegenheit machen dürfen (59.). Note 4,5
Romano Schmid: Dass Werder im Angriffsspiel oft harmlos blieb, fiel nicht nur, aber auch in seinen Aufgabenbereich. Schaffte es anfangs nicht, seine theoretischen Ideen in die Praxis umzusetzen. Eroberte dann aber stark den Ball und spielte den perfekten Pass vor dem Stage-Führungstreffer (45.). Bemühte sich danach sichtbar um weitere gute Szenen. Stark wie er das 2:2 vorbereitete. Note 2,5
Werder Bremen in Noten gegen den Hamburger SV: Wenig Torgefahr in der Offensive
Marco Grüll (bis 88.): Schaltete sich wieder viel defensiv mit ein, doch dabei keineswegs so effizient wie zuletzt. In der Vorwärtsbewegung zudem mit mehreren unglücklichen Situationen, sodass über seine linke Seite bei Werder kaum etwas ging. Nach dem Seitenwechsel etwas auffälliger, aber weiterhin nicht fehlerlos – wie bei seinem Foul gegen Jatta (69.). Note 5
Keke Topp (bis 69.): Behauptete kaum einmal einen Ball, da er gegen Luka Vuskovic einen enorm schweren Stand hatte. Zudem mit unnötigen Abspielfehlern, die aussichtsreiche Situationen schon im Ansatz zunichtemachten. Sah Gelb, weil er seinen Ellenbogen bei einem Kopfballduell leicht im Gesicht des Gegners platzierte (62.). Note 5,5
Justin Njinmah (ab 69.): Wurde in seiner Heimatstadt direkt mit Pfiffen begrüßt – und bedankte sich mit dem Tor zum 2:2. Note –
Victor Boniface (ab 79.): Sollte in der Schlussphase noch etwas bewegen, doch das tat er nicht. Note -
Samuel Mbangula (ab 88.): Stach als Joker nicht mehr. Note -
Weiter mit der Aufstellung:
Werder-Bremen-Aufstellung gegen den HSV: Mit Jens Stage in der Startelf und Lokalmatador Justin Njinmah auf der Bank
Der SV Werder Bremen spielt am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den Hamburger SV. So könnte die Startelf-Aufstellung von Trainer Horst Steffen im Nordderby aussehen!
Update vom 7. Dezember 2025, 14.15 Uhr: Jetzt ist die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen da - es gibt keine Änderungen, Keke Topp startet wieder! Alle Infos lest ihr im DeichStube-Liveticker zum Nordderby des SV Werder Bremen gegen den HSV!
Bremen – Dick eingepackt hatten sich die Profis des SV Werder Bremen am Freitagmorgen. Bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt standen Mützen und Handschuhe besonders hoch im Kurs. Lange Hosen ebenfalls. Mit einer Ausnahme. Jens Stage war auch dieses Mal in die Shorts geschlüpft. Der Mittelfeldspieler ist aber ohnehin als energiegeladener Profi bekannt, seine Einsatzfreude würde den Norddeutschen am Sonntag (15.30 Uhr, DeichStube-Liveticker) während des Bundesliga-Gastspiels beim Hamburger SV fraglos gut zu Gesicht stehen. Unter der Woche trainierte der Däne zwar etwas dosiert, doch sein Trainer Horst Steffen ist zuversichtlich, dass Stage rechtzeitig einsatzbereit ist. Was mit Blick auf die Startelf-Aufstellung auch ganz wertvoll wäre.
Werder Bremen-Aufstellung im Nordderby gegen den HSV: Justin Njinmah erneut nicht in der Startelf?
Sollte Stage nämlich ausfallen, stünden nur bedingt Alternativen parat. Leonardo Bittencourt oder Skelly Alvero trainierten zuletzt ebenfalls nur dosiert, zudem mangelt es dem Duo an Spielpraxis. Cameron Puertas wäre die wahrscheinlichste Alternative, da er auch zuletzt mehrfach als Balldieb gepriesen wurde – allerdings in etwas offensiverer Funktion. Vor einigen Wochen, während der Partie in Heidenheim (2:2), war der Spanier in Abwesenheit von Senne Lynen als zusätzlicher Akteur im defensiven Mittelfeld des SV Werder Bremen aufgeboten worden, allerdings blieb der Ertrag überschaubar. Theoretisch könnte auch Patrice Covic den Leistungsträger vertreten, doch ob ausgerechnet dieses brisante Nordderby der richtige Zeitpunkt für eine Startelf-Rückkehr des Youngsters wäre, erscheint zumindest fraglich.
Realistischer ist: Stage ist einsatzbereit und läuft vor Torhüter Mio Backhaus sowie Yukinari Sugawara, Amos Pieper, Karim Coulibaly, Marco Friedl und Senne Lynen auf. In der Offensive des SV Werder Bremen dürften gegen den HSV erneut Marco Grüll, Romano Schmid und erwähnter Puertas den Zuschlag in der Startelf erhalten – durchaus auch wieder mit defensiven Zusatzaufgaben. Justin Njinmah sehnt sich zwar nach einem Einsatz in seiner Heimatstadt, vermutlich gibt es für ihn aber erst einmal die Jokerrolle. Ganz vorne dürfte sich erneut Keke Topp körperliche Duelle mit den gegnerischen Verteidigern liefern. (mbü)
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