DeichStube-Interview

„Leider hat mit mir noch niemand gesprochen“: Pieper über das Warten auf Vertragsverhandlungen und die Konkurrenz in der Werder-Abwehr

Amos Pieper, Innenverteidiger des SV Werder Bremen, spricht im DeichStube-Interview über das Warten auf Vertragsgespräche, Veränderungen unter Trainer Horst Steffen, neue Konkurrenz durch Maximilian Wöber - und das Pokal-Duell mit Ex-Club Arminia Bielefeld.

Bremen – Für die Abwehrspieler des SV Werder Bremen läuft in diesen Tagen einiges anders, unter Neu-Coach Horst Steffen studieren sie gerade fleißig die Viererkette ein. Auch Amos Pieper muss sich demnach umstellen, nachdem er während der vergangenen Rückrunde ein ganz wichtiger Faktor der Bremer Dreierkette war. Und jetzt gibt es in Maximilian Wöber auch noch neue teaminterne Konkurrenz. Im Interview mit der DeichStube spricht der 27-Jährige über die Neuerungen und darüber, wie er damit umgeht, dass Werder mit seinen Abwehrkollegen Marco Friedl und Niklas Stark unbedingt verlängern wollte, während Gespräche über seinen eigenen im Sommer 2026 auslaufenden Vertrag noch immer auf sich warten lassen.

Amos Pieper, Innenverteidiger des SV Werder Bremen, im Interview mit DeichStube-Reporter Malte Bürger.

Werder Bremen-Profi Amos Pieper im DeichStube-Interview über sein Fitnessstudio und seine Zukunft

Amos Pieper, Sie haben vor einiger Zeit mit drei Partnern ein Fitnessstudio im Bremer Viertel übernommen. Hat Ihr Bekanntheitsgrad bereits dazu geführt, dass die Anmeldungen durch die Decke gingen?

Das nicht, aber es sind natürlich neue Mitglieder hinzugekommen, worüber wir sehr glücklich sind. Es gab jedoch auch vorher schon eine große Community, die dort sehr gern trainiert hat – sonst hätten wir das auch nicht gemacht.

Ist das Studio auch ein Zeichen dafür, dass Sie sich langfristig etwas in Bremen aufbauen wollen?

Ich war nie aktiv auf der Suche, so etwas in Bremen zu machen. Das hat sich so ergeben. Ich fühle mich hier aber sehr wohl und hätte kein Problem damit, lange zu bleiben.

Amos Pieper wartet auf Vertrags-Angebot von Werder Bremen: „Leider hat mit mir noch niemand gesprochen“

Nun gehört bei der Zukunftsplanung auch der Verein dazu. Werder Bremen wollte Marco Friedl und Niklas Stark unbedingt langfristig binden, hat deren Verträge erfolgreich verlängert. Auch Sie sind nur noch ein Jahr an Werder gebunden – und enttäuscht, dass mit Ihnen nicht auch schon gesprochen wurde?

Leider hat mit mir noch niemand gesprochen - aber das ist eben so. Während der Sommerpause habe ich mal darüber nachgedacht, weil ich meine Rückrunde gut fand und mir das auch so gespiegelt wurde. Aber ich habe das ganze Thema jetzt beiseitegelegt, es macht mich weder nervös noch unruhig. Es ist nichts, das ständig durch meinen Kopf schwirrt. Das liegt sicherlich auch daran, dass wir mit einem komplett anderen Trainerteam am Anfang von etwas Neuem stehen. Ich kann nur beeinflussen, was ich beeinflussen kann – und das ist meine Leistung. Genau darauf liegt mein Fokus.

Bis wann wollen Sie Klarheit? Sind Sie ein Typ, der Sicherheiten im Leben braucht?

Selbst wenn ich den Drang hätte – und das habe ich nicht –, unbedingt Gewissheit zu haben, könnte ich nichts anderes tun, als mit Top-Leistung auf mich aufmerksam zu machen. Ich habe gezeigt, dass ich Werder helfen kann und will das auch weiterhin genauso tun. Dann werden wir sehen, was passiert – aber das liegt nicht allein in meiner Hand.

Waren Sie ein bisschen traurig, dass es zum Trainerwechsel gekommen ist? Seit Februar waren Sie schließlich wieder Stammspieler.

Zunächst einmal waren wir alle überrascht davon.

Es hatte sich also intern nicht angedeutet?

Man hatte lediglich gehört, dass es noch immer keine Einigung bezüglich einer Vertragsverlängerung gibt. Im ersten Moment war es sicherlich schade, dass Ole weg ist, weil er dem Verein sehr gutgetan hat. Auch mir persönlich hat er geholfen, ein besserer Fußballer zu werden. Aber so ist das eben: Nun ist dieses Kapitel geschlossen, mit Horst Steffen und seinem Trainerteam gibt es für den Verein und die Mannschaft eine ganz neue Chance, weitere, aber auch andere Schritte zu gehen. Wir sind jedoch noch viel zu früh in der Vorbereitung, um zu bewerten, wie sich die Dinge entwickeln. Aber es fühlt sich bisher echt gut an.

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Werder Bremen-Profi Amos Pieper über Neu-Trainer Horst Steffen: „Einiges ist anders, einiges neu“

Gab es überhaupt einen richtigen Abschied?

Ole hat sich bei jedem nochmal persönlich gemeldet. Auch ich habe ihm geschrieben und mich für die gemeinsame Zeit bedankt. Das war so insgesamt sicherlich ungewöhnlich, weil der Trainer sonst noch einmal vorbeikommt. Dieses Mal ging es eben nicht anders.

Jetzt ist Horst Steffen da. Wie sind Ihre ersten Eindrücke von ihm?

Gut. Er ist sehr fordernd, verlangt eine hohe Aufmerksamkeit und Intensität. Gleichzeitig legt er auch neben dem Platz viel Wert auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Einiges ist anders, einiges neu. Dadurch gibt es viele neue Eindrücke, was ich sehr gut finde – und ich glaube, dass uns das zugutekommen wird.

Müssen Sie sich im Training arg umstellen?

Nicht umstellen, sondern einlassen. Auf eine neue Idee, eine neue Philosophie und auf das, was er von jedem Einzelnen verlangt. Ansonsten ist und bleibt es Fußball.

Wie ist das denn jetzt eigentlich so, wenn Christian Groß nicht mehr Teamkollege, sondern plötzlich Vorgesetzter ist?

(lacht) Er macht das schon noch auf seine Art und kann gut steuern, wann auch mal Späße erlaubt sind. Aber es ist natürlich eine neue Rolle. Für uns ist es cool, ein bekanntes Gesicht im Trainerteam zu haben, das aber auch schon früher immer den Blick auf das große Ganze hatte. Er fordert von sich noch immer viel ein, und das nimmt man ihm komplett ab, weil man weiß, wie intensiv er schon als Spieler gearbeitet hat.

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Werder Bremens Amos Pieper spricht im DeichStube-Interview unter anderem über die Viererkette und Neu-Konkurrent Maximilian Wöber.

Werder Bremens Amos Pieper im DeichStube-Interview über Maximilian Wöber und Arminia Bielefeld

Aktuell wird viel über eine Viererkette geredet, die künftig bei Werder zum Einsatz kommen könnte. Erhöht oder minimiert das Ihre Einsatzchancen?

Auch das ist schwer zu sagen, denn es wird davon abhängen, was der Trainer genau will und welchen Spieler er auf welcher Position sieht. Zu diesem Zeitpunkt ist es ganz schwierig zu prognostizieren, wie wir Mitte August im Pokal gegen Bielefeld spielen werden. Das wird sich erst in den nächsten Wochen nach und nach herauskristallisieren.

Werder hat Maximilian Wöber für die Abwehr verpflichtet. Einen Linksfuß, 31-facher Nationalspieler. Ist das ein Transfer, den Sie persönlich nicht unbedingt gebraucht hätten?

Er wird uns als Typ und wie er spielt beziehungsweise verteidigt sehr guttun. Das sieht man schon jetzt in den ersten Einheiten. Wer aber am Ende spielt, und auf welcher Position, steht heute mit Sicherheit noch nicht fest und ist ja auch die Entscheidung des Trainers. Da gibt es dann nach der Vorbereitung klare Erkenntnisse.

Bald geht es im Pokal wieder gegen Bielefeld. Träumen Sie eigentlich manchmal noch schlecht von Ihrer riesigen Kopfballchance kurz vor Schluss?

Die Szene bleibt natürlich in Erinnerung, weil ich weiß, was das in dem Moment alles verändert hätte. Aber solch eine Option kommt in Sekunden und geht in Sekunden. Diesen Ablauf in solch einer Situation als zusätzlicher Stürmer hatte ich einfach noch nicht so oft. Es war nicht der Kopfball an sich, der nicht gut war, sondern die Schrittfolge vorher. Die Bewegungen waren viel zu schnell. Ich habe mir das mehrmals angeschaut – und es nervt natürlich, nicht die Verlängerung erzwungen zu haben.

Wie schwierig wird es dieses Mal gegen Ihren Ex-Club?

Wir haben etwas gutzumachen. Aber es gibt garantiert einfachere Lose, das ist keineswegs ein typischer Erstrundengegner. All das wissen wir – aber das Wissen allein wird uns nicht helfen. Um zu gewinnen, werden wir eine sehr gute Leistung benötigen. Jetzt haben wir ein paar Wochen Zeit, um uns genau dafür optimal vorzubereiten. (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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