Werder-Angreifer zu harmlos
Die Torgefahr fehlt: Werder-Angreifer Marco Grüll arbeitet viel, produziert aber kaum Chancen
Marco Grüll arbeitet viel fürs Team, ist in der Offensive aber zu harmlos: Wie Werder Bremens Trainer Daniel Thioune über den Stürmer denkt!
Die Szene erinnerte unweigerlich an die Hinrunde. Auch da hatte Marco Grüll gegen RB Leipzig intensiv den Flügel bearbeitet, seinen Gegenspielern mehrfach clever den Ball abgeluchst. Das gelang dem Offensivspieler des SV Werder Bremen auch im zweiten Vergleich der Saison mit den Sachsen (1:2) frühzeitig wieder, das Publikum goutierte die Szene direkt mit Applaus. Doch anders als damals gab es danach nicht mehr allzu viele Auffälligkeiten im Spiel des Österreichers. Keinen einzigen Torschuss hatte er abgegeben, nur einen Versuch eines Teamkollegen aufgelegt. Von seinen insgesamt sieben Zweikämpfen während seines 61-minütigen Einsatzes entschied er 29 Prozent für sich. Und somit war es unter dem Strich eine der schwächeren Leistungen des 27-Jährigen.
Werder Bremens Daniel Thioune: „Phasenweise gelingt es uns nicht, Chancen über die Flügel herauszuspielen und in Abschlussposition zu kommen“
„Wenn wir in allen Bereichen oberstes Regal wären, wären wir nicht 14. In der Tabelle, sondern ganz weit oben“, sagt Daniel Thioune, Trainer des SV Werder Bremen. „Aktuell haben es alle sehr schwer, gegen uns Torchancen herauszuspielen, weil die Mannschaft brutal gegen den Ball arbeitet. Das tut Marco auch. Aber phasenweise gelingt es uns nicht, die Schärfe im letzten Drittel zu haben, Chancen über die Flügel herauszuspielen und in Abschlussposition zu kommen. Das geht ihm gerade ab.“
Überhaupt hat Marco Grüll erst dreimal im Laufe dieser Spielzeit getroffen. Vor einem knappen halben Jahr schlug er einmal mehr gegen seine beiden Lieblingsgegner 1. FC Heidenheim und Union Berlin zu, vor einigen Wochen traf der Offensivmann des SV Werder Bremen dann abermals gegen die Hauptstädter. Doch seither lahmt die Torproduktion wieder – auch, weil Grüll immer wieder in veränderten Rollen auf dem Rasen unterwegs ist. Mal schuftet er auf der Außenbahn, dann wieder gibt er den vordersten Anläufer und Pressingspieler. Nur der ganz große Wurf im gegnerischen Strafraum, der springt dabei aktuell nicht heraus. (mbü/bvo)
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