Union-Fan mit Spezial-Trikot

Kurioses Fan-Treffen und erlösendes Tor: Grüll erlebt besonderen Werder-Tag

Marco Grüll traf vor dem Spiel des SV Werder Bremen bei Union Berlin (4:1) einen Fan mit einem ganz besonderen Trikot - was es damit auf sich hat!

Noch deutlich vor dem Anpfiff beim Auswärtsspiel des SV Werder Bremen bei Union Berlin (4:1) am vergangenen Sonntag hatte Marco Grüll eine – zumindest auf den ersten Blick – ungewöhnliche Begegnung. Der Österreicher unterhielt sich länger mit einem Fan auf der Tribüne, der ein Trikot trug, das zur Hälfte von Rapid Wien und zur anderen Hälfte von Union Berlin bestand. „Den kenne ich schon lange“, erklärte Grüll im Anschluss an die Partie. „Als ich noch bei Rapid war, war er oft beim Training. Er hat von Christopher Trimmel, der auch lange bei Rapid gespielt hat, dieses Halb-halb-Trikot bekommen. Da wollten wir vor dem Spiel kurz plaudern.“ Zum Abschluss gab es auch noch ein Autogramm auf ein Werder-Trikot mit Grüll auf der Rückseite sowie ein gemeinsames Selfie. Den Start in den Tag hatte der 27-Jährige dem Fan also versüßt – und sollte sich nur kurze Zeit später auch noch selbst beschenken.

Marco Grüll (links) traf den Fan des 1. FC Union Berlin mit seinem besonderen Trikot noch vor dem Anpfiff des Bundesliga-Spiels.

Werder Bremens Marco Grüll über Romano Schmids Vorlage: „Von dem Tor gehört sehr viel ihm“

Denn in der 66. Spielminute erzielte Marco Grüll nicht nur den wichtigen Treffer zum 3:1, der dem in Unterzahl spielenden 1. FC Union Berlin endgültig den Stecker zog. Der variable Offensivspieler des SV Werder Bremen belohnte sich damit auch selbst mit seinem ersten Tor seit dem Hinspiel gegen die Eisernen im vergangenen Oktober (1:0). Damals erzielte der österreichische Nationalspieler mit einem perfekten Schlenzer ins Kreuzeck den entscheidenden Treffer des Tages – dieses Mal war sein Tor allerdings mehr Kampf als Glanz.

Nach einer cleveren Ablage von Nationalmannschaftskollege Romano Schmid grätschte Marco Grüll den Ball aus wenigen Metern über die Linie. Dass sein Treffer nicht ganz die Schönheit aus dem Hinspiel gegen Union Berlin erreichte, kümmerte den Angreifer des SV Werder Bremen anschließend überhaupt nicht. „Ich freue mich riesig. Großes Danke an Romano, dass er den Ball querlegt. Eigentlich kann er auch selber schießen, aber er sieht mich und legt den Ball rüber. Von dem Tor gehört sehr viel ihm.“

Die Erleichterung über sein erstes Bundesligator seit über 1069 Minuten war dem Stürmer des SV Werder Bremen dabei deutlich anzumerken. Bereits vor der Partie an der Alten Försterei hatte Werders Cheftrainer Daniel Thioune – angesprochen auf die lange Tor-Durststrecke von Marco Grüll – orakelt: „Manchmal muss man vielleicht einen etwas längeren Anlauf nehmen. Aber wenn man ihn noch einmal daran erinnert, was für ein wunderschönes Tor er im Hinspiel geschossen hat, dann sollte es doch ein Leichtes für ihn sein, auch mal wieder ein einfacheres Tor zu schießen.“

Werder Bremens Marco Grüll: „Das Selbstvertrauen ist wieder da. Wenn man Spiele gewinnt, wächst der Glaube an weitere Siege“

Gesagt, getan. Marco Grüll, der nicht nur von Daniel Thioune, sondern allgemein intern aufgrund seiner fleißigen Spielweise auch gegen den Ball sehr geschätzt wird und bislang in dieser Spielzeit in jedem Pflichtspiel auf dem Feld stand, hat nicht nur der Treffer, sondern auch der zweite Sieg in Serie mit dem Team merklich gutgetan. „Das Selbstvertrauen ist wieder da. Wenn man Spiele gewinnt, wächst der Glaube an weitere Siege – im Gegensatz dazu, wenn man über längere Zeit eine Durststrecke hat. Dann gelingen die einfachen Dinge plötzlich nicht mehr“, sagte der Stürmer des SV Werder Bremen. „Das kommt jetzt aber wieder zurück.“

Einen großen Anteil daran hat laut Grüll auch Daniel Thioune. „Er hat frischen Wind reingebracht. Auch wenn der Start mit den Ergebnissen nicht optimal war, haben wir gemerkt, dass er einen klaren Plan verfolgt. Das trägt jetzt seine Früchte“, sagte der Trainer des SV Werder Bremen. Wobei der Österreicher sofort klarstellte: „Keiner darf glauben, dass es von selbst geht. Wir müssen weiter hart arbeiten und wollen gegen Mainz den dritten Sieg in Serie einfahren.“ Und Marco Grüll selbst am liebsten nicht noch einmal so lange auf einen weiteren Treffer warten. (bvo/mbü)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Matthias Koch

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