Zu wenig Ertrag
Seit Traumtor im Herbst: Marco Grüll wartet auf nächsten Werder-Treffer – klappt es wieder gegen Union?
Marco Grüll hat trotz hohen Engagements schon lange kein Tor mehr für Werder Bremen erzielt. So bewertet Trainer Daniel Thioune die Leistungen.
Die Uhr tickt gnadenlos. Exakt 1003 Einsatzminuten sind es jetzt schon, die Marco Grüll nicht mehr getroffen hat. Oder anders formuliert: 16 Spiele. Sein bis dato letztes Tor war dafür ein ungemein schönes, während der Hinrunde wurde es ausgerechnet gegen den jetzigen Gegner 1. FC Union Berlin erzielt. Weil Stürmer Jovan Milosevic aktuell angeschlagen ist, rückt der Österreicher für die Bremer Partie am Sonntag (17.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) noch mehr in den Fokus. An seinem Fleiß gibt es nichts zu bemängeln, doch auch Trainer Daniel Thioune wünscht sich deutlich mehr Ertrag von Grüll.
Marco Grüll seit dem Hinspiel zwischen Werder Bremen und Union Berlin torlos: So bewertet ihn Trainer Daniel Thioune
„Ich bewerte ihn nicht nur anhand seines Defensivverhaltens. Er ist Stürmer und sollte sich mehr in seiner Kernkompetenz bewegen“, sagt der 51-Jährige. „Trotzdem hat er sich mit guten Leistungen seine Spielzeit verdient.“ Zuletzt gegen Heidenheim erlebte Marco Grüll jedoch einen durchwachsenen Nachmittag, der zwar mit einem Sieg für Werder Bremen endete, neben dem gewohnten Aufwand aber persönlich auch einige Ungenauigkeiten bot. „Er war zu Wochenbeginn mit einem grippalen Infekt raus. Deshalb war er nicht auf dem Leistungsniveau, das ich mir gewünscht hätte“, meint Daniel Thioune, der grundsätzlich aber nicht an der Qualität des 27-Jährigen zweifelt. „Wir wissen um den Wert, den Marco für unser Spiel hat. Auch dank seines Defensivverhaltens ist es nicht so einfach, gegen uns Chancen zu kreieren. Wir müssen geduldig sein, dürfen den Spieler nicht ausschließlich an Toren und Vorlagen messen und ihn darauf reduzieren.“
Aber natürlich hätte der Coach des SV Werder Bremen nichts dagegen, wenn Marco Grüll am Sonntag ein ähnliches Kunststück wie im vergangenen Herbst gelingen würde. „Manchmal muss man vielleicht einen etwas längeren Anlauf nehmen. Aber wenn man ihn nochmal daran erinnert, was für ein wunderschönes Tor er da geschossen hat, dann sollte es doch ein Leichtes für ihn sein, auch mal wieder ein einfacheres Tor zu schießen.“ (mbü)
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