Werder-Profi wieder dabei
„Das brauche ich ehrlich gesagt nicht noch mal“: Werder-Verteidiger Jung kehrt nach seiner Rotsperre zurück in die Dreierkette
Anthony Jung hat seine Rotsperre abgesessen und brennt auf seine Rückkehr ins Team des SV Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart.
Bremen – Jahrelang war die Weste blütenweiß. Wann immer Anthony Jung auf die Anzahl seiner erhaltenen Platzverweise angesprochen wurde, konnte er mit Stolz und breitem Grinsen darauf verweisen, dass er im Laufe seiner Karriere noch nie eine Rote oder Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Doch dann kam der 30. März 2024 – und im Alter von 32 Jahren wurde der Profi des SV Werder Bremen nach einer Notbremse im Spiel gegen den VfL Wolfsburg (0:2) dann doch erstmals vorzeitig zum Duschen geschickt. Zwei Partien war der Verteidiger gesperrt, nun kehrt er zum Duell mit dem VfB Stuttgart (Sonntag, 15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) wieder zurück. „Es war komisch für mich, das Team aus der Ferne im Fernsehen zu sehen und nicht aktiv mitwirken zu können“, erklärt Jung auf der Internetseite des Vereins. „Das brauche ich ehrlich gesagt nicht noch mal.“
Werder Bremens Leistungsträger Anthony Jung kehrt gegen den VfB Stuttgart zurück und will endlich wieder punkten
Umso gieriger ist der Linksfuß darauf, jetzt wieder richtig mitmischen zu können. „In der Zeit habe ich ein bisschen Kraft und Energie gesammelt. Jetzt möchte ich mich die Woche wieder voll reinhauen und der Mannschaft schnellstmöglich auf dem Platz helfen“, betont Anthony Jung, der auch in dieser Saison wieder ein Fixpunkt im Team von Trainer Ole Werner ist – und damit war nicht unbedingt zu rechnen. Größere Verletzungen plagen den Defensivakteur eigentlich nie, dafür veränderte sich sein Aufgabenprofil. Seinen Platz auf dem linken Flügel hat Jung nach der Verpflichtung von Olivier Deman im vergangenen Sommer geräumt, doch dafür wurde er zur Konstante in der letzten Abwehrreihe. Das wiederum lag nicht nur an den zahlreichen Ausfällen in Werders Hintermannschaft, sondern auch daran, dass der Bremer viele ordentliche Leistungen aneinanderreihte. So bringt er es auch jetzt wieder auf 26 von 29 möglichen Einsätzen für Werder Bremen – ohne die Rotsperre wären es fraglos noch mehr gewesen.
Bei seiner Startelf-Rückkehr wartet eine ziemlich große Herausforderung auf ihn und sein Team. Der VfB Stuttgart, der vor gut einem Jahr noch in die Relegation gegen den Hamburger SV musste, spielt eine famose Saison und ist aktuell Dritter des Klassements, während bei Werder Bremen mal wieder der Tabellenkeller in bedrohlicher Nähe auftaucht. „Wir sind uns der Situation bewusst und wissen, um was es geht“, hebt Jung hervor und fordert: „Wir müssen in den 90 Minuten, in denen wir auf dem Platz stehen, an das Maximum unserer Leistung kommen, um wieder Zählbares mitzunehmen.“ Das Problem: Genau daran hat es den Bremern in den vergangenen Wochen allzu häufig gemangelt, exakt jene Konstanz über die gesamte Partie wurde schmerzlich vermisst. Auch deshalb schmolz der einst so angenehme Vorsprung auf die Gefahrenzone zusammen. „Die Stuttgarter haben sich ein unheimliches Selbstbewusstsein aufgebaut und spielen mit einem ganz anderen Selbstverständnis auf. Wenn wir unser Maximum auf den Platz bekommen, ist das trotzdem nicht einfach für Stuttgart“, glaubt Anthony Jung und ergänzt: „Es ist Zeit für uns, Punkte einzufahren. Warum nicht am Sonntag?“ (mbü)