Werders Siegtorschütze
Erst Vaterfreuden, dann Werder-Matchwinner: Jung schwebt auf Wolke 7 - und spricht über seine Zukunft
Für Anthony Jung läuft es privat und spätestens seit seinem Siegtor gegen Darmstadt 98 auch sportlich bestens bei Werder Bremen. Doch wie lange bleibt der Routinier noch?
Bremen – Anthony Jungs Blick klebte am Monitor. „Das war so nah am Tor, das konnte gar nicht mehr schiefgehen“, scherzte der Verteidiger des SV Werder Bremen, als die entscheidende Szene noch einmal über einen Monitor in der Mixed Zone flimmerte. „Ich bin froh, mein erstes Tor in dieser Saison gemacht zu haben – und dann noch solch ein wichtiges.“ Bis zur vierten Minute der Nachspielzeit hatte es gedauert, ehe die Grün-Weißen am Dienstagabend erlöst wurden und den Zweitligisten SV Darmstadt 98 mit etlichen Mühen und dank des Jung-Treffers mit 1:0 aus dem Pokalwettbewerb warfen. Für den 33-Jährigen war es das nächste persönliche Highlight binnen weniger Wochen, schließlich ist er kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden. „Mir geht es ganz gut gerade“, meinte der Matchwinner lächelnd.
Anthony Jung wird zum Matchwinner für Werder Bremen im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen SV Darmstadt 98
Unmittelbar vor der Frankfurt-Partie in der Liga hatte sich Anthony Jung von der Mannschaft verabschiedet, um bei der Geburt des Nachwuchses dabei zu sein – seither allerdings auch seinen Stammplatz in der Abwehr des SV Werder Bremen eingebüßt. „Die Dichte ist hoch, gefühlt kann jeder von uns Verteidigern dort hinten spielen. Trotzdem hat es mich natürlich ein bisschen getriggert, weil ich jemand bin, der jedes Spiel spielen will. Aber man muss dann solch eine Rolle annehmen und dranbleiben“, betonte der Linksfuß. Auch gegen Darmstadt begann statt ihm Teamkollege Milos Veljkovic, doch der serbische Nationalspieler verletzte sich früh, weshalb Jung zügig doch zum Einsatz kam. „Über weite Strecken war es eine seriöse Partie, wir haben nicht viel zugelassen. Der letzte Punch hat uns vielleicht gefehlt“, meinte der Defensivakteur und behob das Defizit der Vorderleute mit seinem entscheidenden Treffer höchstselbst.
Werder Bremen-Zukunft von Anthony Jung offen, aber der bleibt gelassen: „Ist nicht das erste Mal...“
Schon am kommenden Samstag ist Werder Bremen wieder gefordert, dann geht es in der Liga beim VfL Bochum weiter (15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker). Werbung für einen Einsatz von Beginn an hat Anthony Jung fraglos gemacht – und vielleicht auch für eine Vertragsverlängerung? Schließlich endet das Arbeitspapier des Routiniers im kommenden Sommer, gesprochen wird über eine Ausdehnung der Zusammenarbeit aktuell aber nicht. Enttäuscht ist Jung deshalb jedoch keineswegs. „Wer keine Erwartungen hat, der kann auch nicht überrascht werden“, erklärte er. „Das soll gar nicht negativ klingen. Ich mache erst einmal meine Arbeit und dann schaue ich mal, wie die Arbeit honoriert wird und wofür ich hier noch nütze.“ Bis dahin bleibt Jung ganz gelassen. „Es ist nicht das erste Mal, dass ich in mein letztes Vertragsjahr gehe. Wenn man sich da zu sehr verrückt macht, ist das nicht gut. Es wird schon alles seinen Weg gehen.“ (mbü)