Bei Pleite auf St. Pauli
Einziger Lichtblick: Werder-Stürmer Milosevic beweist Torgefahr – und bewirbt sich für die Startelf
Jovan Milosevic hat gegen den FC St. Pauli sein zweites Tor für Werder Bremen erzielt. Trainer Daniel Thioune über Leistung und Rolle des Stürmers.
Nach dem Abpfiff war Jovan Milosevic der Frust deutlich ins Gesicht geschrieben. Haareraufend saß der Stürmer des SV Werder Bremen auf der Ersatzbank und haderte mit dem vorherigen Spielgeschehen. Kurzzeitig hatte es schließlich so ausgesehen, als könnte es sein Abend werden: Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte der junge Serbe den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Durch die spätere 1:2-Niederlage gegen den FC St. Pauli verlor der Treffer aus Bremer Sicht jedoch seine Bedeutung – für Milosevic persönlich war dessen zweites Joker-Tor allerdings eine Bewerbung für mehr Spielzeit.
Zweites Joker-Tor: Jovan Milosevic bewirbt sich bei Werder Bremen für die Startelf
„Er kann im besten Fall bei uns die Rolle des Torschützen einnehmen. Das ist seine größte Qualität“, sagte Cheftrainer Daniel Thioune am Montagvormittag in einer Medienrunde über die Leihgabe des VfB Stuttgart. Dass Jovan Milosevic zuvor bereits zum dritten Mal in Serie nicht in der Startelf des SV Werder Bremen gestanden und stattdessen erneut Marco Grüll in der Sturmspitze begonnen hatte, erklärte der 51-jährige Thioune so: „Marco arbeitet verlässlich gegen den Ball und sollte auch kontrollieren, dass sich Hauke Wahl nicht zu stark einschaltet. Außerdem hat er viele Bälle festgemacht. Deshalb war es keine falsche Entscheidung.“ Dass die Einwechslung von Milosevic – zumindest kurzfristig – spürbaren Einfluss auf das Bremer Spiel hatte, wertete Thioune ebenfalls als Beleg für seine Einschätzung: „Für das Team war es vielleicht sogar noch die bessere Entscheidung, Jovan später zu bringen.“
Dennoch bleibt für den 20-jährigen Serben die Frage, wann er unter Daniel Thioune erstmals von Beginn an ran darf. Als Werder Bremen den Mittelstürmer Mitte Januar ohne Kaufoption bis Saisonende auslieh, kam Jovan Milosevic mit zwölf Treffern aus 17 Ligaspielen für Partizan Belgrad am Osterdeich an. Entsprechend groß war die Hoffnung im Verein und im Umfeld, dass der einmalige serbische Nationalspieler trotz geringer Bundesliga-Erfahrung die Offensivprobleme lösen kann. Mehr als ein Versprechen darauf ist er weiterhin nicht. Möglich, dass das Spiel am Millerntor nur ein größerer Schritt nach vorne war.
So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim aussehen!
Stürmt Jovan Milosevic gegen Heidenheim von Beginn an für Werder Bremen? Das sagt Daniel Thioune
„Er muss geduldig sein und zeigen, dass es die falsche Entscheidung ist, ihn draußen zu lassen“, betonte Daniel Thioune. Zwischen Trainer und Spieler stehe grundsätzlich nichts, was gegen Einsätze spreche, stellte er klar. Ein Gespräch vor dem St.-Pauli-Spiel habe die aufkommende Unzufriedenheit beim Angreifer ausgeräumt. „Ich hatte einfach das Gefühl, dass der Matchplan dagegen sprach, ihn früher zu bringen“, erklärte Thioune. Mit Blick auf das Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim (Samstag, 15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) könnte sich die Rollenverteilung jedoch ändern. „Er war nach seiner Einwechslung sofort da“, sagte Thioune. „Besser kann man ein Bewerbungsschreiben nicht abgeben.“ (bvo/dco)
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