Besondere Rückreise
Wegen Werder-Spiel: BVB holt seine vier Nationalspieler mit Privatjet aus den USA zurück
Vor dem Heimspiel gegen den SV Werder Bremen greift Bundesligist Borussia Dortmund zu einer ungewöhnlichen Maßnahme und lässt seine vier deutschen Nationalspieler, darunter Ex-Bremer Niclas Füllkrug, per Privatjet zurückfliegen. So begründet der BVB die Maßnahme.
Foxborough - Es ist ein ungewöhnlicher Schritt, doch Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund lässt vor dem kommenden Heimspiel gegen den SV Werder Bremen (20. Oktober, 20.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) nichts unversucht und wird deshalb die vier deutschen Nationalspieler des Vereins mit einem Privatjet von der Länderspielreise in die USA zurückfliegen. BVB-Verteidiger Mats Hummels, der neben Werders Ex-Stürmer Niclas Füllkrug sowie Julian Brandt und Niklas Süle zum DFB-Tross gehört, hat seinen Club für die geplante Aktion bereits gelobt.
Werder Bremen gegen Borussia Dortmund: Mats Hummels lobt Reiseplanung des BVB
„Ich finde es eine hochprofessionelle Maßnahme“, sagte der 34-Jährige am Donnerstagabend (Ortszeit) in Foxborough. An diesem Samstag spielt die deutsche Nationalmannschaft zunächst in Hartford gegen die USA, am Dienstagabend (Ortszeit) tritt sie dann in Philadelphia gegen Mexiko an. Nach Spielende sollen die Dortmunder Akteure gleich zurückfliegen, damit sie schon am Mittwochnachmittag wieder beim deutschen Vizemeister sind. Das restliche DFB-Team landet dagegen erst am Donnerstagmorgen wieder in Frankfurt.
„Nur eine Nacht gehabt zu haben vor dem Freitagabendspiel, um den Jetlag rauszukriegen, wäre wahrscheinlich sehr kurz gewesen. Die zweite Nacht kann gut helfen“, meinte Hummels. „Ich denke, dass es schon hilft, um eben am Freitagabend einen Tick fitter auf dem Platz oder zumindest im Kader zu stehen.“ Exakte Erfahrungswerte mit so einer Aktion habe er aber nicht: „Schauen wir mal, wie sich die Beine dann Freitagabend, 20.30 Uhr, anfühlen.“ Die Anpassung an die Zeit sei relevant, gerade auch für einen wie ihn, „der durchaus vom Jetlag geplagt ist“. Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und der US-Ostküste beträgt sechs Stunden. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte angedeutet, bei den Einsatzzeiten nach Möglichkeit die besondere Situation der BVB-Spieler vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen zu berücksichtigen. „Ich spiele immer, wenn ich spielen darf“, sagte Nationalmannschafts-Rückkehrer Hummels zu einer möglichen Schonung gegen Mexiko.
Vor Heimspiel gegen Werder Bremen: Borussia Dortmund lässt DFB-Nationalspieler per Privatjet einfliegen
Die Kosten für den Privatjet schätzt die „Bild“-Zeitung auf fast 100.000 Euro. Der DFB wird sich an den Ausgaben nicht beteiligen, wie in Foxborough zu hören war. Borussia Dortmund rechtfertigte seine Aktion, auch wenn sie dem Thema Nachhaltigkeit zuwiderläuft: „Durch die Ansetzung unseres Ligaspiels gegen Werder Bremen sehen wir uns in dieser Länderspielperiode einer besonderen Situation ausgesetzt, die Leistungsfähigkeit unserer Spieler genießt höchste Priorität.“ DFB-Sportdirektor Rudi Völler hatte allerdings auch berichtet, dass die Möglichkeit bestanden hätte, das Dortmunder Ligaspiel von Freitag auf Sonntag zu verlegen. Diese Variante habe der BVB wiederum mit Verweis auf das Champions-League-Spiel drei Tage später auswärts bei Newcastle United nicht annehmen wollen.
So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den BVB in Dortmund aussehen!
Nicht nur die Borussia hat übrigens das Problem, die Nationalspieler möglichst schnell aus Übersee zurückzubekommen. Werder Bremens Stürmer Rafael Borré ist aktuell mit der kolumbianischen Auswahl in Südamerika unterwegs, auch ihm steht eine strapaziöse Rückkehr bevor - allerdings nicht in einem Privatjet. Erst kürzlich erklärte die Leihgabe von Eintracht Frankfurt im Interview mit der DeichStube: „Die Reisen sind schon anstrengend, das kann man nicht anders sagen. Es sind viele Flugstunden und es ist viel Wartezeit an Flughäfen. Dazu kommt die Zeitverschiebung von sieben Stunden. Inzwischen bin ich das aber gewöhnt und kann mich darauf einstellen.“ (dpa/mbü)