Werder unter Druck

Nach Downs-Absage: Das sind Werder Bremens Probleme bei der Stürmersuche

Werder Bremen sucht händeringend nach einem neuen Mittelstürmer, doch Damion Downs hat abgesagt: Das sind Werders Probleme bei der Stürmer-Suche!

Bremen – Einen wie ihn, das ist überhaupt keine Frage, hätte Horst Steffen liebend gern in seiner Mannschaft. Wenn der Cheftrainer des SV Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) allerdings seinen ehemaligen Schützling Fisnik Asllani wiedersieht, wird der das Trikot des Gegners, der TSG Hoffenheim tragen. Im Sommer hatten sich die Bremer vergeblich um den damaligen Stürmer von Steffens Ex-Club SV Elversberg bemüht, womit im Grunde ein Thema seinen Anfang nahm, das bis heute brandaktuell ist: Werders Mittelstürmersuche.

Damion Downs (links) hat dem SV Werder Bremen abgesagt, Koki Ogawa (mitte) und Jessic Ngankam (rechts) spielen bei der Stürmersuche nach DeichStube-Infos keine Rolle.

Werder Bremens Clemens Fritz: „Es ist klar, dass wir etwas machen wollen, und daran arbeiten wir“

Weil es sich längst als Fehleinschätzung der Verantwortlichen erwiesen hat, auf dieser Position auf einen unfitten Victor Boniface sowie einen unerfahrenen Keke Topp zu setzen, muss Werder Bremen die Schieflage nun irgendwie auf dem komplizierten Winter-Transfermarkt korrigieren – und dort gab es zu Wochenbeginn einen Rückschlag. So waren die Bremer nach Informationen der DeichStube zwar bis zuletzt im Poker um Damion Downs vom FC Southampton dabei, zogen schließlich aber den Kürzeren gegenüber dem Nordrivalen Hamburger SV, dessen Personalnot im Sturm durch die Verpflichtung des 21-Jährigen nun gelindert wird. Und Werder? Muss weitersuchen, was sich alles andere als einfach gestaltet. Legt man das ohnehin schwierige Winter-Wechselfenster mit dem geringen finanziellen Spielraum der Bremer übereinander, schmilzt die Liste an Möglichkeiten spürbar dahin.

Dass dem Club das Geld dazu fehlt, einen Leistungsträger irgendwo herauszukaufen, hat Sportchef Clemens Fritz erst nach dem Torlos-Testspiel des SV Werder Bremen beim FC St. Pauli noch einmal erklärt. „Es ist klar, dass wir etwas machen wollen, und daran arbeiten wir“, versicherte der 45-Jährige, schob allerdings direkt hinterher: „Der Wunsch ist immer, dass es jemand ist, der sofort funktioniert, aber für den legt man wahrscheinlich 15 bis 20 Millionen auf den Tisch. Das ist die Kehrseite.“ Weil solche Summen bekanntlich komplett außerhalb der Bremer Reichweite liegen.

Ohne Ablöse wären hingegen vertragslose Spieler zu haben, die bei der Suche des SV Werder Bremen nach DeichStube-Informationen aber höchstens eine untergeordnete Rolle spielen. Derartige Akteure sind zum Teil seit Wochen oder gar Monaten ohne Mannschaftstraining – die allgemeine Einschätzung am Osterdeich: Es würde zu lange dauern, sie für das in der Bundesliga benötigte Niveau fit zu machen. Zeit, die Werder nicht hat.

Koki Ogawa und Jessic Ngankam bei Stürmersuche des SV Werder Bremen nach DeichStube-Informationen kein Thema

Bleiben noch die sogenannten „Dellen-Spieler“, also Profis, deren Karriere derzeit stockt und die sich deshalb nach Veränderung sehnen. In Bremen zählen sie (notgedrungen) fast schon traditionell zum Beuteschema. Auch Damion Downs fällt in diese Kategorie, was ihn für die Grün-Weißen so interessant machte, ehe sich der Ex-Kölner für den HSV entschied. Werder Bremen muss nun andere Spuren verfolgen, seine Liste neu sortieren. Ein Name, der dort im vergangenen Sommer nach Informationen der DeichStube noch weit oben stand, wird in diesem Winter nicht erneut zum Thema: Koki Ogawa. Der japanische Mittelstürmer in Diensten des FC Nijmegen soll zwar mit einem Wechsel in die Bundesliga liebäugeln, Werders favorisierte Lösung ist er aber nicht. Gleiches gilt für Jessic Ngankam, den Eintracht Frankfurt dem Vernehmen nach gerne verleihen möchte.

Klar ist: Bis zum 2. Februar hat der SV Werder Bremen Gelegenheit, einen neuen Angreifer zu verpflichten, ehe der Transfermarkt schließt. Das sind noch knapp vier Wochen, was auf den ersten Blick komfortabel klingt – angesichts der großen Sturmflaute und des bevorstehenden Pflichtspielauftakts am 10. Januar drängt die Zeit aber massiv. (dco)

Rubriklistenbild: © Imago

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